Güner Yasemin Balci: Aliyahs Flucht

Oder die gefährliche Reise in ein neues Leben balci

S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2014, 253 Seiten.

Aliyah ist Kurdin, ihr Freund Dimi Grieche. Treffen können sie sich nur heimlich. Nachdem ihre Mutter von der Beziehung erfährt, soll Aliyah die Beziehung zu Dimi beenden und ihre Jungfräulichkeit überprüft werden, denn eine ‚benutzte’ Frau gilt in ihrem Umkreis seit Generationen als ehrlos. Doch Aliyah wehrt sich. Sowohl gegen den Besuch beim Frauenarzt als auch gegen eine aufgezwungene Ehe.

Sie trifft eine gleichermaßen mutige wie auch unendlich schwere Entscheidung: Sie verlässt ihre Familie, flieht und kommt in einem Frauenhaus viele Kilometer von ihrer Heimatstadt entfernt unter, immer in der Angst, ihre Familie könnte sie aufspüren. Aus Sicherheitsgründen darf sie mit fast niemandem Kontakt haben, monatelang auch mit Dimi nicht. Sie werden auf der Flucht bleiben müssen, immer wieder Orte verlassen, die ihnen für eine Zeit lang Schutz gegeben haben, um an einem neuen Ort wieder von vorne zu beginnen. Aliyah und Dimi erhalten in dieser Zeit unschätzbare Unterstützung von Frauen wie Balci, unterschiedlichen Organisationen, aber auch von Menschen, die einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und erstaunliche Verantwortung für eine ihnen unbekannte Frau übernommen haben.
Balci beschreibt Aliyahs Ängste genauso eindrücklich wie ihre Entschlossenheit und den Willen, eine freie Frau zu werden, gemeinsam mit dem Menschen, den sie liebt. Sie greift Geschichten aus Aliyahs Umkreis auf, die die unterschiedlichsten Konflikte zwischen Traditionen und westlicher Kultur thematisieren.

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