TERRE DES FEMMES STIFTUNG

Chronik

2004

Am 16. Oktober 2004 findet eine Galaveranstaltung zur Gründung der TERRE DES FEMMES- Stiftung statt. Zahlreiche Prominente nehmen teil, darunter die Schauspielerin Sibel Kekilli, die mit einer ergreifenden persönlichen Rede gegen Gewalt an Frauen im islamischen Kontext an die Öffentlichkeit tritt. Die Stiftung startet mit neun StifterInnen und 135.000 Euro.

Der damalige Landtagsabgeordnete und späterere Tübinger OB Boris Palmer (Bündnis 90 - Die Grünen) genießt den Abend. Foto: © Barbara TolleDer damalige Landtagsabgeordnete und späterere Tübinger OB Boris Palmer (Bündnis 90 - Die Grünen) genießt den Abend. Foto: © Barbara TolleSchauspielerin und TERRE DES FEMMES-Botschafterin Sibel Kekilli hielt eine bewegende Rede. Foto: Barbara TolleSchauspielerin und TERRE DES FEMMES-Botschafterin Sibel Kekilli hielt eine bewegende Rede. Foto: Barbara Tolle   

Die ErststifterInnen der STIFTUNG. Foto: © de MaddalenaDie ErststifterInnen der STIFTUNG. Foto: © de Maddalena

Die TERRE DES FEMMES STIFTUNG wird feierlich gegründet. Foto: © de MaddalenaDie TERRE DES FEMMES STIFTUNG wird feierlich gegründet. Foto: © de Maddalena

Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle beim Gala-Dinner. Foto: © Anne FadenBundesgeschäftsführerin Christa Stolle beim Gala-Dinner. Foto: © Anne Faden


2006

Die TERRE DES FEMMES STIFTUNG präsentiert sich beim Reutlinger Stiftungstag. Foto: Uschi Pacher/Reutlinger GeneralanzeigerDie TERRE DES FEMMES STIFTUNG präsentiert sich beim Reutlinger Stiftungstag.
Foto: © Uschi Pacher/Reutlinger Generalanzeiger
Im September 2006 zählt die TERRE DES FEMMES STIFTUNG bereits 17 Stifterinnen. Die STIFTUNG tritt dem Bundesverband der deutschen Stiftungen bei und ist auf dem 3. Reutlinger Stiftungstag vertreten.

 

 

 

 

 

 

 

 

2007

In diesem Jahr nehmen Vertreterinnen der STIFTUNG sowohl an der Tagung „Frauen und Philantrophie – Stiften Frauen anders?“ als auch am Deutschen Stiftungstag in Lübeck teil. Mit über 1000 TeilnehmerInnen ist der Deutsche Stiftungstag das größte deutsche Netzwerktreffen für Stiftungen, welches einmal jährlich vom Bundesverband Deutscher Stiftungen organisiert wird.


2008

Unter dem Motto „Biete Wandel – Suche Geld“ findet im April 2008 eine von der Bewegungsstiftung, medico international und filia organisierter Stiftungstag statt. TERRE DES FEMMES ist durch Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle vertreten.


2009

TERRE DES FEMMES engagiert und vernetzt sich auch innerhalb des Forums Frauen und Stiftungen welches im Februar 2009 in Berlin zum Thema „Zukunftsorientierte und wirksame Stiftungsarbeit. Frauenförderung auf sichere Füße stellen“ stattfindet. Es werden Maßnahmen zur stärkeren Etablierung und Institutionalisierung des Forums innerhalb des Bundesverbands getroffen. Drei Frauen präsentieren die STIFTUNG außerdem auf dem Deutschen Stiftungstag im Mai 2009.
Die HypoVereinsbank lädt am 19. Mai zu einer Diskussionsveranstaltung und Spendenaktion zum Thema „Frauen als Unternehmer – Sie bewegen Deutschland“ ein, Der Erlös kommt der TERRE DES FEMMES STIFTUNG zugute.


2010

Im März und Oktober 2010 nimmt Christa Stolle an den Tagungen des Forums Frauen und Stiftungen teil. 10.000 Euro des Stiftungsvermögens wird in die Genossenschaft „Schule macht Energie Tübingen“ investiert. Neben einer guten Verzinsung bietet das Projekt den Vorteil, dass Bildungsarbeit zum Thema alternative Energien gefördert wird. Das weitere Stiftungskapital ist ebenfalls unter ethischen Gesichtspunkten angelegt.


