Jedes Jahr Flagge zeigen - Die TERRE DES FEMMES Fahnenaktion „frei leben ohne Gewalt“

Rückschau: Fahnenaktion 2019 „frei leben ohne Gewalt“

Bundesweit würdigten Gleichstellungsbeauftragte, Frauenrechtsverbände, Beratungsstellen und TERRE DES FEMMES Ehren- und Hauptamtliche den internationalen Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ auch 2019 wieder mit vielfältigen Aktionen und Informationsveranstaltungen. Selbstverständlich wurde auch „Flagge gezeigt“ und an vielen Orten weltweit die traditionsreiche TERRE DES FEMMES-Fahne „frei leben ohne Gewalt“ gehisst!

TDF Vorstandsfrau Jessica Espinoza betont in ihrer Ansprache vor dem Brandenburger Tor die Notwendigkeit Frauen in der Prostitution zu schützen und das Nordische Modell auch in Deutschland zu realisieren, aufgenommen am 25.11.2019. Foto: © Martin FunkTDF Vorstandsfrau Jessica Espinoza betont in ihrer Ansprache vor dem Brandenburger Tor die Notwendigkeit Frauen in der Prostitution zu schützen und das Nordische Modell auch in Deutschland zu realisieren, aufgenommen am 25.11.2019. Foto: © Martin Funk

2019 stand die Fahnenaktion dabei ganz im Zeichen des Sexkaufverbotes. Unter der Losung #sexistunbezahlbar machte die TERRE DES FEMMES-Bundesgeschäftsstelle in einer medienwirksamen Aktion vor dem Brandenburger Tor auf Gewalt an Frauen in der Prostitution aufmerksam. Vorstandsfrau Jessica Espinoza und Fachreferentin für Frauenhandel und Prostitution Dr. Andrea Tivig überzeugten mit Redebeiträgen, in denen sie die Kriminalisierung von Sexkäufern bei gleichzeitiger Finanzierung von Schutz- und Ausstiegsprogrammen für Frauen in der Prostitution forderten. Unterstützt wurde die Aktion von Elisabeth Winkelmeier-Becker (MdB, CDU), Frank Heinrich (MdB, CDU) und dem MdB Büroteam Leni Breymaier (SPD). Erfahren Sie mehr zur Aktion vor dem Brandenburger Tor.

Auch in München benannte Bürgermeisterin Christine Strobl Prostitution als eine Form von massiver Gewalt und Erniedrigung. „Ich begrüße es, dass endlich in Deutschland Stimmen laut werden, die Prostitution generell ablehnen und sich dafür einsetzen, sie abzuschaffen. Frauen sind keine Ware und kein Gegenstand, den man sich kaufen kann. Prostitution verstößt gegen die Menschenwürde“, sagte die Bürgermeisterin.

Über Gewalt in der Prostitution aufzuklären, ist Anliegen und Motivation vieler ehrenamtlicher TERRE DES FEMMES-Mitfrauen. Deutschlandweit haben sich deshalb Städtegruppen unter dem Motto #sexistunbezahlbar organisiert und anlässlich des diesjährigen Tages „NEIN zu Gewalt an Frauen“ zahlreiche Podiumsgespräche, Filmvorführungen und ExpertInnen-Vorträge organisiert.

Die Frauen der ehrenamtlichen TERRE DES FEMMES-Städtegruppe Regensburg posieren am 18.11.2019 mit der Aktivistin Huschke Mau (links) und TDF-Vorstandsfrau Inge Bell (2.v.r.). Foto: © Patrizia Schmid-FellererDie Frauen der ehrenamtlichen TERRE DES FEMMES-Städtegruppe Regensburg posieren am 18.11.2019 mit der Aktivistin Huschke Mau (links) und TDF-Vorstandsfrau Inge Bell (2.v.r.). Foto: © Patrizia Schmid-FellererSo fanden sowohl in Bremen als auch in Regensburg Veranstaltungen zum Thema „Die Ware Frau – Das Milliardengeschäft mit der Prostitution“ statt. Prominente Keynote-SpeakerInnen wie Sandra Norak und Manfred Paulus, die aus ihren persönlichen Erfahrungen als ehemals Betroffene bzw. als Kriminalhauptkommissar berichteten, sorgten in Bremen für volle Stuhlreihen. In Regensburg  füllten TDF-Vorstandsfrau Inge Bell und Aktivistin Huschke Mau den Veranstaltungssaal. Aber auch in Städtegruppen in Herford, Hamburg und Dortmund stand das Thema „Sexkaufverbot“ im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltungen zur Fahnenaktion. Die Städtegruppen in Berlin, Marburg und Stade organisierten öffentliche Filmvorführungen der ZDF-Dokumentation „Bordell Deutschland“. In Leipzig wurde die berühmte Nikolaikirche zum Schauplatz  lautstarken Straßenprotests gegen Gewalt in der Prostitution.

