Weitere Projekte

Rural and Environment Development Society – Frauen gemeinsam gegen Gewalt: Indien

Von 2014 bis 2015 haben wir gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. (ASW) die Organisation REDS in Indien unterstützt. Im Dezember 2015 lief diese Kooperation aus. Die ASW verfolgt mit ihren Partnerorganisationen das Prinzip, dass diese am Ende einer Projektförderphase nach und nach in die Selbstständigkeit entlassen werden. Diese Phase war für REDS Ende 2015 eingetreten – wir wünschen den mutigen Frauen viel Erfolg und alles Gute für ihre so wichtige Projektarbeit!

TERRE DES FEMMES unterstützt weiterhin Frauenrechtsarbeit in Indien: Die letzte gemeinsame Partnerorganisation mit der ASW wird seit Juni 2017 von TDF in einer alleiniger Kooperation weiter unterstützt: BHUMIKA Women’s Collective, die im Kampf gegen Gewalt an Frauen in verschiedenen Bundesstaaten aktiv sind.

REDS- Gemeinsam gegen Gewalt

Frauen bei einer von REDS organisierten Versammlung zum 8. März. Foto: © ASW - Aktionsgemeinschaft Solidarische WeltFrauen bei einer von REDS organisierten Versammlung zum 8. März.
Foto: © ASW - Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt
Mit 27 Jahren gründete die Frauenrechtsaktivistin Cheruvu Bhanuja gründete 1996 die Frauengruppe REDS in Anantapur, im Distrikt Andhra Pradesh im Südwesten Indiens. Das ursprünglich kleine Selbsthilfenetzwerk ist mittlerweile zu einer einflussreichen Frauenorganisation geworden. Als offiziell anerkanntes Beratungszentrum bietet sie nicht nur eine Anlaufstelle für von Gewalt betroffene Frauen, sondern macht aktiv und systematisch Behörden und die Öffentlichkeit auf Missstände aufmerksam. Mitstreiterinnen sind in mehreren Dörfern der Region aktiv und motivieren vor Ort Frauen, um sich zusammenzuschließen und gemeinsam für ihre Rechte einzutreten.

Projektaktivitäten:

  • Akute Soforthilfe und Zufluchtsstätte für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen
  • Beratungszentrum zur psychologischen Unterstützung und Beratung für Betroffene von Gewalt
  • Rechtsberatung und begleitende Unterstützung (Polizei, Anzeige etc.)
  • Empowerment durch Schaffung von Selbsthilfestrukturen
  • Öffentliche Anhörungen
  • Aktionen zur Befreiung von verschleppten Frauen

Erfolge des Projekts

Die Gründerin und jetzige Leiterin von REDS, Cheruvu Bhanuja, bei einer der öffentlichen Anhörungen, zu der auch Richter und Polizeivertreter eingeladen werden. Foto: © ASW - Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt Die Gründerin und jetzige Leiterin von REDS, Cheruvu Bhanuja, bei einer der öffentlichen Anhörungen, zu der auch Richter und Polizeivertreter eingeladen werden. Foto: © ASW - Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt

  • REDS steht unzähligen von Gewalt betroffenen Frauen mit Rat und Tat zur Seite
  • Durch die Öffentlichkeits-, Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit verleiht REDS den Betroffenen eine Stimme. In den öffentlichen Anhörungen zögern die geschädigten Frauen nicht, die Täter zu benennen. Dass Frauen in Indien den Mut haben, in dieser Art und Weise an die Öffentlichkeit zu gehen, ist einer der größten Erfolge von REDS.
  • Das anfänglich kleine Selbsthilfenetzwerk ist mittlerweile zu einer anerkannten Frauenorganisation gewachsen und hat für sein Engagement bereits einige Auszeichnungen verliehen bekommen.
  • Die REDS-Mitarbeiterinnen sind Aktivistinnen: Sie selbst gehen für den Kampf für mehr Frauenrechte auf die Straße. Gemeinsam mit Behörden und Polizei haben sie zum Beispiel 200 in ein Bordell in Dehli verschleppte Mädchen und Frauen aus Andhra befreit.

Weitere Informationen

Im Januar 2014 hat TERRE DES FEMMES gemeinsam mit dem Festival of Hope eine große Veranstaltung zum Themenschwerpunkt Frauen in Indien und in Sri Lanka durchgeführt. Der Erlös des Festivals kam REDS zugute.

 

Ein Haus für Frauen – Gegen Gewalt im Namen der Ehre: Türkei

Die Batman-Frauen, Projektgründerin Remziye Tural (4. v.r)Die Batman-Frauen, Projektgründerin Remziye Tural (4. v.r).
Foto: © KADEM.
Von 2013 bis 2014 unterstützte TERRE DES FEMMES das Frauenzentrum in Batman in der gleichnamigen Provinz im Südosten der Türkei.

