Von "Ehrenmord" bedrohte Frauen besser schützen (20.01.2012)

Briefkopf der PM

Innerhalb weniger Wochen wurden Arzu Özmen und Souzan Barakat, beide kurdischer Abstammung, von ihren Familien im Namen der „Ehre“ brutal ermordet. Beide hatten sich vorher an Schutzeinrichtungen gewandt. TERRE DES FEMMES und die Bundestagsabgeordnete Ute Koczy (Bündnis 90/Die Grünen) fordern die Bundesregierung auf, mehr für den Schutz von bedrohten Mädchen und Frauen zu tun.

Berlin, 20. Januar 2012. "Arzu Özmen wollte ihr Leben nach ihren Vorstellungen leben - selbstbestimmt und frei. Dafür musste sie sterben, genau wie schon viele Mädchen und Frauen vor ihr", erklärt Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES. Laut einer BKA-Studie, die im Sommer 2011 veröffentlicht wurde, werden jährlich 12 "Ehrenmorde" gerichtlich erfasst. Allerdings dürfte die Dunkelziffer erheblich höher sein. "Die Mädchen, die schon jahrelang körperlicher und seelischer Gewalt ausgesetzt sind und sich deshalb aus der engen Familienbindung befreien, müssen kompetent betreut werden. Deshalb sind spezialisierte Schutzeinrichtungen notwendig, die immer noch nicht über ausreichende Kapazitäten verfügen. Wir als Frauenrechtsorganisation sehen den Staat in der Pflicht, hier seinen Schutzauftrag zu erfüllen.“

Ute Koczy, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen aus Lippe, sieht Handlungsbedarf:
„Dass der Wunsch nach Selbstbestimmung das Todesurteil für Frau Özmen bedeutete, ist ein Skandal. Die Entführung und anschließende Ermordung zeigen, wie schwierig es ist, derartige Verbrechen im Namen einer falsch verstandenen Ehre zu verhindern. Es besteht Aufklärungs- und Diskussionsbedarf, denn ein solches Ehrverständnis, das Frauen lieber tot sieht, als unabhängig, ist menschenverachtend.“

Das Internetportal www.zwangsheirat.de von TERRE DES FEMMES bietet eine Übersicht über Beratungsstellen in Deutschland, um Betroffenen vor Ort größtmögliche Unterstützung und Schutz anzubieten.

Am kommenden Samstag findet ein Trauermarsch für Arzu Özmen in Detmold statt. Informationen dazu finden Sie hier: www.peri-ev.de 

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