Mädchen und Eltern über die Gefahren der sogenannten Loverboy-Methode zu informieren, nahmen sich andere ehrenamtliche TERRE DES FEMMES-Städtegruppe vor. In Rosenheim, Bielefeld, Herford, Nürnberg und Leipzig fanden und finden in den nächsten Tagen ebenfalls hochkarätig besetzte Veranstaltungen u. a. mit Sandra Norak, Maria Noichl, Karin Wagner, Christine Burmann und TDF-Vorstandsfrauen Jessica Espinoza und Inge Bell statt.

Die TERRE DES FEMMES Vorstandsfrauen Necla Kelek, Christa Stolle und Inge Bell (v.l.n.r.) hissten gemeinsam mit Boris Palmer, dem Tübinger Oberbürgermeister (B´90/Grüne) die „Frei leben ohne Gewalt“-Flagge.  Foto: © TERRE DES FEMMESDie TERRE DES FEMMES Vorstandsfrauen Necla Kelek, Christa Stolle und Inge Bell (v.l.n.r.) hissten gemeinsam mit Boris Palmer, dem Tübinger Oberbürgermeister (B´90/Grüne), die „Frei leben ohne Gewalt“-Flagge. Foto: © TERRE DES FEMMESUnd auch das Tübinger Filmfest Frauenwelten positionierte sich durch sein Rahmenprogramm in diesem Jahr zum Schwerpunkt #sexistunbezahlbar. An der hochkarätigen Gesprächsrunde unter dem Titel „Sexkauf stoppen – Jetzt!“, die sich mit den Themen Prostitutionsmarkt, Menschenhandel und dem Sexkaufverbot im Rahmen des „Nordischen Modells“ beschäftigte, nahmen Sandra Norak, Kommissar Simon Häggström, Kommissar Helmut Sporer und TDF-Vorstandsfrau Inge Bell teil.

Selbstredend hisste Filmfeststandort und TDF-Heimatstadt Tübingen auch in diesem Jahr wieder die „frei leben ohne Gewalt“-Flagge auf dem Marktplatz. TDF-Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle und Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (B´90/Grüne) hissten die Fahne gemeinsam mit weiteren UnterstützerInnen in bewährter Tradition.

 

Die TERRE DES FEMMES FLAGGE „frei leben ohne Gewalt“ wehte deutschlandweit

So wie in Tübingen wehte die Flagge bundesweit an zahlreichen Orten - von A wie Alzey-Worms über V wie Viernheim und Wermelskirchen nach Z wie Zeitz. Eine beträchtliche Anzahl an Gemeinden, Klein- und Großstädten ließ die Fahne wehen und problematisierte damit Gewalt an Frauen und Mädchen öffentlich und solidarisch. Allein durch Presseartikel konnte TERRE DES FEMMES die Beteiligung von über 180 AkteurInnen nachverfolgen, die sich hinter von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen stellten. [1]

Denn ganz egal ob das Schwerpunktthema Prostitution im Vordergrund stand oder andere Formen der geschlechtsspezifischen Gewalt thematisiert wurden, ohne die tatkräftige Unterstützung von Gleichstellungsbeauftragten, Fraueninitiativen, Verbänden und Rathäusern im ganzen Bundesgebiet wäre das große  „NEIN zu Gewalt“ auch in diesem Jahr nicht möglich gewesen.

