Aktuelles

Nachrichten und Berichte zu TERRE DES FEMMES-Themen.

 

TERRE DES FEMMES Handytütenaktion 2010

Wir gratulieren dem glücklichen Gewinner Herrn Dieter Wienemann zu seinem Gewinn bei der diesjährigen Verlosung der TERRE DES FEMMES-Handytütenaktion.

Herr Wienemann hat ein Wochenende für zwei Personen zum 10. Filmfest FrauenWelten vom 18. bis 24. November 2010 in Tübingen gewonnen.

Die Jahresverlosung 2010 hat am 16. September 2010 stattgefunden.

Wegen des großen Interesses an unserer Handytütenaktion wird diese noch ein Mal um ein Jahr verlängert.
Die nächste GewinnerIn verlosen wir Mitte September 2011.

 

Glücksfee Sarah Erley, Praktikantin in der Verwaltung, Monika Michell, Referentin zum Thema „Gewalt im Namen der Ehre“, Helmut Wagenhaus, EDV - Administrator als unabhängiger Zeuge. © Foto: Bahar Buyrukcu
Glücksfee Sarah Erley, Praktikantin in der Verwaltung, Monika Michell, Referentin zum Thema „Gewalt im Namen der Ehre“, Helmut Wagenhaus, EDV - Administrator als unabhängiger Zeuge.
© Foto: Bahar Buyrukcu

 

Äthiopien: Birtukan Mideksa ist frei!


Birtukan Mideksa. Foto: © Amnesty International
Birtukan Mideksa.
Foto: © Amnesty International
Die äthiopische Oppositionsführerin Birtukan Mideksa wurde am 06.10.2010 um fünf Uhr morgens nach knapp zwei Jahren aus der Haft entlassen. Sie wurde inhaftiert, weil sie angeblich die Proteste der Opposition gegen den umstrittenen Wahlsieg der amtierenden Regierung 2005 angeführt hat.

TERRE DES FEMMES e.V. hat sich für ihre Freilassung stark gemacht.

Wir haben einen Protestbrief vorbereitet, der sich an die äthiopische Botschaft richtete und diesen zum Mitmachen auf unserer Homepage veröffentlicht. TERRE DES FEMMES hat außerdem Briefe mit der Forderung der Freilassung von Birtukan Mideksa an die äthiopische Regierung, das Auswärtige Amt, die Europäische Kommission sowie den Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe geschrieben und von einigen Stellen Antwort und das Versprechen erhalten, den Fall weiterzuverfolgen.

Daher freuen wir uns umso mehr über die positive Nachricht der Freilassung von Birtukan Mideksa. Diese zeigt einmal mehr, dass es nicht umsonst ist, wenn sich Organisationen und Einzelpersonen an die Politik wenden, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Denn der gestiegene Druck auf die äthiopische Regierung kann wohl als Hauptgrund für die überraschende Freilassung von Birtukan Mideksa betrachtet werden.

Birtukan Mideksa ist nun für den Sacharow-Preis 2010 nominiert, den das Europäische Parlament jährlich an Menschen vergibt, die sich für die Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetzen. Wir werden sie auch hier nach Möglichkeit unterstützen und wünschen ihr für ihre Zukunft alles Gute.

Vielen Dank an alle, die sich an den Protesten beteiligt haben!

TERRE DES FEMMES schult die MitarbeiterInnen von Behörden in zehn spezifischen Workshops zum Thema Zwangsverheiratung

Jedes Jahr nach den Sommerferien bleiben in einigen Klassenzimmern Stühle leer, weil eine nicht unerhebliche Zahl von Mädchen während des Urlaubs im Heimatland ihrer Eltern zwangsverheiratet werden.