2011

Statt des jährlich stattfindenden StifterInnentreffens kommen die StifterInnen zu einem Austausch im Rahmen des Kongresses „Mädchenrechte stärken – weltweit“ im Oktober 2011 zusammen.


2012

Der Stiftungsvorstand beschließt, zukünftig alle zwei Jahre einen inhaltlichen Schwerpunkt von TERRE DES FEMMES e.V. zu wählen, der von der STIFTUNG besonders gefördert wird. Der erste Förderschwerpunkt für die Jahre 2012 bis 2014 wird die TERRE DES FEMMES Beratungsstelle.


2013

Im Oktober 2013 präsentiert sich die TERRE DES FEMMES STIFTUNG zum ersten Mal mit einem öffentlichen Stiftungstag in Berlin. Die Film- und Diskussionsveranstaltung mit dem saudi-arabischen Film "Das Mädchen Wadjda" trifft auf große Resonanz.


2014

Der öffentliche Stiftungstag findet erneut viel Anklang, diesmal bei einem Benefizkonzert mit dem Frauenblasorchester im Roten Rathaus Berlin.
Am 14. November präsentiert sich die TERRE DES FEMMES STIFTUNG erneut im Roten Rathaus, diesmal im Rahmen des Berliner Stiftungstags.
Als neuer Förderschwerpunkt für die Jahre 2015 und 2016 wird das Engagement gegen Frühehen und Zwangsverheiratung aus dem Themenbereich "Gewalt im Namen der Ehre" gewählt.


Wir freuen uns sehr, wenn Sie sich für eine Zustiftung interessieren. Kostenloses und unverbindliches Informationsmaterial können Sie ganz einfach hier online bestellen.

 

 

 

 

Vernetzung

Die TERRE DES FEMMES STIFTUNG ist vielseitig vernetzt und in verschiedenen Stiftungsverbänden, -foren und Stiftungstagen vertreten.

TERRE DES FEMMES auf dem 9. Berliner Stiftungstag 2018 im Roten Rathaus Berlin

TDF-Gründerin Ingrid Staehle (links) und Erststifterin Ulfa von den Steinen (rechts) am TDF-Stitfungsstand. Foto: © Hannah Faber/TERRE DES FEMMESTDF-Gründerin Ingrid Staehle (links) und Erststifterin Ulfa von den Steinen (rechts) am TDF-Stitfungsstand. Foto: © Hannah Faber/TERRE DES FEMMESBeim 9. Berliner Stiftungstag am 16. November 2018 im Roten Rathaus war auch die TERRE DES FEMMES Stiftung mit eigenem Stand vertreten. Sawsan Chebli, Bevollmächtiget des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales, eröffnete die Veranstaltung und betonte, welch essentiellen Beitrag Stiftungen zum Schutz von Demokratie und Vielfalt in Berlin leisten.

TDF-Gründerin Ingrid Staehle, Erststifterin Ulfa von den Steinen und Praktikantin Hannah Faber waren vor Ort und haben über die Arbeit von TERRE DES FEMMES informiert und zahlreiche Fragen beantwortet. Sie konnten dabei unter anderem die neue Mädchenschutz Kampagne „Jetzt Mädchen stärken! #esistnichtallesrosarot“ vorstellen und haben fleißig Unterschriften für die Petition DEN KOPF FREI HABEN! gesammelt, unsere Forderung nach einem bundesweiten gesetzlichen Verbot der Mädchenverschleierung in Bildungsinstitutionen.

 

Bundesverband Deutscher Stiftungen

Seit 2006 ist die TERRE DES FEMMES STIFTUNG Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen, der ein jährliches mehrtägiges Stiftungstreffen in wechselnden Städten mit umfangreichem Programm veranstaltet, auf dem TDF regelmäßig vertreten ist. Gemeinsam mit verschiedenen Vorstandsfrauen und Stifterinnen besucht TDF-Geschäftsführerin Christa Stolle regelmäßig den Deutschen Stiftungstag.

Forum Frauen und Stiftungen

Das Forum „Frauen und Stiftungen“ innerhalb des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen bietet Frauen, die im Stiftungswesen aktiv sind, und Stiftungen, die sich speziell für Frauen einsetzen, eine Plattform. Durch regelmäßige Veranstaltungen werden der Austausch gefördert und die Vernetzung unterstützt. Die TERRE DES FEMMES STIFTUNG arbeitet auch hier mit.

