„Ehren“-Mord an Arzu Özmen: Mahnwache zum Prozessende am 16. Mai 2012 (15.05.2012)

TERRE DES FEMMES und Peri e.V. fordern:
Keine kulturelle Toleranz bei Gewalt und Willkür! Bundesweite Aufklärungskampagne zu frauenfeindlichen Ehrvorstellungen!

Detmold, 15. Mai 2012. Am Mittwoch, den 16. Mai 2012, wird die Urteilsverkündung im „Ehren“-Mord-Prozess gegen vier Brüder und eine Schwester der getöteten 18-jährigen Arzu Özmen erwartet. Über den Ausgang des Prozesses wird TERRE DES FEMMES zeitnah via Twitter berichten (@TDFeV). Die junge jesidische Kurdin war im November 2011 verschleppt und anschließend ermordet worden. Den Geschwistern wird vorgeworfen, aus verletzter Familienehre gehandelt zu haben.

Anlässlich der Urteilsverkündung setzen TERRE DES FEMMES, Peri e.V. sowie die Bundestagsabgeordnete Ute Koczy (Bündnis 90/Die Grünen) mit einer Mahnwache ein Zeichen gegen überkommene Ehrvorstellungen und für eine gerechte Bestrafung der TäterInnen!

WANN? Mittwoch, 16. Mai 2012, um 8.00 Uhr
WO? vor dem Landgericht Detmold

Serap Cileli, Vorsitzende von Peri e. V., fordert anlässlich der bevorstehenden Urteilsverkündung zu einem grundlegenden Umdenken auf: „Die Familien, die sogenannte Ehrenmorde begehen, vertreten eine althergebrachte Patriarchen-Mentalität, deren Leitgedanke ist: ‚Töte eine ehrlose und unsittliche Tochter - erziehe damit Tausende!’ Arzu Özmen, die in einer ähnlichen Familie aufwuchs, steht für unzählige ‚Ehren’-Mord-Opfer, deren langjähriges Martyrium ein tödliches Ende fand.“

Die Vorsitzende von TERRE DES FEMMES, Irmingard Schewe-Gerigk, appelliert an die politisch Verantwortlichen: „Sorgen Sie für ein Ende kultureller Toleranz bei Gewalt und Willkür. Eine bundesweite Aufklärungskampagne zum Thema frauenfeindliche Ehrvorstellungen wäre ein erster Schritt!“ Eine Studie des Bundeskriminalamtes belegt, dass "Ehren"-Morde in aller Regel nicht im Affekt stattfinden, sondern von langer Hand geplant sind. „Auch muss der Opferschutzes verbessert und die Präventionsarbeit verstärkt werden! Zudem müssen spezialisierten Beratungs- und Schutzeinrichtungen erhalten oder neu geschaffen werden!“ fordert Schewe-Gerigk.

Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Monika Michell, Referentin für Gewalt im Namen der Ehre, Tel. 030/40504699-0 oder per E-Mail an presse@frauenrechte.de.

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