Kein Bambi für Bushido - Bushido ist kein "hervorragendes Beispiel für Integration" (10.11.2011)

Gemeinsame Presseerklärung von TERRE DES FEMMES e.V. und dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg

Berlin, 10. November 2011. Zur heutigen Verleihung des Bambi-Awards kritisieren TERRE DES FEMMES - Menschenrechte für die Frau e.V. und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) aufs Schärfste die Verleihung des Bambis in der Kategorie Integration an den Musiker Bushido. Der Rapper äußert sich in seinen Liedtexten gewaltverherrlichend und menschenverachtend gegenüber Frauen und Schwulen und kann kein Vorbild für Jugendliche sein, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund.

In der Begründung der Jury heißt es absurderweise, dass sich Bushido gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander einsetze. Die Texte von Anis Mohamed Youssef Ferchichi alias Bushido belegen vielmehr das Gegenteil: "Berlin wird wieder hart, denn wir verkloppen jede Schwuchtel" heißt es in einem Song, "Ich entscheide, wann du Homo stirbst" in einem anderen. Zu Gewalt gegen Frauen ruft Bushido ebenfalls auf: Mit der Rechten werd ich wichsen, mit der Linken dich schlagen" und "Dein Silikon gehört mir und meiner Crew".

Hierzu erklärt Jörg Steinert, Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg: "Bushido ist kein hervorragendes Beispiel für gelungene Integration. Bushido ist ein geistiger Brandstifter mit einem archaischen Männlichkeitsbild. Seine Hasstiraden tragen dazu bei, dass sich homosexuellenfeindliche und frauenverachtende Einstellungen unter Jugendlichen verhärten. Die diesjährige Bambi-Preisverleihung ist an Ignoranz nicht zu überbieten."

TERRE DES FEMMES hat sich bereits zu Beginn der Woche mit einem offenen Brief an den Veranstalter der Bambi-Preisverleihung, dem Burda-Verlag gewendet. Christa Stolle, Geschäftsführerin von TERRE DES FEMMES, kritisiert: "Bushido als Vorbild auszuzeichnen ist ein Affront gegen alle Frauen, die Gewalt erlebt haben und konterkariert die jahrelangen Initiativen der Gesellschaft, Gewalt gegenüber Frauen und Minderheiten zu ächten."

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TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Mädchen und Frauen, die durch Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit, Einzelfallhilfe, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen unterstützt. TERRE DES FEMMES klärt auf, wo Mythen und Traditionen Frauen das Leben schwer machen, protestiert, wenn Rechte beschnitten werden und fordert eine lebenswerte Welt für alle Mädchen und Frauen - gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei! Unsere Schwerpunktthemen sind Häusliche Gewalt, Zwangsheirat und Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung, Frauenhandel, Zwangsprostitution und soziale Rechte für Arbeiterinnen. Der Verein wurde 1981 gegründet, die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Berlin.
Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenrechte.de.
Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Birte Rohles, Tel. 030/40504699-0 oder per E-Mail an presse@frauenrechte.de.

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg ist eine gemeinnützige und mildtätige Selbsthilfe- und Wohlfahrtsorganisation und für viele Menschen die erste Anlaufstelle bei Fragen im Zusammenhang mit dem Thema Homosexualität. Der LSVD will erreichen, dass Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender ihre persönlichen Lebensentwürfe selbstbestimmt entwickeln können, frei von rechtlichen und anderen Benachteiligungen, frei von Anfeindungen und Diskriminierungen. Weitere Informationen finden Sie unter www.berlin.lsvd.de.
Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an Jörg Steinert: Tel. 030/70 71 75 80.

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