Dabei geht es um die praktische Stiftungsarbeit, Strategien und Kompetenzbildung, sowie einen genderkritischen Blick auf die deutsche Stiftungslandschaft. Mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Arbeitsgruppen werden auf den Veranstaltungen des Forums relevante Fragestellungen diskutiert und beleuchtet sowie Handlungsschritte angeregt und ausgearbeitet.

Stiftungsportal der BW-Bank

Seit 2011 ist die TERRE DES FEMMES Stiftung auch im Stiftungsportal der BW-Bank vertreten.

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Stiftungsgremien und Transparenz

Mit den neun ErststifterInnen, die im Jahr 2004 die TERRE DES FEMMES Stiftung gründeten, haben bis zum Jahr 2014 insgesamt 24 StifterInnen dazu beigetragen, die Menschenrechte von Mädchen und Frauen nachhaltig und langfristig zu stärken.

Vorstand

Der Vorstand der TERRE DES FEMMES STIFTUNG mit dem Bundespräsidenten im Schloss Bellevue. v.l.n.r.: Irma Bergknecht, Marika Tügel, die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Daniela Schadt, Christa Stolle, Bundespräsident Joachim Gauck, Ingrid Staehle, Necla Kelek. Foto: © Uwe Steinert, BerlinDer Vorstand der TERRE DES FEMMES STIFTUNG mit dem Bundespräsidenten im Schloss Bellevue. v.l.n.r.: Irma Bergknecht, Marika Tügel, die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Daniela Schadt, Christa Stolle, Bundespräsident Joachim Gauck, Ingrid Staehle, Necla Kelek. Foto: © Uwe Steinert, Berlin

Entscheidungsgremium der Stiftung ist der Vorstand. Er besteht aus mindestens drei, höchstens fünf Personen und setzt sich aus den jeweiligen Mitgliedern des Vorstandes von TERRE DES FEMMES e.V. entsprechend ihrer dortigen Funktion zusammen. Die geschäftsführende Vorstandsfrau des Vereins TERRE DES FEMMES e.V. führt auch die laufenden Geschäfte der TERRE DES FEMMES STIFTUNG. Somit ist eine kompakte und effiziente Verwaltungseinheit geschaffen, die Kompetenz und bestmöglichen Überblick garantiert.

Die Mitglieder des Vorstandes – mit Ausnahme der geschäftsführenden Vorstandsfrau - sind ehrenamtlich für die Stiftung tätig. Der Vorstand wird jeweils für zwei Jahre auf der Vereinsfrauenversammlung gewählt.

Der Vorstand entscheidet in allen grundsätzlichen Angelegenheiten nach Maßgabe der Satzung in eigener Verantwortung und führt die laufenden Geschäfte der Stiftung. Er hat im Rahmen des Stiftungsgesetzes und der Satzung den Willen der Stifterinnen und Stifter so wirksam wie möglich zu erfüllen.

Seine Aufgaben sind insbesondere:

  • die Verwaltung des Stiftungsvermögens
  • die Verwendung der Stiftungsmittel
  • dieAufstellung eines Haushaltsplanes, der Jahresrechnung und des Tätigkeitsberichtes
  • ggf. der Erlass einer Geschäftsordnung.

Beirat

Der Vorstand kann einen Beirat berufen, dem bis zu fünf Personen angehören können. Dieser berät dann bei der Verwirklichung des Stiftungszwecks und wirbt für das Anliegen der Stiftung in der Öffentlichkeit. Aktuell ist kein Beirat einberufen.

Stiftungstag

Jedes Jahr werden alle StifterInnen zu einem internen Stiftungstag mit anschließender öffentlicher Veranstaltung eingeladen. Auf dem internen Treffen werden der Verlauf der Stiftung, die finanzielle Situation und die Pläne des Vorstands präsentiert und diskutiert. Die StifterInnen können Vorschläge und Anregungen einbringen, die der Vorstand zu integrieren versucht.