Fahnenaktionen Bremen Infostand i. Zonta Zelt; Goetheplatz: Barbara Weller. Foto: © Marieluise Meier-Scholz.
Fahnenhissung in Viernheim am 25.11.2019. Foto: © Stadt Viernheim
Infostand und Vortrag am 23.11.19 Museum für Hamburgische Geschichte. Foto: © TERRE DES FEMMES Städtegruppe Hamburg
Fahnenhissung in Gelsenkirchen (Horster Mitte) vor dem Parteibüro der MLPD am 25.11.2019. Foto: © Helga Böttigheimer
'Fahnenhissung' und Aushang von Information vor Praxis Dr. Richard Heil, Infostand, Kranzniederlegung v. Stolpersteinen ermordeter Prostituierter
Veilchen sind nur als Blumen schön? Fahnenaktion Frechen am 22.11.19. Foto: © Stadt Frechen
Fahnenaktion an der Alten Uni Marburg am 25.11.2019. Foto: ©TERRE DES FEMMES Städtegruppe Marburg
Fahnenhissung Schnaittach am 25.11.2019. Foto: © Hedwig Hacker
Fahnenaktion des Mädchen- und Frauennetzwerks Unna am 22.11.2019. Foto: © Netzwerk Unna
Fahnenhissung in Regensburg mit Bürgermeisterin. Foto: © P. Schmid-Fellerer
Protestaktion Potsdamer Platz in Berlin. Foto: © Stefan Scheufelen
Fahnenaktion Fürth i. Odenwald: vor dem Rathaus, Katholischer Deutscher Frauenbund
Infostand und Vortrag am 23.11.19 Museum für Hamburgische Geschichte. Foto: © TERRE DES FEMMES Städtegruppe Hamburg
Fahnenhissung am Weser-Stadion von Werder Bremen v.l.n.r. Angelika Brückner, Anne-Kathrin Laufmann. Foto: © WERDER.DE
Veranstaltung am 26.11.2019 'Ware Frau - Milliardengeschäft Prostitution' der TDF-Städtegruppe Bremen mit Sandra Norak u. Manfred Paulus. Foto: © Britta Blubbe.
Fahnenaktion Weil am Rhein am 21.11.2019 vor Evangelischem Stadtteilzentrum: vl.n.r.: Nida Oraha, Sonia Manssouri, Mexhide Avdiu, Silvia Frank (TDF-Mitfrau) und Emine Akkaya. Foto: © Herber Frey
Fahnenaktion vor dem Brandenburger Tor am 25.11.2019. Foto: © TERRE DES FEMMES
Fahnenaktion Frauenhaus Kempten. Foto: © Amelia Ulbrich
Infostand und Vortrag am 23.11.19 Museum für Hamburgische Geschichte. Foto: © TERRE DES FEMMES Städtegruppe Hamburg
Fahnenaktion in Freiburg - Infostand in der Innenstadt. Foto: © TERRE DES FEMMES-Städtegruppe Freiburg
Fahnenaktion vor dem Brandenburger Tor am 25.11.2019. Foto: © TERRE DES FEMMES
Fahnenhissung am Weser-Stadion von Werder Bremen v.l.n.r. Angelika Brückner, Anne-Kathrin Laufmann. Foto: © WERDER.DE
Fahnenhissung und Aktion der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Würzburg zusammen mit TERRE DES FEMMES Geschäftsführerin Christa Stolle und Landrat Eberhardt Nuß (CSU). Foto: © Eva Schorno
Fahnenhissung vor dem Rathaus in Kropp: Gleichstellungsbeauftragte Andrea Heinrich, Amtsvorsteher Ralf Lange, die Mitarbeiter Jürgen Thomsen und Christian Vorbau, Bürgermeister Stefan Ploog. Foto: © Stadt Kropp
Sattelaktion Steinfeld (LK Vechta). Foto: © Marion Varwig
Infostand in Weißenburg/Bayern am 25.11.2019. Foto: © Lydia Pöverlein
Oberbürgermeister Christian Schuchardt in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Würzburger Frauen und Frauenorganisationen/ AWF und als Gast Christa Stolle. Foto: © Eva Schorno
Fahnenhissung am Hamburger Rathaus am 25.11.1 Foto: © TDF Hamburg
Fahnenaktion in Wien am 25.11.2019 mit Vortrag/Diskussion Alice Schwarzer in der Universität für angewandte Kunst. V.l.n.r. Mitfrauen der SG Wien, Alice Schwarzer. Foto: © TERRE DES FEMMES-Städtegruppe Wien
Fahne auf Bus und Bahn in Dortmund. Simone Kleinert (DSW21-Mitarbeiterin und Gründerin und Koordinatorin der TDF-Städtegruppe Dortmund), Harald Kraus (DSW21-Vorstandsmitglied und künftiger Arbeitsdirektor) und Kirsten Fronz (DSW21-Diversity-Beauftrag...
Pflanzung eines Menschenrechtsbaumes in Antalya, Türkei am 12.11.2019. Foto: ©Gülseren Suzan-Menzel
Fahnenaktion vor Nikolaikirche Leipzig (25.11.) v.l.n.r.: Susanne Tietze, Marie Hammerschmidt, Marion Tschipke, Dr. Heide Steer, Claudia Peißig, Janina Marte, Johanna Martinsohn. Foto: © TERRE DES FEMMES Städtegruppe Leipzig
Fahnenhissung in Tübingen mit den TERRE DES FEMMES Vorstandsfrauen Necla Kelek, Christa Stolle und Inge Bell (v.l.n.r.) und Boris Palmer, dem Tübinger Oberbürgermeister (B´90/Grüne). Foto: © TERRE DES FEMMES Foto:
Fahnenaktion an der Alten Uni Marburg am 25.11.2019. Foto: ©TERRE DES FEMMES Städtegruppe Marburg
Kirche der Martin Luther-Gemeinde in Findorff, vor der Kirche Angelika Brückner und Pastorin Carolin Joppig. Foto: © Kurt Früchtnicht
Fahnenaktion vor dem Brandenburger Tor am 25.11.2019. Foto: © TERRE DES FEMMES
Fahnenhissung in der Innenstadt von Regensburg. Foto: © P. Schmid-Fellerer
Stand Weihnachtsmarkt Düren (HObAS). Foto: © Sigrid Bergsch
Hissung der Fahne vor ANKER-Einrichtung Regensburg i. d. Bajuwarenstraße - auch Unterkunft für besonders schutzbedürftige Geflüchtete. Foto: © Simone Seebauer
Infostand in Weißenburg/Bayern am 25.11.2019. Foto: © Lydia Pöverlein
Fahnenhissung Hamburger Rathaus am 25.11.19: TDF-Mitfrauen Annika Huisinga und Antje Langethal. Foto: © TDF Hamburg
Fahnenhissung Herford am 18.11.2019: Landrat und verschiedenen Vertreterinnen von Mädchen- und Frauenberatungsstellen, drei Vertreterinnen TdF. Foto: ©TERRE DES FEMMESHerford
Fahnenhissung Hamburger Rathaus am 25.11.19: Frauen der TDF-Städtegruppe Hamburg mit der Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Dr. Melanie Leonhard. Foto: © TDF Hamburg
Fahnenhissung vor dem Nauheimer Rathaus am 25.11.19
Fahnenhissung vor den Rathaus Offenbach a. Main. Foto: © Stadt Offenbach
Vortrag und Podiumsdiskussion in Regensburg. Foto: © P. Schmid-Fellerer
Fahnenhissung am Weser-Stadion von Werder Bremen v.l.n.r. Angelika Brückner, Anne-Kathrin Laufmann. Foto: © WERDER.DE
Luise Scherf und Angelika Brückner beim Fahneanbringen am Haus der Hausgemeinschaft. Foto: © Anke Velten
Podiumsdiskussion über 'Die Loverboymethode' in Rosenheim am 19.10.19. V.l.n.r. Dr. Margot Kreuzer, Sandra Norak, Marina Noichl, Karin Wagner. Foto: © TERRE DES FEMMES
Fahnenhissung in der Innenstadt von Regensburg. Foto: © P. Schmid-Fellerer
Fahnenhissung am Hamburger Rathaus am 25.11.1 Foto: © TDF Hamburg
Podiumsdiskussion in Nürnberg

