Aktuelles

Nachrichten und Berichte zu TERRE DES FEMMES-Themen.

 

Afghanistan – Projektupdate aus dem ersten Halbjahr 2021

Die Organisation setzt sich als Einzige in der Region speziell für das Recht auf Bildung von Frauen und Mädchen ein. Bildrecht: Neswan Social Association

Die TDF-Partnerorganisation Neswan Social Association unterstützt Mädchen und Frauen in einem Vorort der Stadt Herat in der gleichnamigen Provinz auf ihrem Bildungsweg und in ihrer Selbstständigkeit. 300 von ihnen haben dieses Jahr bereits an Kursen der Alphabetisierung, der akademischen oder beruflichen Bildung teilgenommen! Das ist insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Macht der Taliban ein großer Erfolg. Die Extremisten kontrollieren seit dem NATO-Truppenabzug bereits über die Hälfte des Landes, darunter elf der 34 Provinzhauptstädte (Stand 13.08.21). Nach wochenlangen Angriffen auf Herat wurde nun auch die drittgrößte Stadt Afghanistans von den Taliban erobert.

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"Ehren"-Mord in Berlin - Unsere Arbeit zu Gewalt im Namen der Ehre ist wichtiger denn je.

Ehrverbrechen

Aus traurigem Anlass:

Am 13. Juli diesen Jahres sollen zwei Brüder ihre 34-jährige Schwester Maryam im Namen der Ehre in Berlin ermordet haben. Die beiden 22- und 25- Jahre alten Männer wollten den „westlichen“ Lebensstil der zweifachen Mutter nicht akzeptieren, die nach einer Scheidung mit ihren beiden Kindern allein lebte.

Es ist ein weiterer erschütternder Fall von "Ehren"-Mord in Deutschland. Er hat eine öffentliche Diskussion über den Begriff des „Ehren“-Mordes in Abgrenzung zum „Femizid“ hervorgerufen.

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Interview mit Rakieta Poyga – Gründerin und Leiterin unserer Partnerorganisation ABN – zur Online-Veranstaltungsreihe Weibliche Genitalverstümmelung

Rakieta Poyga - Bildrecht: Alexander Gonschior

TERRE DES FEMMES: Wie unterscheidet sich die Rechtslage zu Weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) in Burkina Faso von der in Deutschland?

RAKIETA: In Deutschland steht FGM nach Paragraf 226a StGB unter Strafe. Auch wenn FGM in Burkina Faso seit 1996 gesetzlich verboten ist, werden die Grundrechte von Kindern und Frauen kaum respektiert und umgesetzt. Der Grad der Demokratie und Entwicklung in einem Land wirkt sich eben auch auf die Rechtslage aus. Zudem gibt es in Burkina Faso eine Analphabetismus-Quote von über 70 Prozent, was zu dem Tabu über FGM beiträgt. Wir können fast alles mit Aufklärung erreichen, aber Bildung ist die Grundlage.

In Deutschland ist das Problem meiner Meinung nach durch Globalisierung und Einwanderung importiert. FGM praktizierende EinwanderInnen und Geflüchtete leben relativ isoliert. Also sollte der deutsche Staat diese Bevölkerungen direkt in ihrer Muttersprache adressieren und zu dem Thema aufklären.

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Julia Legge zur Online-Veranstaltungsreihe Weibliche Genitalverstümmelung: „Es geht darum, FGM als globales Problem und globale Gewaltpraxis zu verstehen.“

Bildrecht: Julia Legge

Julia Legge ist Trainerin für Konfliktbearbeitung und Erwachsenenbildnerin. Sie hat Veranstaltungen der Reihe moderiert und die Workshops durchgeführt.

TERRE DES FEMMES : Warum ist gerade die Aufklärungsarbeit an Schulen zu Weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) so wichtig?