Verantwortungsbewusste Kapitalanlage

Wir sind der Überzeugung, dass zu einer nachhaltigen Stärkung der Rechte von Mädchen und Frauen auch die Einhaltung ethischer und ökologischer Kriterien bei der Geldanlage zählt. Das Stiftungsvermögen wird bei der Bank für Sozialwirtschaft angelegt, die spezialisiert ist auf die Geldanlage für gemeinnützige Organisationen. Kleinere Beiträge investieren wir in innovative, nachhaltige Anlageformen. So tragen wir beispielsweise in der Genossenschaft „Schule macht Energie Tübingen“ zu einer verbesserten Energiegewinnung durch Photovoltaikanlagen auf Schuldächern bei. Außerdem hält die STIFTUNG Genossenschaftsanteile bei der GLS-Bank.

Transparenter Umgang mit Ihrem Vermögen

Foto: istockphoto.com, RinelleFoto: © istockphoto.com, RinelleAls gemeinnützige Stiftung sind wir uns unserer besonderen Verantwortung bewusst. Eine transparente Arbeitsweise liegt uns besonders am Herzen. Die Erfüllung des Stiftungszwecks – sich gegen jede Form von an Frauen begangenen Verletzungen der Menschenrechte zu wenden - wird deshalb regelmäßig durch die staatliche Stiftungsaufsicht kontrolliert, während das Finanzamt die Verwendung der Mittel für einen gemeinnützigen Zweck überprüft.

Satzung

Die Struktur und Verantwortungsverteilung der TERRE DES FEMMES STIFTUNG ist in ihrer Satzung (PDF-Datei) festgeschrieben.

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Stiftungs-Schwerpunkte

Die TERRE DES FEMMES STIFTUNG ist eine Förderstiftung mit dem Stiftungszweck der Finanzierung von Aktivitäten des Vereins TERRE DES FEMMES e.V. Alle zwei Jahre wählt der Vorstand einen inhaltlichen Schwerpunkt aus, der in den folgenden zwei Jahren aus den Erlösen der Stiftung gefördert wird. In den Jahren 2017-2018 ist dies das Engagement die Suche nach einer Immobilie.

 

Schwerpunkt ab 2017:

Frauenrechte brauchen mehr Raum! TERRE DES FEMMES sucht eine eigene Immobilie

Auch nach über 35 Jahren ist unsere Frauenrechtsarbeit weiterhin wichtig und nötig und wird dies auch noch in den kommenden Jahren bleiben.

In den vergangenen Jahren kamen einige neue Themen auf TERRE DES FEMMES zu und die Bundesgeschäftsstelle von TERRE DES FEMMES konnte wachsen. Mittlerweile arbeiten 35 MitarbeiterInnen in Voll- und Teilzeit für unsere Themen, zusätzlich unterstützen PraktikantInnen, HonorarmitarbeiterInnen und Ehrenamtliche unsere Arbeit.

Für unsere Arbeit brauchen wir mehr Raum!

Die aktuellen Büroflächen sind mittlerweile viel zu klein geworden und wir brauchen mehr Platz, um uns auch in Zukunft für die Rechte von Mädchen und Frauen einsetzen zu können.

Daher hat der Vorstand gemeinsam mit den StifterInnen beschlossen, erste Planungsschritte zu unternehmen um das Stiftungsvermögen in eine Büroimmobilie zu investieren. Diese Immobilie würde dann von Stiftung und Verein mit den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen bezogen werden. Eigentum macht uns von den Berliner Mietpreisen unabhängig - So könnten wir unsere Arbeit absichern, ein effektives Arbeitsumfeld erschaffen und langfristig Mietkosten sparen. Dieses Geld kann dann direkt in unsere Arbeit fließen.

Weitere Informationen zum Immobiliengesuch hier.

 

 

Schwerpunkt 2014-2016

Engagement zur Verhinderung von Früh- und Zwangsehen
Braut mit 9, Mutter mit 13?

Foto: © evgenyatamanenko - Fotolia.comWeltweit leben aktuell mehr als 700 Millionen Frauen, die vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet wurden. Davon waren ca. 250 Millionen noch nicht einmal 15 Jahre alt. Eine Änderung dieser Entwicklung ist nicht in Sicht: Laut Schätzung des UN-Bevölkerungsfonds werden im nächsten Jahrzehnt jährlich 14,2 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet.

Die Gründe für eine frühe Verheiratung sind vielfältig. Sie reichen von finanzieller Not über Traditionen und patriarchalische Wertvorstellungen zu Angst vor familiärem „Ehrverlust“.