 

Viele der MitstreiterInnen engagierten sich lokal mit besonders einfallsreichen Aktionen. In Frechen sorgten lila Blumensträuße unter dem Aufruf „Veilchen sind nur als Blumen schön“ für Aufmerksamkeit. In Dortmund wurde der ÖPNV mit einem „frei leben ohne Gewalt“-Bus und einem S-Bahn-Zug ausgestattet und sorgten so für weiträumige Aufmerksamkeit.

Während die neu gegründete und erste österreichische TERRE DES FEMMES-Städtegruppe in Wien zum Gruppenfoto mit Alice Schwarzer posierte, hisste Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle die „frei leben ohne Gewalt“-Fahne in Würzburg. Gemeinsam mit Landrat Eberhardt Nuß (CSU) und Mitfrau und Gleichstellungsbeauftragten Carmen Schiller wurde die TDF-Ausstellung „Mit dem Malstift gegen eine geraubte Kindheit“, die sich mit Zwangs- und Frühverheiratung auseinandersetzt, eröffnet. Auch in Salzhausen wurde das Thema mit einer Buchvorstellung von Rukiye Cankirans „Zwangsheiraten in Deutschland. Eine Bestandsaufnahme“ in den Fokus gerückt. In Frankfurt stieß die Städtegruppe Rhein-Main die Diskussion um das Thema Gewalt im Namen der Ehre durch die Vorführung des von Sandra Maischberger produzierten Films „Nur eine Frau“ an. Von Radolfszeller Mitfrauen wurde der Film „Female Pleasure“ gezeigt, der gleich mehrere Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt anprangert und über diese aufklärt.  