JULIA : Bei der Umsetzung der Workshops habe ich mitbekommen, dass an vielen Schulen mittlerweile das Thema Globales Lernen angekommen ist, weshalb auch ein Interesse für Themen wie FGM da ist. Je früher und breiter das Thema Aufmerksamkeit bekommt, desto besser. Deshalb ist es ein wichtiger Schritt dieses Thema an die Schulen zu bringen. Über weibliche Sexualität und Gewalt im globalen Kontext zu sprechen, kann die Perspektive und das Handeln von Jugendlichen auf die Welt verändern und eine Enttabuisierung des Themas bei Jugendlichen bewirken. Gleichzeitig ist es herausfordernd, solche Themen in Schulen zu besprechen, wo es an Fachpersonal dazu mangelt und wo sich SchülerInnen meist nicht frei für Inhalte entscheiden können.

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Zwei Jahre „Men Standing Up for Gender Equality”: Gemeinsam gegen FGM/C und CEFM!

Seit September 2019 haben sich die Projektpartner LESSAN e.V. (Gesamtkoordination), FEMMES ENTRAIDE ET AUTONOMIE und TERRE DES FEMMES im Rahmen des EU ko-finanzierten Projekts „Men Standing Up for Gender Equality“ für die langfristige Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung (female genital mutilation/cutting -FGM/C) und Früh- und Zwangsverheiratung (child, early and forced marriage -CEFM) eingesetzt. Dazu wurden insgesamt 30 Männer aus betroffenen Communitys in Hamburg, Paris und Berlin zu Multiplikatoren gegen geschlechtsspezifische Gewalt ausgebildet. Als sogenannte „CHANGE Mediatoren“ leisten sie nun Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit in Diasporagemeinschaften und Unterkünften für Geflüchtete in Deutschland und Frankreich. Das Innovative an diesem Projekt: Erstmals nehmen ausschließlich Männer eine Schlüsselrolle im Kampf gegen FGM/C und CEFM ein und machen sich somit stark für eine gleichberechtigte Gesellschaft!

 

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Abschlussabend im Projekt „Men Standing Up for Gender Equality“

Ein Gruppenfoto aller Anwesenden nach der Verleihung der Zertifikate ©TERRE DES FEMMES

Am Mittwoch, den 28. Juli 2021, kamen die CHANGE Mediatoren, die Projektkoordinatorin Sonja Störmer sowie TDF-Vorständin Prof. Dr. Godula Kosack und Abteilungsleiterin Gesa Birkmann vorerst ein letztes Mal im Rahmen des Projekts „Men Standing Up for Gender Equality“ zusammen. Anlässlich des erfolgreichen Projektabschlusses nach zwei gemeinsamen Jahren und der offiziellen Übergabe der Zertifikate für die CHANGE Mediatoren wurde in kleiner Runde auf der Dachterrasse des Refugios in Berlin gefeiert.

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Mit viel Engagement zum Ziel: Erfolgreiche Durchführung aller Aufklärungsaktivitäten in den Communitys

Ob bei einem gemütlichen Restaurantbesuch, einem gemeinsamen Kochabend oder durch einen Beitrag im Community Radio- die CHANGE Mediatoren im Projekt „Men Standing Up for Gender Equality“ führen seit Oktober 2020 Sensibilisierungsaktivitäten (behavioural change activities- BCAs) in ihren Communitys in Berlin durch und konnten diese nun erfolgreich Mitte Juli 2021 abschließen.

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Abschlusskonferenz im Projekt- Wie können sich Männer noch mehr für Gleichberechtigung engagieren?

Bild 1 International ConferenceGruppenbild einiger KonferenzteilnehmerInnen: CHANGE Mediatoren, ProjektkoordinatorInnen und -mitarbeiterInnen sowie ExpertInnen gemeinsam im Gespräch. ©TERRE DES FEMMES

Am 30. Juni 2021 konnte das erfolgreich durchgeführte EU-Projekt „Men Standing Up for Gender Equality“ im Rahmen einer zweistündigen internationalen Konferenz im Online-Format gebührend abgeschlossen werden.

Die Konferenz fand unter dem Titel „Sustainable GBV prevention and capacity building for migrant and refugee men as well as professionals with the aim to end CEFM and FGM/C” (Nachhaltige Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt und Weiterbildung von Männern mit Migrationshintergrund und Geflüchteten sowie von Fachkräften mit dem Ziel, CEFM und FGM/C zu beenden) statt und wurde simultan in Englisch, Französisch und Deutsch übersetzt.

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