Viele dieser so genannten "Ferienverheiratungen" hätten verhindert werden können: Häufig ahnen die Mädchen, dass sie zwangsverheiratet werden sollen und wenden sich vorher zum Beispiel an das Jugendamt. Die MitarbeiterInnen von Behörden wissen allerdings oft nicht, wie sie schnell und effizient helfen können, da solch ein Fall nicht dem alltäglichen Erfahrungsschatz entspricht. Manchmal wird die Gefahr auch nicht ernst genug genommen - mit fatalen Folgen für die jungen Frauen.

Daher organisiert TERRE DES FEMMES im Rahmen eines einjährigen Pilotprojekts zehn Workshops, um MitarbeiterInnen von Behörden zu schulen. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Integrationsfonds gefördert und vom Sozial- und Justizministerium Baden-Württemberg unterstützt.

Weiterlesen ...

UN stellt neuen Bericht zu Menschenhandel in Europa vor

Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung hat im Sommer einen Bericht über das Ausmaß von Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung in Europa vorgestellt.
Die vorliegenden Ergebnisse des Berichts sind erschreckend: Menschenhandel ist eines der gewinnreichsten illegalen Gewerbe in Europa, durch das momentan schätzungsweise 140.000 Menschen unterdrückt, misshandelt und ausgebeutet werden.

 

07.09.2010: TERRE DES FEMMES fordert Stärkung der Rechte von Betroffenen von Zwangsverheiratung

Betroffene von Zwangsheirat benötigen mehr Rechte, Foto:© mast3r - fotolia.com
Betroffene von Zwangsheirat benötigen mehr Rechte

Im Herbst 2010 wird voraussichtlich ein Gesetzespaket gegen Zwangsverheiratung verabschiedet. TERRE DES FEMMES begrüßt die von der Bundesregierung geplanten Änderungen zur Zwangsverheiratung, befürchtet allerdings, dass es im Gegenzug zu einer gravierenden Verschlechterung beim eigenständigen Aufenthaltsrecht für nachgezogene Ehegatten kommen wird.

Lückenhaftes Vorhaben der Bundesregierung

Der Koalitionsvertrag enthält beide Ankündigungen: Eine Strafrechtsnorm gegen Zwangsverheiratung und die Prüfung der Verlängerung der Ehebestandszeit von zwei Jahren auf drei Jahre bis zur Erreichung eines eigenständigen Aufenthaltstitels.

Aus einer Stellungnahme der Bundesregierung vom März geht hervor, dass Verbesserungen im Aufenthaltsrecht bei der Rückkehr in Fällen von Heiratsverschleppung und zivilrechtliche Besserstellung von Betroffenen geplant sind. Laut Bundesregierung sollen so Zwangsheiraten bekämpft und gleichzeitig Scheinehen verhindert werden.

Lesen Sie die Stellungnahme von TERRE DES FEMMES zur geplanten Gesetzesänderung.

 

Sakineh Ashtiani soll demnächst hingerichtet werden!

Im Herbst 2006 wurde die Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani wegen zwei unehelicher Beziehungen nach dem Tod ihres Ehemannes zu 99 Peitschenhieben und zehn Jahren Haft verurteilt. Im Herbst desselben Jahres wurde sie erneut wegen zuvor begangenen Ehebruchs angeklagt. Auch soll sie am Mord an ihrem Ehemann beteiligt gewesen sein. Sakineh weist die Anschuldigungen zurück. Zwei der fünf Richter sprechen sich wegen Mangel an Beweisen gegen eine Verurteilung aus. Dennoch wird sie verurteilt zum Tod durch Steinigung – nicht aber wegen Mordes, sondern wegen Ehebruchs.

Helfen Sie jetzt mit Ihrer Unterschrift, die Steinigung zu verhindern!

Weiterlesen ...

30.04.2010: TERRE DES FEMMES protestiert gegen Heirat mit 13-jährigem Mädchen aus Ägypten

Vor kurzem hat uns aus Nigeria die Nachricht erreicht, dass ein 13-jähriges Mädchen aus Ägypten mit dem Senator und früheren Gouverneur der Provinz Zamfara, Ahmad Sani Yerima verheiratet wurde. Nach den uns vorliegenden Berichten von der BBC und dem SPIEGEL ist diese Ehe nicht in beiderseitigem Einvernehmen geschlossen worden, sondern die 13-Jährige wurde höchstwahrscheinlich dazu gezwungen.