Wie bereits im vergangenen Jahr wehte die Fahne mit Unterstützung der dortigen Städtegruppe und der Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Dr. Melanie Leonhard auch heuer wieder prominent am Hamburger Rathaus. Im Städtischen Museum für Hamburger Geschichte konnte man sich zudem an einem großen Infostand über die Arbeit von TERRE DES FEMMES informieren. Ebenso engagiert organisierte die Städtegruppe in Freiburg einen Infostand in der Innenstadt. Im Rahmen der großangelegten Münchener Tage gegen Gewalt veranstaltete die dort ansässige TERRE DES FEMMES-Städtegruppe eine Lesung zum Thema Leihmutterschaft. Einem weiteren wichtigem Thema, zu dem der Verein Stellung bezieht.

Wieder dabei waren dieses Jahr auch viele Fraueninitiativen, Beratungsstellen und Vereine gegen Gewalt, beispielsweise in Düren, wo der Verein HObAS das Thema häusliche Gewalt auf den Weihnachtsmarkt brachte, in dem Sie dort einen Infostand anboten. Auch privat Personen und engagierte UnternehmerInnen waren in diesem Jahr wieder dabei. Ein Novum dagegen war die Hissung der TERRE DES FEMMES-Flagge in einem Fußballstadion; die Fußballprofis vom SV Werder Bremen zeigten sich auch abseits des Spielfelds engagiert und setzten gemeinsam mit der ortsansässigen TERRE DES FEMMES-Städtegruppe vor dem Weser-Stadion ein Zeichen für Fairplay und Gleichberechtigung.

Doch auch die Politik griff die Fahne als wichtiges Zeichen auf. Neben zahlreichen Rathäusern bundesweit, wurde die Fahne u. a. am Berliner Abgeordnetenhaus und im Brandenburgischen Landtag gehisst. Ein Mitglied des baden-württembergischen Landtages, Brigitte Lösch MdL (B´90/Grüne BW), brachte die Fahne sogar ins Digitale und teilte ein Foto mit der "frei leben"-Fahne in den sozialen Medien.

Rundum konnte der 25. November so erfolgreich als Gedenk- und Aktionstag genutzt werden. Gewalt an Frauen und Mädchen kann nicht länger akzeptiert werden, diese Botschaft war an diesem Tag überall zu spüren.

Sollten auch Sie noch weitere Fotos ins Netz bringen wollen, senden Sie uns bitte unter Angabe der Fotorechte eine E-Mail an fahnenaktion@frauenrechte.de.

 

[1] Aktuelle Erhebung von TERRE DES FEMMES-Fahnenhissungen in der Presse.

Am 25. November 2019 setzen Frauen mit der Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ ein deutliches Zeichen. Foto: © Martin Funck Am 25. November 2019 setzen Frauen mit der Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ ein deutliches Zeichen. Foto: © Martin Funck

Jedes Jahr Flagge zeigen -
Die TERRE DES FEMMES Fahnenaktion „frei leben ohne Gewalt“ 2019

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Auch 2019 hat TERRE DES FEMMES den 25. November, den Internationalen Gedenk- und Aktionstag „NEIN zu Gewalt an Frauen!“ zum Anlass genommen, ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen zu setzen.

Mit einer medienwirksamen Aktion vorm Brandenburger Tor in Berlin machten sich die TERRE DES FEMMES Frauen innerhalb des diesjährigen Schwerpunktthemas #sexistunbezahlbar für eine Welt ohne Prostitution stark. Unterstützt wurde die Aktion von Elisabeth Winkelmeier-Becker (MdB, CDU), Frank Heinrich (MdB, CDU) und dem MdB Büroteam Leni Breymaier (SPD).

Durch Zitate von Sexkäufern wurde auf die strukturelle Gewalt in der Prostitution aufmerksam gemacht.

Foto: © Martin Funck Foto: © Martin Funck Tatsächlich ist die hier zu sehende Auswahl vergleichsweise milde. Noch viel schlimmere menschen- und frauenverachtende Aussagen über die Frauen, ihre Rolle, ihre Körper und Körperöffnungen sind an der Tagesordnung. Viele der Beschreibungen zeigen klar, dass der Sexkauf tatsächlich ein sexueller Übergriff war. Sexkäufer beschreiben wie sie die Frauen benutzen.“ sagt die TERRE DES FEMMES Vorstandsfrau Jessica Espinoza.

