Kajsa Ekis Ekman: Ware Frau

Prostitution, Leihmutterschaft, Menschenhandel  

Orlanda Frauenverlag, Berlin. 2016. 241 Seiten. 17,90 €.2016 Ekis Ware Frau

„Prostitution bedeutet, dass zwei Personen Sex haben, von denen die eine das will und die andere nicht.“ Davon ist die Journalistin Kajsa Ekis Ekman fest überzeugt.
In ihrem Buch „Ware Frau“ macht sie sich daher gegen die Legalisierung der Prostitution stark.

Anders als versprochen habe diese die tägliche Arbeit der Frauen und Mädchen weder sicherer noch gerechter gemacht. Noch immer sei die Gefahr für sie enorm groß, Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden; noch immer werde mit Menschenhandel viel Geld verdient; und nach wie vor wünsche sich ein Großteil der Prostituierten nicht die Organisation in einer Gewerkschaft, sondern den Ausstieg aus dem Geschäft.

Doch über diese Dinge werde öffentlich nicht mehr gesprochen, prangert die Autorin an. Ausführlich legt sie dar, wie fehlgeleitet die wissenschaftliche und öffentliche Diskussion um Prostitution heute aus ihrer Sicht ist. Mit gravierenden Folgen für die Betroffenen: Wenn Prostitution als Arbeit wie jede andere dargestellt und wertfrei von Sexarbeiterinnen und Sexkäufern gesprochen wird, verschwinden die Frauen selbst mit ihren Ängsten, Nöten und Hoffnungen aus der öffentlichen Diskussion.
Gleiches beobachtet sie für die Debatte um Leihmutterschaft, die sie als „erweitere Form der Prostitution“ versteht.

Ekmans Kritik an dieser moralischen Reinwaschung von Prostitution und Leihmutterschaft verbunden mit ihrer Aufforderung, mit den betroffenen Frauen in Dialog zu treten und ihre Lebensrealitäten ernst zu nehmen, setzt daher erhellende Schlaglichter innerhalb dieser Kontroverse.