Da Kinder sich noch nicht angemessen gegen eine frühe Verheiratung wehren bzw. die Folgen einer Heirat nicht abschätzen können, sind Frühehen eine Form von Zwangsverheiratung – mit gravierenden Folgen für die jungen Frauen. Schwangerschaft ist für 15-19-jährige Frauen weltweit Todesursache Nummer eins. Minderjährige Ehefrauen sind häufiger von häuslicher und/oder sexualisierter Gewalt bedroht und haben oftmals keine Chance auf einen (höheren) Bildungsabschluss, der ihnen ökonomische Selbstständigkeit garantieren könnte. Sie werden ihres Rechts auf Selbstbestimmung beraubt und „vererben“ Armut und Abhängigkeit an ihre Kinder.

Die Weltgemeinschaft verhandelt gerade die globalen Entwicklungsziele 2015 - 2030. TERRE DES FEMMES setzt sich dafür ein, dass die Abschaffung von Früh- und Zwangsehen bis 2030 eines dieser Entwicklungsziele sein wird. Dafür vernetzen wir uns auf internationaler Ebene und fordern auch die Bundesregierung auf, sich für dieses Ziel stark zu machen.

Fokus Deutschland

Auch in Deutschland sind Mädchen und junge Frauen von Frühehen betroffen. Um voreheliche sexuelle Erfahrungen zu verhindern, werden die Mädchen möglichst früh, meist noch vor ihrem 18. Geburtstag, zwangsverheiratet. Die Studie „Zwangsverheiratung in Deutschland“ des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2011 belegt, dass allein im Jahr 2008 3.443 von Zwangsverheiratung bedrohte oder betroffene Personen in Beratungseinrichtungen Hilfe suchten. 93 % der Betroffenen waren weiblich, knapp ein Drittel der Betroffenen unter 18 Jahre.

Zwangsverheiratung ist eine Form von Gewalt im Namen der Ehre, die von psychischem Druck bis hin zu physischer und sexualisierter Gewalt, sogar bis hin zu sog. Ehrenmorden führen kann. Stets wird diese Gewalt angewandt, um die vermeintliche Familienehre zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

Zwangsverheiratung ist in Deutschland ein eigener Straftatbestand und wird mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft. Allerdings gilt dies nur für standesamtlich geschlossene Zwangsehen. Sozial oder religiös geschlossene Ehen sind davon ausgenommen. Da bei der Zwangsverheiratung von Minderjährigen aber mehrheitlich solche religiösen oder sozialen Eheschließungen eine Rolle spielen – und für die Betroffenen die Art der Verheiratung keinen Unterschied macht – besteht eine große Gesetzeslücke in der Strafverfolgung, die umgehend geschlossen werden muss. TERRE DES FEMMES setzt sich dafür ein, dass jede Ehe unter Zwang bestraft wird.

Engagement von TERRE DES FEMMES in den nächsten zwei Jahren

TERRE DES FEMMES wird sich für eine EU-weite Erhebung über das Ausmaß von Früh- und Zwangsverheiratung in Europa engagieren, die den Regierungen den Handlungsbedarf aufzeigt und eine länderübergreifende Kooperation zur Bekämpfung dieser Menschenrechtsverletzung fördern kann.

Durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit werden wir über die Ursachen und Folgen von Frühehen informieren und aufklären. Dazu haben wir u.a. eine Kooperation mit dem Film „Das Mädchen Hirut“ geschlossen, der einen wahren Fall aus Äthiopien thematisiert. Zudem wird Frühehe das Schwerpunktthema der Fahnenaktion 2015 sein.

Direkte Hilfe für Betroffene

Schließlich leistet TERRE DES FEMMES mit der spezialisierten Beratungsstelle LANA auch direkte Hilfe für Betroffene. Daneben machen wir wichtige Aufklärungsarbeit in Schulen mit der Aufführung des Theaterstücks „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“. Außerdem unterstützt TERRE DES FEMMES verschiedene Projekte wie die Frauenrechtsorganisation AFFMHL in Kamerun, die dazu beitragen, dass Mädchen nicht zwangsverheiratet werden, sondern weiter zur Schule gehen können.

