Europäischer Tag gegen Menschenhandel (18.10.): TERRE DES FEMMES erinnert die Bundesregierung an ihre Schutzpflicht gegenüber den Opfern von Menschenhandel und an ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag

TERRE DES FEMMES-Aktive bei der Postkartenverteilaktion am Brandenburger Tor, Berlin. Foto © TERRE DES FEMMESTERRE DES FEMMES-Aktive bei der Postkartenverteilaktion am Brandenburger Tor, Berlin. Foto © TERRE DES FEMMESAnlässlich des Europäischen Tags gegen Menschenhandel macht TERRE DES FEMMES auf die katastrophale Rechtssituation für Betroffene von Frauenhandel in Deutschland aufmerksam - besonders prekär sind die aufenthaltsrechtlichen Bedingungen der Opfer. Dank der SPD wurde im Koalitionsvertrag eine Verbesserung des Aufenthaltsrechts für Betroffene von Menschenhandel vereinbart. Mit einer Postkartenaktion forderten wir Sigmar Gabriel als SPD-Parteivorsitzenden auf, diese Versprechen auch tatsächlich einzulösen.

Deutschland muss endlich seiner Schutzpflicht gegenüber den betroffenen Frauen und Mädchen nachkommen und diesen ein von ihrer Zeuginnenrolle im Strafverfahren unabhängiges und langfristiges Bleiberecht garantieren.

Derzeit erhalten Betroffene aus Drittstaaten nur dann eine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis, wenn sie sich dazu bereit erklären, im Strafverfahren gegen die TäterInnen auszusagen. Bei Einstellung oder Schließung des Verfahrens werden die oftmals stark traumatisierten Opfer in ihrer Herkunftsländer abgeschoben. Diese Regelung trifft auch auf betroffene Kinder zu. Nach Angaben des Bundeskriminalamts war im Jahr 2013 jedes zehnte identifizierte Opfer 17 Jahre alt oder jünger.

Die letzten der insgesamt 36.000 Postkarten wurden von uns am 18. Oktober vor dem Brandenburger verteilt. Die Postkartenaktion ist Teil der aktuellen Kampagne „Keine Abschiebung der Opfer von Frauenhandel“, die auf der bereits abgeschlossenen Kampagne „Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution: jetzt!“ (2012-2013) aufbaut. Bereits 2013 hat TERRE DES FEMMES knapp 46.000 Unterschriften dem Bundesinnenministerium überreicht und den damaligen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich aufgefordert, eine Verbesserung des Aufenthaltsrechts zur erwirken.