TERRE DES FEMMES vertritt in dieser Hinsicht die Position, dass Ehen mit Minderjährigen nicht nur gegen geltende Menschrechte verstoßen, sondern auch die betroffenen Kinder in ihrer persönlichen Entwicklung gefährden und einschränken. 

Zudem verstößt diese Heirat gegen die Konventionen der UN-Charta für Kinderrechte (CRC), die bereits 1989 von Nigeria unterzeichnet wurde.
Der 49-jährige Ahmad Sani Yerima hat während seiner Amtszeit als Gouverneur in der Provinz Zamfara die Scharia wiedereingeführt. In einem Interview mit der BBC vom 30. April diesen Jahres beruft er sich auf die Tatsache, dass auch der Prophet Mohammed ein minderjähriges Mädchen heiratete, um so die Rechtmäßigkeit seiner Ehe zu belegen.

Über den derzeitigen Aufenthaltsort der 13-jährigen „Kindsbraut“ ist nichts weiter bekannt. TERRE DES FEMMES ist deshalb in großer Sorge um die Sicherheit und Gesundheit des Mädchens, das vermutlich zwangsverheiratet wurde. Wir fordern den nigerianischen Staat auf, das 13-jährige Mädchen in jeglicher Form zu unterstützen und so zu schützen, dass ihre emotionale und finanzielle Sicherheit gewährleistet ist!

01.04.2010: MultiplikatorInnen- Workshops zu Gewalt im Namen der Ehre: Pilotprojekt in BW

Am 1. April 2010 startete TERRE DES FEMMES das einjährige Projekt „Verbesserte Integration durch Sensibilisierung und Kooperation zur Bekämpfung von Gewalt im Namen der Ehre”.

Migrantinnen können nur dann erfolgreich an der Gesellschaft teilhaben, wenn sie ihr Selbstbestimmungsrecht im Alltag auch wahrnehmen können. Studien weisen darauf hin, dass Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund vermehrt von Gewalt betroffen sind. Dies kann nicht nur für die Betroffenen zur Integrationshürde werden, sondern auch für die gesamte Familie und die nachfolgenden Generationen.

Häufig sind MitarbeiterInnen von Behörden (z.B. Ausländeramt, Schule, Arbeitsagentur u.a.) erste Kontaktperson für Betroffene. Deshalb ist gerade das Einfühlungsvermögen und die interkulturelle Kompetenz dieser MitarbeiterInnen zentral für das richtige Erkennen der Situation und die darauf basierenden Hilfestellungen.Oft erleben wir allerdings in unserer Beratungstätigkeit die Überforderung in Behörden aufgrund von mangelndem Fachwissen über die Lebenshintergründe der jungen Frauen, aber auch aufgrund von Unklarheiten über die jeweilige Zuständigkeit.

In zehn Workshops sollen daher MitarbeiterInnen verschiedener Behörden, die innerhalb ihrer Institution eine Schlüsselfunktion haben (z.B. Opferschutzbeauftragte der Polizei), zum Thema Gewalt im Namen der Ehre unterwiesen werden. Die Schulungen werden in Freiburg, Heilbronn, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Sigmaringen, Stuttgart, Tübingen, Ulm und Villingen-Schwenningen stattfinden.
Die Workshops sollen zudem die Vernetzung vor Ort fördern und den Informationsaustausch ankurbeln. Die Ergebnisse dieses Pilotprojekts sollen anderen Bundesländern oder auch europäischen Ländern zugute kommen.

Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Integrationsfonds kofinanziert.
Die Workshops beginnen voraussichtlich im Herbst 2010.
Kontakt: ehrverbrechen-bw@frauenrechte.de