Pressearchiv 2017

Podiumsdiskussion mit anschließendem Empfang: Vom Rundbrief zum digitalen Newsletter: Die Dokumentation der Frauenbewegung im Wandel der Zeit

Wie hat sich der Kampf für Frauenrechte in den letzten vier Jahrzehnten gewandelt? Hat sich die feministische Sprache verändert? Welche Themen standen und stehen noch im Vordergrund?

Wann: 7. Dezember 2017, ab 18 Uhr

Wo:    Podiumsdiskussion: AHOY!, Wattstr 11, 13355 Berlin (18:00 - 19:30 Uhr)

         Empfang: TERRE DES FEMMES (TDF), Brunnenstr. 128, 13355 Berlin (20:00 - 21:30 Uhr)

Wer:  

  • Jessica Bock, Expertin des Digitalen Deutschen Frauenarchivs für die ostdeutsche und 2. Frauenbewegung
  • Juliane von Krause, TDF-Mitfrau und Städtegruppenkoordinatorin seit den 1980er Jahren
  • Naïla Chikhi, seit 2016 TDF-Mitfrau und -Mitarbeiterin mit algerischen Wurzeln
  • Christa Stolle, TDF-Bundesgeschäftsführerin
  • Moderation: Ute Binder, langjährige Betreuerin der TDF-Dokumentationsstelle und Koordinatorin des TDF-Digitalisierungsprojektes „Frauenrechte – Menschenrechte".

Worin spiegelt sich die Arbeit einer Frauenrechtsorganisation deutlicher wieder, als in den von ihr im Laufe von Jahrzehnten produzierten Materialien?

Mit Flyern, Broschüren, Plakaten und anderen Publikationen hat TERRE DES FEMMES (TDF) den Fokus der Öffentlichkeit beharrlich auf gravierende Frauenrechtsverletzungen gelenkt. Ein Großteil dieser frauenrechtsbewegten Archiv- und Dokumentationsbestände wurde für das neue vom BMFSFJ finanzierte Digitale Deutsche Frauenarchiv, das Ende 2018 online gehen wird, aufbereitet und digitalisiert.

So können die wertvollen Materialien für die Zukunft gesichert werden und vor allem auch einer interessierten Öffentlichkeit online zugänglich gemacht werden.

Zum Abschluss unseres Projektes laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam Rückschau zu halten und einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und eine Rückmeldung, ob wir Sie begrüßen dürfen.

Für Nachfragen und Interviews wenden Sie sich bitte an TERRE DES FEMMES, Marion Brucker (Pressereferentin), Tel. 030/ 40504699-25, oder per Mail an presse@frauenrechte.de

Presseinformation/-einladung: Publikumsdiskussion mit Keynote, Buchvorstellung, Live-Berichten von Überlebenden: Prostitution – der zerschmetterte Mythos von „Sexarbeit“

Inge Bell im Gespräch mit dem Publikum und:

  • Julie Bindel und Katharina Sass - starke Autorinnen und ihre Neuerscheinungen
  • Rachel Moran und Marie Merklinger – Prostitutions-Überlebende, Aktivistinnen
  • Dr. Ingeborg Kraus – renommierte Fachtherapeutin in Psychotraumatologie

Wann:         Sonntag, 3.12.2017, von 12 Uhr bis 13.45 Uhr
Wo:            Urania Berlin, An der Urania 17, 10787 Berlin
Ticket:        10,00 €

Pressegespräche und Interviews sind mit allen Beteiligten ab 10.30 Uhr möglich!

Prostitution ist salonfähig geworden in Deutschland, denn der Prostitutionsmarkt wurde bewusst liberalisiert. Gern wird Prostitution als „Sexarbeit“ bezeichnet oder als „ein Beruf wie jeder andere“. Großbordelle und Clubs werden als vermeintlich normale Unternehmen geführt. In unzähligen Freier-Foren im Internet bewerten Sexkäufer detailliert und in frauenverachtendster Weise die „Dienstleistungen“ der zumeist sehr jungen osteuropäischen Prostituierten.

Dass der gut gemeinte Anspruch der Gesetzgeber und die brutale Realität auseinanderklaffen, zeigt die Tatsache, dass Deutschland heute international als „Bordell Europas“ gesehen und von der Presse als „Paradies für Menschenhändler“ bezeichnet wird.

In dieser hochkompetent besetzten Publikumsdiskussion - mit Keynote, Vorstellung zweier Buch-Neuerscheinungen und Live-Berichten von Prostitutions-Überlebenden – geht es genau darum: einen schonungslosen Blick darauf zu werfen, was Prostitution wirklich ist: Gewalt an Frauen.

Diskutieren Sie mit den Podiumsteilnehmerinnen, darunter den Autorinnen Katharina Sass und Julie Bindel, die ihre frisch erschienenen Sachbücher vorstellen. Die Vortragenden sprechen zum Teil nur Englisch und werden simultan übersetzt.

