Zurückgeblättert …

…in den Vereinskalender

TERRE DES FEMMES wird bald auf 40 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken können. Was waren die Höhepunkte unserer langjährigen Frauenrechtsarbeit? Welche Themen haben uns beschäftigt? Was haben wir erreicht?

In regelmäßigen Abständen blättern wir zurück, halten inne und betrachten einzelne Blätter aus der TDF-Chronik.

 

25 Jahre vor #MeToo steht TERRE DES FEMMES belästigten Studentinnen bei

Skizze von Monika Gerstendörfer zum
© TDF-Dokumentationsstelle

“Die „Bettscheinaffäre“ wurde mangels hinreichenden Tatverdachts von der Fuldaer Staatsanwaltschaft juristisch zu den Akten gelegt“, heißt es im Artikel der Fuldaer Zeitung vom 18. März 1993.

Die Darstellungen der einzigen Belastungszeugin und des beschuldigten Dozenten gingen auseinander. Die Zeugin, eine Studentin, hatte diesem vorgeworfen, während eines studienbedingten Treffens zudringlich geworden zu sein, „sexuelles Entgegenkommen“ erwartet zu haben. Dieses werde sich positiv für die weitere Zusammenarbeit auswirken. Vertraulich hatten auch andere Frauen von solchen Erfahrungen mit Lehrenden an der FH Fulda berichtet, aber die Aussage vor der Staatsanwaltschaft gescheut.

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Vor 25 Jahren (1995) fand das erste TDF-Seminar zum Thema „Weibliche Genitalverstümmelung“ statt.

Teilnehmerinnen des TDF-Seminars Genitalverstümmelung von 1995. Comfort I. Ottah (3. von rechts) und TDF-Mtbegründerin Herta Haas (2. von rechts). Foto: © TDF-DokumentationsstelleTeilnehmerinnen des TDF-Seminars Genitalverstümmelung von 1995. Comfort I. Ottah (3. von rechts) und TDF-Mtbegründerin Herta Haas (2. von rechts). Foto: © TDF-DokumentationsstelleDas Seminar brachte die gleichnamige TDF-Arbeitsgruppe hervor und trug dazu bei, das Netz internationaler Kooperationen weiter zu knüpfen.

Die Arbeit zum Thema Weibliche Genitalverstümmelung (engl. Female Genital Mutilation - FGM) begleitet TDF seit der Gründung des Vereins. Bereits 1983 wurde Awa Thiam, die senegalesische Frauenrechtlerin und Autorin des Buches „Die Stimme der schwarzen Frau“ zu der TDF-Mitfrauenversammlung nach Frankfurt eingeladen.

Im Februar 1995 fand ein zweitägiges Seminar in Kronberg im Taunus statt, das für die Arbeit von TDF weitreichende Folgen haben sollte. Als besonderer Podiumsgast konnte die aus Nigeria stammende Hebamme Comfort I. Ottah gewonnen werden, die sich für die in London ansässige Organisation FORWARD engagierte.

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Vor 25 Jahren (1994) forderte TERRE DES FEMMES mit einer Postkartenaktion den Straftatbestand „Vergewaltigung in der Ehe“

Frauendemo am 25. November 1994 in Tübingen. Foto: © TDF-DokumentationsstelleFrauendemo am 25. November 1994 in Tübingen.
Foto: © TDF-Dokumentationsstelle
„Sexualstrafdelikte werden immer noch geringer bestraft als Eigentumsdelikte. Manche Formen von sexueller Gewalt sind noch nicht einmal strafbar.“ Die Rede ist vom 1994 geltenden Sexualstrafrecht in der Bundesrepublik Deutschland. Nachzulesen in einem Brief, den TDF-Expertinnen vor 25 Jahren an die damalige Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger geschickt hatten. Denn die Bundesrepublik gehörte „zu den ganz wenigen europäischen Ländern, in denen Vergewaltigung und sexuelle Nötigung in der Ehe (§ 177, § 178) ausdrücklich von Strafe ausgenommen“ waren.

Der Justizministerin flatterten neben diesem Schreiben noch tausende Postkarten in den Briefkasten. TERRE DES FEMEMS hatte den 25. November, den Tag "Nein zu Gewalt an Frauen" zum Anlass genommen, eine bundesweite Postkartenkampagne zu initiieren, mit der das frauenfeindliche Sexualstrafrecht angeprangert wurde. Vergewaltigung ist ein Schwerverbrechen heißt es unumwunden auf den Postkarten, die auch an das Justizministerium und die GesetzgeberInnen der BRD adressiert waren und entscheidende Änderungen des Rechtes forderten.

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