Die frauenverachtende Haltung und Frauenfeindlichkeit der Sexkäufer werde, so Espinoza weiter, auch nicht einfach ausgeschaltet, wenn Sexkäufer das Bordell verließen. „Es ist nicht so, dass Sexkäufer hässlich über Prostituierte sprechen und dann im Büro mit weiblichen Vorgesetzten und Untergebenen gleichberechtigt und respektvoll umgehen.“ sagt Jessica Espinoza. „Prostituierte sind Frauen wie jede, Sie und ich, und wir können nicht zulassen, dass diese Frauen Gewalt ertragen müssen. Echte Gleichberechtigung in Deutschland ist mit einem System der Prostitution nicht vereinbar.“

Foto: © Martin Funck Foto: © Martin Funck Deshalb fordert TERRE DES FEMMES die Einführung des Sexkaufverbots nach nordischem Modell in Deutschland. Das Europäische Parlament unterstützt diese Forderung seit 2014 mit klarer Mehrheit. Mehrere EU-Mitgliedstaaten haben das Sexkaufverbot schon eingeführt: Schweden, Norwegen, Frankreich, und Irland, außerhalb der EU auch noch Island, Kanada und Israel.

„Wir setzen uns dafür ein, dass Deutschland von den unterschiedlichen Umsetzungen des abolitionistischen Modells in diesen Ländern lernt, und eine für Deutschland und unser Rechtssystem passende Version des Sexkaufverbotes einführt. Wir müssen uns genau anschauen, was in Ländern wie Frankreich und Irland klappt, oder auch nicht klappt, um hier in Deutschland die bestmögliche Version des Modells umzusetzen.“, erklärt die TERRE DES FEMMES Fachreferentin für Frauenhandel und Prostitution Dr. Andrea Tivig.

Gleichzeitig fordert TERRE DES FEMMES, dass Ausstiegshilfen für Prostituierte ausgebaut werden. Frauen in der Prostitution dürfen nicht kriminalisiert werden. Ihnen echte Alternativen zugänglich zu machen sei elementarer Bestandteil des Nordischen Modells, so Tivig.

Zahlreiche TERRE DES FEMMES Städtegruppen haben den 25. November genutzt um das Thema #sexistunbezahlbar auch in ihrer Region zur Diskussion zu stellen.

Große Veranstaltungen fanden unter anderem in Dortmund, Regensburg, Herford, Leipzig, Bremen, Bielefeld und Nürnberg statt.

Aber auch das Thema Mädchenhandel wurde von den TERRE DES FEMMES Ehrenamtlichen und vielen Gleichstellungsbeauftragten im ganzen Bundesgebiet aufgegriffen.

Mädchenhandel in Deutschland – Aufklärung und Prävention dringend nötig!

Unser Infoflyer zur Loverboy-Methode. Illustration: Joanna Broda/Mona Kakanj

Als Fortführung der Mädchenkampagne 2018-2020 setzte TERRE DES FEMMES in diesem Jahr ebenfalls einen Fokus auf die Prävention von Mädchenhandel hier in Deutschland. Durch die Loverboy-Methode werden Mädchen und junge Frauen zur Prostitution gezwungen. Sogenannte „Loverboys“ sind Männer, die einem Mädchen oder einer jungen Frau eine Liebesbeziehung vorspielen. Kontaktaufnahme findet meist über das Internet statt, ähnlich wie bei Cybergrooming für Kinderpornographie oder sexuellen Missbrauch.

Nachdem der Loverboy die Mädchen von Familie und FreundInnen isoliert und in die emotionale Abhängigkeit manipuliert, zwingt er sie dann in die Prostitution. Gefährdet sind Mädchen aus allen sozialen „Schichten,“ die im Internet unterwegs sind. Das ist mittlerweile fast jede, und darum ist Aufklärung so wichtig. 

Rückschau Fahnenaktion 2017

Auch dieses Jahr war die Fahnenaktion zum internationalen Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ wieder ein voller Erfolg. Bereits zum 17. Mal wehten am 25. November tausende TERRE DES FEMMES (TDF)-Fahnen mit der Aufschrift „frei leben – ohne Gewalt“ an diesem Aktionstag.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, die auch dieses Jahr ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen gesetzt haben und dieses wichtige Thema in die Öffentlichkeit getragen haben. Vielen Dank an alle Parteien, Botschaften, Institutionen, regierungsunabhängige Organisationen, Hochschulen, die TDF-Städte- und Hochschulgruppen und die vielen Unterstützerinnen und Unterstützer, die sich in vielen Sprachen und an vielen Orten in Deutschland und der Welt solidarisch gegen Gewalt an Mädchen und Frauen gezeigt haben.