  • „The Pimping of Prostitution – Abolishing the Sex Work Myth“ vonJulie Bindel, renommierte investigative Journalistin, Großbritannien
  • „Mythos ‚Sexarbeit‘ – Argumente gegen Prostitution und Sexkauf“ vonKatharina Sass, Volkswirtin, Doktorandin der Soziologie Universität Bergen/Norwegen
  • Rachel Moran, Irland, bekannte Journalistin und Buchautorin, Gründerin und Direktor von SPACE (Survivors of Prostitution Abuse Calling for Enlightenment; www.spaceintl.org)
  • Marie Merklinger, Prostitutions-Überlebende, SPACE-Aktivistin, Deutschland

Informieren Sie sich in der Keynote von Dr. Ingeborg Kraus, die als Fachtherapeutin für Psychotraumatologie auch mit Prostitutions-Überlebenden arbeitet, über „Trauma als Voraussetzung für und Folge von Prostituierung“.

Frauenrechts-Expertin Inge Bell wird Sie als Moderatorin durch die Veranstaltung begleiten. Die Medienunternehmerin und Menschenrechtsaktivistin ist Stellvertretende Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES und der Hilfsorganisation SOLWODI.

Für Anfragen und Interviews wenden Sie sich bitte an TERRE DES FEMMES, Inge Bell (Vorstandsfrau), Tel. 01718760087 oder per E-Mail an bell@frauenrechte.de.

Politik schaut tatenlos zu: Zahlen zu Häuslicher Gewalt steigen kontinuierlich an- TERRE DES FEMMES fordert: Terror Zuhause muss besser bekämpft werden

Berlin, 24.11.2017. Zu den heute vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Zahlen zu Häuslicher Gewalt erklärt Birte Rohles, Referentin zu Häuslicher Gewalt bei TERRE DES FEMMES:

„Seit Jahren steigen die Zahlen zu Häuslicher Gewalt an. Das kann daran liegen, dass sich immer mehr Frauen trauen, die Gewalttaten bei der Polizei anzuzeigen und sich Hilfe zu suchen. Es kann aber auch daran liegen, dass die Gewalt an Frauen insgesamt zugenommen hat.“

Die Polizei registrierte über 108.956 Fälle von Häuslicher Gewalt an Frauen. Das ist ein Anstieg von 4,5 Prozent zum Vorjahr. Besonders gravierend ist der Anstieg bei Mord und Totschlag: Die Fälle von Mord, versuchten Mord und Totschlag sind um acht Prozent auf 357 gestiegen.

Rohles: „Die Politik muss endlich handeln und den Terror, den Frauen daheim erleben, bekämpfen. Wir brauchen mehr Präventions- und Aufklärungskampagnen, aber auch eine deutlich bessere Ausstattung des Hilfesystems. Immer mehr Frauenhäuser sind überfüllt, in vielen Bundesländern können hilfesuchende Frauen nicht mehr aufgenommen werden. Das ist ein Armutszeugnis für ein so reiches Land wie Deutschland. Deutschland muss seinen menschenrechtlichen Verpflichtungen nachkommen und Frauen vor Gewalt schützen.“

Für Anfragen und Interviews wenden Sie sich bitte an TERRE DES FEMMES, Marion Brucker (Pressereferentin), Tel. 030/40504699-25, oder per E-Mail an presse@frauenrechte.de .

 

Sexuelle Gewalt in militärischen Konflikten – damals wie heute

Deutschlandreise von Gil Won-Ok: Eine der letzten lebenden „Trostfrauen“ aus dem Zweiten Weltkrieg, die immer noch um Anerkennung kämpfen muss

WANN: Freitag den 01. Dezember 2017, 11:00 Uhr
WO: TERRE DES FEMMES  Menschenrechte für die Frau e. V., Brunnenstr. 128, 5. Stock • 13355 Berlin
WER: TERRE DES FEMMES e.V., KOREA VERBAND e.V., The Korean Council for the Women Drafted for Military Sexual Slavery by Japan

Begrüßung: Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES

Gespräch mit Gil Won-Ok. Die 89-Jährige ist eine der letzten lebenden „Trostfrauen“ aus Korea. 1940 wurde sie im Alter von 13 Jahren vom japanischen Militär während des Asien-Pazifik-Krieges als Sexsklavin in die „Trost-Bordelle“ nach Harbin, China verschleppt. Mit 15 Jahren wurde sie zu einer „Trost-Station” in Shíjiāzhuāng, China, gebracht und musste dort bis zu ihrem 18. Lebensjahr bleiben. Sie erläutert, warum die „Trostfrauen“ bis heute auf eine aufrichtige Entschuldigung und offizielle Entschädigung von der japanischen Regierung warten.

Gespräch mit Dr. Abir Mawas über das Thema „Vergewaltigung und sexueller Missbrauch von Frauen in kriegerischen Auseinandersetzungen heute“. Frau Mawas ist Referentin bei TERRE DES FEMMES und kam vor einem Jahr aus Syrien zu TERRE DES FEMMES.