 

Schwerpunkt 2012-2014

Foto: TERRE DES FEMMESFoto: © TERRE DES FEMMESIn den Jahren 2012 bis 2014 flossen die jährlichen Erlöse der Stiftung in die TERRE DES FEMMES Fachberatungsstelle LANA. Dort beraten zwei Expertinnen auf türkisch und deutsch schwerpunktmäßig zu den Themen Zwangsheirat und Gewalt im Namen Ehre, sowie zu weiblicher Genitalverstümmelung, und Häuslicher und sexualisierter Gewalt. Die ungebrochen hohe Nachfrage an Beratungsgesprächen zu den TERRE DES FEMMES Schwerpunktthemen verdeutlicht die Notwendigkeit eines spezialisierten Beratungsangebots und erfordert dessen langfristigen Ausbau. Jedes Jahr kontaktieren rund 500 Personen die Beratungsstelle.

Eingebettet in die inhaltliche Arbeit aller TERRE DES FEMMES Referate ist die Beratungsstelle das Herz der Arbeit im direkten Kontakt mit Frauen- und Menschenrechtsverletzungen. In enger Zusammenarbeit mit weiteren Frauenrechtsorganisationen und Hilfestellen gewährleistet die Beratungsstelle fallspezifische, schnelle und einfach erreichbare Hilfe für Betroffene.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie sich für eine Zustiftung interessieren. Kostenloses und unverbindliches Informationsmaterial können Sie ganz einfach hier online bestellen.

Warum Stiften?

Vom Traum zur Wirklichkeit. Foto: © Getty Images, Peter ForestVom Traum zur Wirklichkeit.
Foto: © Getty Images, Peter Forest
Zukunft stiften - Vermögen bewahren

Als StifterIn tragen Sie dazu bei, gleichberechtigte Entwicklungschancen für Mädchen und Frauen weltweit zu verwirklichen – auch noch in 100 Jahren. Denn bei einer Stiftung bleibt das Vermögen über Generationen hinweg erhalten. So können Sie mit einer Zustiftung einen dauerhaften Beitrag zur Förderung von Gleichberechtigung und von einem freien, selbstbestimmten Leben für Frauen leisten.

Vielleicht gehen Sie auf das Ende Ihres Lebensweges zu und überlegen sich, wo Sie Ihr Vermögen verantwortungsvoll und nachhaltig einbringen können? Sie haben die Möglichkeit, TERRE DES FEMMES in Ihrem Testament als Erben festzulegen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit eines kündbaren Stifterdarlehens als langfristige Unterstützung der TERRE DES FEMMES STIFTUNG. Dabei behalten Sie Ihre finanzielle Absicherung und können gleichzeitig durch die Zinserträge die Arbeit von TERRE DES FEMMES unterstützen. Beide Varianten bieten Ihnen die Möglichkeit, Ihr Vermögen oder einen Teil davon der TERRE DES FEMMES STIFTUNG zu hinterlassen und damit über Ihr Leben hinaus eine bessere Zukunft für Frauen und Mädchen zu ermöglichen – für die Ewigkeit.

Steuerliche Vorteile für Sie

Bereits ab einem Betrag von 5.000 € können Sie TERRE DES FEMMES StifterIn werden. Diese freiwilligen, nicht gewinnorientierten Zuwendungen werden vom Staat durch steuerliche Vorteile gefördert. Zustiftungen können bis zu einer Summe von 1.000.000 € geltend gemacht werden. Beträge unterhalb des Zustiftungsbetrags von 5000 € werden als Spenden verbucht und fließen direkt in die TERRE DES FEMMES Vereinsarbeit. Laut Stiftungsrecht werden Spenden bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrages der Jahreseinkünfte für mildtätige Zwecke steuerlich anerkannt. Spenden, die diesen Betrag überschreiten oder im Jahr der Zuwendung nicht berücksichtigt wurden, können in den folgenden Jahren als Sonderausgaben deklariert werden.

Gemeinsam für eine Zukunft ohne Gewalt

Mit Ihrer Zustiftung ermöglichen Sie eine nachhaltige Absicherung des unermüdlichen Einsatzes für die Menschenrechte von Mädchen und Frauen durch TERRE DES FEMMES. Nur gemeinsam können wir es schaffen, Mädchen und Frauen weltweit ein Leben in Freiheit und Unversehrtheit ihrer Menschenwürde zu ermöglichen. Sie als StifterIn sind ein wichtiger und unentbehrlicher Teil davon.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie sich für eine Zustiftung interessieren. Kostenloses und unverbindliches Informationsmaterial können Sie ganz einfach hier online bestellen.