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Rückschau Fahnenaktion 2018

In der Göttinger Innenstadt weht am 25.11.2018 die TERRE DES FEMMES Fahne. Foto: © Anna Raddatz. In der Göttinger Innenstadt weht am 25.11.2018 die TERRE DES FEMMES Fahne. Foto: © Anna Raddatz. „Frei leben ohne Gewalt“ auch in diesem Jahr haben sich unter diesem Leitsatz zahlreiche Frauen und Männer gegen Gewalt an Mädchen und Frauen engagiert.

Bundesweit würdigten Gleichstellungsbeauftragte, Frauenrechtsverbände, Beratungsstellen und natürlich TERRE DES FEMMES Ehren- und Hauptamtliche den internationalen Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ mit vielfältigen Aktionen und Informationsveranstaltungen. Selbstverständlich wurde auch „Flagge bekannt“ und die rund 8.200 bisher verkauften TERRE DES FEMMES Fahne „Frei Leben ohne Gewalt“ gehisst!

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25.11.: Bundesweite TERRE DES FEMMES-Fahnenaktion 2018 "NEIN zu Gewalt an Frauen!"

Die Frauenrechtsorganisation AFACO (l'association des femmes actives du Congo) hisste die Fahne in Kinshasa. Foto: © Nancy MbuakaniaDie Frauenrechtsorganisation AFACO (l'association des femmes actives du Congo) hisste die Fahne in Kinshasa. Foto: © Nancy Mbuakania

 
Rund um den 25. November, dem internationalen Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen!“, setzt TERRE DES FEMMES mit der Fahne „frei leben – ohne Gewalt“ ein weithin sichtbares Zeichen gegen tägliche Gewalt an Mädchen und Frauen. Beteiligen auch Sie sich an der Fahnenaktion 2018 und zeigen Sie Flagge! Organisieren Sie einen Informationsabend oder eine andere öffentlichkeitswirksame Aktion zu unserem Schwerpunktthema „Mädchenkampagne“.

Werden Sie Teil der Fahnenaktion 2018!

Machen sie mit! - Fotoaktion 2018  #esistnichtallesrosarot

Beispielfoto für die Fotoaktion #esistnichtallesrosarotBeispielfoto für die Fotoaktion #esistnichtallesrosarot

Werden Sie kreativ für den Schutz von Mädchen!

Ein rosa Ball, ein pinkes Plüschtier - Dinge aus der heilen Welt unserer Kindheit! Oder doch nicht?! Welche Erinnerungen teilen wir mit den rosaroten Begleitern unserer Kindheit und welches Leid sollten sie zukünftig nicht mehr mitansehen?

Werden sie kreativ und teilen Sie unter #esistnichtallesrosarot ein Bild eines rosaroten Gegenstandes und ein Statement, warum er für Sie ein Symbol für Gewalt an Mädchen geworden ist.
Nutzen Sie beispielsweise eine Spielpuppe, die Mädchen ein unnatürliches Schönheitsideal vermittelt oder auch einen Teddybär, der schon viele Tränen trocknen musste.

Helfen sie mit, den #esistnichtallesrosarot auf Facebook, Twitter und Instagram zu verbreiten und so ein klares Zeichen gegen Gewalt an Mädchen zu setzen. 

 

 

Materialien und Aktionsideen zur Fahnenaktion 2018

Informationsmaterial zu unserem Schwerpunktthema sowie unsere Fahnen und Banner können Sie ganz einfach in unserem Online-Shop bestellen. Eine Übersicht über alle Materialen, Aktionsideen und Hintergründe zur Fahnenaktion finden Sie auch in unserem Flyer zur Fahnenaktion 2018 (PDF-Datei).

Auch in diesem Jahr beteiligen sich viele Städte und Gemeinden bundesweit an der Fahnenaktion und organisieren Filmvorführungen, Vorträge, Konzerte, Kundgebungen und vieles mehr rund um den Aktionstag.

Werfen Sie einen Blick in unsere Übersicht mit Aktionsideen (PDF-Datei) und lassen Sie sich inspirieren.

Mit Hilfe unserer aktuell übersetzten Informationstexte auf Arabisch, Englisch, Französisch, Spanisch und Türkisch (alle als PDF-Downloads verfügbar) können Sie nun noch mehr Menschen auf den Internationalen Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ und die Fahnenaktion aufmerksam zu machen.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns Fotos von Ihren Aktivitäten schicken und verlosen unter allen Einsendungen bis zum 2. Dezember 2018 fünf Mal unseren Buchkalender „Planerin 2019“. Mit der Zusendung Ihres Fotos gestatten Sie TERRE DES FEMMES, die Bilder weiterzuverwenden und zu veröffentlichen (weitere Informationen zur Verlosung als PDF-Datei).