Am Samstag den 2. Dezember 2017 veranstalten die einladenden Organisationen eine Konferenz „Sexuelle Gewalt in militärischen Konflikten – damals wie heute". ExpertInnen und AktivistInnen aus Südkorea, den USA und Syrien werden über den Umgang mit sexueller Gewalt diskutieren. Im Anschluss werden Ehrentafel an die jeweiligen Parlamente verliehen, die im Jahre 2007 und 2008 Resolutionen zur Lösung der „Trostfrauen”-Frage mit einer klaren Handlungsaufforderung an Japan verfasst haben. Der Abend wird musikalisch-künstlerisch untermalt und schließt mit einer Filmvorführung. Die Veranstaltung beginnt um 12:30 Uhr in der Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32, 12049 Berlin.Logo Koreaverband

www.trostfrauen.de

 

Für Anfragen und Interviews wenden Sie sich bitte an TERRE DES FEMMES, Marion Brucker (Pressereferentin), Tel. 030/40504699-25, oder per E-Mail an presse@frauenrechte.de .

Internationaler Aktionstag „Nein zu Gewalt an Frauen“: TERRE DES FEMMES fordert mehr Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung

Berlin, 23.11.2017. In der EU leben 500.000 von weiblicher Genitalverstümmelung betroffene und 180.000 gefährdete Mädchen und Frauen. Darauf hat heute TERRE DES FEMMES vor dem Brandenburger Tor in Berlin im Vorfeld des Internationalen Tages „Nein zu Gewalt an Frauen“ aufmerksam gemacht. Mit Sprechblasen unterstrich die Frauenrechtsorganisation gemeinsam mit den aus verschiedenen afrikanischen und europäischen Ländern kommenden so genannten CHANGE Agents ihre Forderung: „Wir müssen Mädchen schützen und weibliche Genitalverstümmelung gemeinsam überwinden.“

„Mädchen und Frauen haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit“, erklärt Isatou Barry, CHANGE Agent in Berlin. Die junge Mutter mit gambischen Wurzeln weiß, wovon sie spricht. Sie ist nicht nur selbst von FGM betroffen, sondern eine von 50 CHANGE Agents in Europa, die sich an dem von der Europäischen Union kofinanzierten CHANGE Plus Programm beteiligten. Ziel des von TERRE DES FEMMES zusammen mit sieben europäischen und zwei westafrikanischen Partnern umgesetzten Programms war es, das Bewusstsein in den Diaspora-Communities in Europa für weibliche Genitalverstümmelung zu schärfen und über körperliche und seelische Folgen aufzuklären.

Mehr als 2.000 Menschen aus praktizierenden Communities haben die CHANGE Agents in den vergangenen zwei Jahren erreicht. Schirmherrin des EU-Programms Rakieta Poyga aus Burkina Faso, die in ihrem Heimatland schon mehrere 10.000 Mädchen und Frauen vor weiblicher Genitalverstümmelung bewahrt hat, erklärt: „Frauen müssen in jeder Hinsicht und besonders gegen traditionelle schädliche Praktiken gestärkt werden, damit sie mehr Selbstbewusstsein erlangen und eigenständig entscheiden können. Nur so werden wir auch die weibliche Genitalverstümmelung eines Tages besiegen.“

Bis dahin ist es noch ein langer Weg – weltweit: „Der Wandel ist erst angestoßen, wir müssen also unbedingt weitermachen“, erklärt Isatou Barry. Maja Wegner, Abteilungsleiterin von TERRE DES FEMMES, sieht dafür in Deutschland in folgenden Punkten besonderen Handlungsbedarf: „Wir brauchen verpflichtende Aus- und Weiterbildung für Fachpersonal aus medizinischen, pädagogischen, sozialen, juristischen Berufsfeldern und für Angestellte der Kinder- und Jugendhilfe zu weiblicher Genitalverstümmelung. Außerdem verpflichtende Untersuchungen für alle Kinder, die auch die Genitalien umfassen“.  Darüber hinaus muss es für Betroffene und Gefährdete bundesweite, flächendeckende und ausreichend spezialisierte Beratungsstellen und psychosoziale Hilfsangebote geben, insbesondere für Minderjährige und deren besondere Bedürfnisse. In diese Beratungsangebote müssen Kultur- und Sprachmittlerinnen integriert sein.

Zum Hintergrund der Fahnenaktion: 2001 wehten erstmals Fahnen von TERRE DES FEMMES. Der Tag geht auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal in der Dominikanischen Republik zurück. Wegen ihres politischen Widerstands gegen den Diktator Trujillo wurden sie am 25. November 1960 vom Geheimdienst nach monatelanger Folter ermordet. Der Mut der drei Frauen gilt als Symbol für Frauen weltweit, die nötige Kraft zu entwickeln, gegen Unrecht einzutreten.

Pressefotos der Aktion vor dem Brandenburger Tor unter "Pressefotos" auf unserer Homepage.