18.12.2006: Hunderte Fälle von Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre

Die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES hat seit Beginn ihrer Kampagne “NEIN zu Verbrechen im Namen der Ehre" eine drastische Zunahme von Hilferufen betroffener Mädchen und Frauen zu verzeichnen.

In den letzten zwei Jahren haben sich bei TERRE DES FEMMES 364 Mädchen und Frauen gemeldet, die kurz vor einer Zwangsheirat standen, sich aus einer Zwangsehe lösen wollten oder massiv von Gewalt im Namen der “Ehre" bedroht waren. In 169 Fällen waren bereits Morddrohungen von männlichen Verwandten ausgesprochen worden.

“Die steigende Zahl der Anrufe hängt mit einem wachsenden Unrechtsbewusstsein zusammen", so Christa Stolle, Geschäftsführerin von TERRE DES FEMMES. “ Zu lange wurde unter dem Deckmantel von “Multikulti" verharmlost oder weggeschaut, dass mitten unter uns Frauenrechte mit Füßen getreten wurden. Wir haben erreicht, dass Themen wie Zwangsheirat und “Ehrenmord" nun öffentlich diskutiert werden und auch die Betroffenen Mut fassen, sich Hilfe zu suchen. Um allerdings die zunehmenden Hilfsrufe sofort bearbeiten zu können, brauchen wir dringend finanzielle Unterstützung, da wir auf Spenden angewiesen sind."

Im Rahmen einer zweijährigen bundesweiten Kampagne hat TERRE DES FEMMES von 2004-2006 durch breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit die Bevölkerung aufgeklärt und sensibilisiert. Es fanden bundesweit Protestaktionen, Fortbildungen, internationale Kongresse und Theateraufführungen statt. Gemeinsam mit ehemals Betroffenen ist TERRE DES FEMMES an die Öffentlichkeit gegangen und hat somit andere Betroffene erreichen können.

Bei Nachfragen und Interviewwünsche wenden Sie sich bitte an TERRE DES FEMMES, Myria Böhmecke oder Sibylle Schreiber, E-Mail: info@frauenrechte.de , Tel. 07071/79 73-0