Teilen, verbreiten, weitersagen!

Helfen Sie uns dabei, noch mehr Menschen auf die Fahnenaktion aufmerksam zu machen und zum Mitmachen zu animieren. Informieren Sie Ihre FreundInnen und Bekannte per E-Mail. Sollten Sie bei Facebook, Twitter oder Instagram aktiv sein, so benutzen Sie bitte den Hashtag #gegenGewalt und #esistnichtallesrosarot, um für unsere Aktion gegen Gewalt an Mädchen und Frauen zu werben.

Fahnenaktionsschwerpunkt 2018: 

Jetzt Mädchen stärken! #esistnichtallesrosarot

Wir möchten die diesjährige Fahnenaktion nutzen, um auf unsere zweijährige Mädchenkampagne hinzuweisen, die mit der Petition zu verpflichtenden, bundesweit einheitlichen Vorsorgeuntersuchungen am 25. November startet.

Mit der in den nächsten zwei Jahren laufenden Kampagne „Jetzt Mädchen stärken! #esistnichtallesrosarot“ stellt TERRE DES FEMMES den Schutz von Mädchen in den Fokus. Es sind besonders Mädchen, die von Frühehen, Genitalverstümmelung, Mädchenhandel, Zwangsprostitution, Zwangsverheiratung und sexualisierter Gewalt betroffen sind.

Daher fordert TERRE DES FEMMES neben Mädchenschutz und Gewaltprävention, Aufklärung über die Rechte der Betroffenen und Empowerment von jungen Frauen auch die Schaffung von Aufmerksamkeit für die Situation von gewaltbetroffenen Mädchen. Im Rahmen von  Jetzt Mädchen stärken! #esistnichtallesrosarot“ werden wir Forderungen an die Politik stellen, um unsere Ziele gesetzlich zu untermauern und voranzutreiben. Diese erste Forderung zur Verbesserung des Mädchenschutzes lautet, bundesweit einheitlich alle Vorsorgeuntersuchung (bekannt als U-Untersuchungen) zur gesetzlichen Pflicht zu erheben.

Anregungen, wie Sie auf das Schwerpunktthema Jetzt Mädchen stärken! #esistnichtallesrosarot“ und den Start der Petition mit einer eigenen Veranstaltung unterstützen können finden Sie in unserem Ideenpaket zum Schwerpunktthema (PDF-Datei).

 

Start der Petition zu verpflichtenden Vorsorgeuntersuchungen zum 25.11.

Kinderuntersuchungsheft. Foto: © Anne Klein Foto: © Anne KleinKindesmisshandlung und -vernachlässigung sind in Deutschland ein aktuelles Thema. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verzeichnet für das Jahr 2016 in Deutschland über 12.000 Ermittlungs- und Strafverfahren allein nur für sexuellen Kindesmissbrauch. Opfer dieser Straftaten sind zu etwa 75 % Mädchen und 25 % Jungen.

Mit der bundesweiten Verpflichtung der Vorsorgeuntersuchungen für Kinder kann dem präventiv entgegengewirkt werden. Bei neun von zehn der U-Untersuchungen werden die Genitalien der Kinder untersucht, sodass eine Genitalverstümmelung bei Mädchen frühzeitig erkannt werden kann. Bestenfalls können Misshandlungen (Gewalttaten) erkannt und verhindert werden, da die Eltern wissen, dass die U-Untersuchungen verpflichtend sind.

Es besteht ein gesetzlicher Anspruch auf elf kostenlose U-Untersuchungen: die U1 bis U9 und J1. Die Kosten der Untersuchungen U10 und U11 sowie J2 werden dagegen nicht von allen Krankenkassen getragen. Es ist erkennbar, dass an den späteren U-Untersuchungen (U10, U11, J1, J2) weitaus weniger Kinder teilnehmen als an den frühkindlichen.

Wir fordern:

  • Verpflichtende U-Untersuchungen U1 bis U11, J1 und J2
  • Kostenübernahme aller U-Untersuchungen von allen Krankenkassen
  • Sofortige Schutzmaßnahmen bei Kindesmisshandlungen, Kinderrechtsverletzungen und bei Genitalverstümmelungen
  • Umgehende Einleitung von Strafverfolgungsmaßnahmen, wenn eine Straftat vorliegt
  • Bundesweite Evaluation