Andauernde politische Veränderungen in der Türkei machen es unabhängigen Frauenorganisationen immer schwieriger ihren Fortbestand zu sichern: so auch dem Frauenzentrum in Batman, das dafür auf eine Finanzierung von KOSGEB zugreifen musste. KOSGEB ist eine staatlich unterstützte Fraueninitiative für Unternehmensgründerinnen. Sie geben Seminare, Beratung und Startkapital für Existenzgründerinnen. Aufgrund dieser Finanzierungszusage wurde das Frauenzentrum in Batman in eine neue inhaltliche Orientierung gebracht. Die Arbeit zu Gewaltschutz für Frauen ist dadurch in den Hintergrund getreten. Aus diesem Grund mussten wir leider unsere Kooperation mit dem Frauenzentrum in Batman vorerst einstellen.

TERRE DES FEMMES unterstützt auch weiterhin unabhängige Frauenrechtsarbeit in der Südosttürkei: Unsere Partnerorganisation YAKA-KOOP setzt sich in Van für Mädchen und Frauen ein, die von Früh- und Zwangsverheiratung oder anderer Gewalt betroffen oder bedroht sind.

Allgemeine Informationen zur Situation von Frauen in der Region Batman

Seit mehr als zehn Jahren haben die südosttürkische Provinz und ihre gleichnamige Provinzhauptstadt einen traurigen Ruf. Ungewöhnlich viele junge Frauen begehen in der Stadt Selbstmord. Frauenrechtlerinnen sprechen bei einem Drittel dieser Fälle von vorgetäuschten Morden und Mordversuchen von „Ehren“-Morden, die verübt werden, um die „Ehre" der Familie im traditionellen Sinne wieder herzustellen. Nach wie vor verkörpert die Frau die „Ehre“ der Familie und ist kontinuierlich Formen von patriarchaler Gewalt ausgesetzt. Aber auch Frauen, die von ihren Familien zwangsverheiratet wurden, im Haus festgehalten und Gewalt ausgesetzt sind, sehen oft keinen anderen Ausweg, als sich selbst umzubringen. Dass Frauen in diesem soziokulturellen Kontext den Mut aufbringen, ein Haus für Frauen zu initiieren, verdient unsere besondere Solidarität. Seit Mai 2013 unterstützt TERRE DES FEMMES  diese couragierte Fraueninitiative.

Das Projekt „Ein Haus für Frauen in Batman“

Im Rahmen von Recherchearbeiten über Ehrenmorde in der Osttürkei, lernte Necla Kelek, freie Autorin und Publizistin sowie Vorstandsfrau und ehrenamtliche Projektkoordinatorin von TERRE DES FEMMES, Remziye Tural kennen, die Initiatorin und Vorsitzende der Fraueninitiative KADEM (Women and Democracy Association). Unter dem Leitwort „Hilfe zur Selbsthilfe“ renovierten sie ein Haus, welches zu einer zentrale Anlaufstelle für Frauen in Batman geworden ist, die aus ihrer (Zwangs-) Ehe und Familie geflohen sind. Hier finden Frauen Schutz vor Gewalt im Namen der Ehre und erhalten rechtliche Beratung. Darüber hinaus können sich die Frauen dort über ihre Erfahrungen austauschen, und sich zusammenschließen, um Wohngemeinschaften zu gründen. Im Haus für Frauen können sie sich gegenseitig stärken und erfahren Frauensolidarität im Kampf für ein selbstbestimmtes Leben frei von Gewalt. Außerdem bietet KADEM Bildungsseminare an, um den Frauen durch einkommensschaffende Maßnahmen Wege in die finanzielle Unabhängigkeit zu eröffnen. In diesem Sinne stellt das Haus für Frauen in Batman eine wichtige Möglichkeit dar, dass sich vor Gewalt fliehende Frauen ihre eigene Existenz aufbauen können.

 

Frauenprojekt Malinowka – Aufklärungsarbeit gegen Frauenhandel: Weißrussland

TERRE DES FEMMES hat das Projekt gegen Frauenhandel "Malinowka" in Minsk, Belarus (Weißrussland) seit dem Jahr 2000 zwölf Jahren lang gefördert. Zum 31.12.2012 lief die Förderung des Projektes aus.

Jenseits von Angst und Pessimismus. Interaktive Herbstschulung der MultiplikatorInnen 2012. © Foto: Projekt MalinowkaJenseits von Angst und Pessimismus.
Interaktive Herbstschulung der MultiplikatorInnen 2012.
© Foto: Projekt Malinowka
Das Projekt Malinowka macht weiterhin erfolgreiche Arbeit und Prävention gegen Frauenhandel in Minsk. Wir wollen den mutigen Frauen von Malinowka in solidarischer Freundschaft verbunden bleiben und werden von Zeit zu Zeit aktuelle Informationen aus dem Projekt hier veröffentlichen.

So hat das Projekt zum Beispiel in 2012 weiterhin erfolgreich Seminare im Bereich „Aufklärung gegen Gewalt, Menschenhandel und Diskriminierung von Frauen“ durchgeführt. Es gab Trainingseinheiten zu folgenden Themen:

  • Wege der Gewaltprävention in der Familie
  • Menschenhandel, Schutz und Sicherheit
  • Geschlechterstereotypen und Frauenrechte
  • Von der Gendergerechtigkeit zur gewaltlosen Familie und selbstbewussten Frau

Die Vermittlung von profundem Wissen zu diesem Spektrum von Themen haben die Aufklärung für gefährdete Mädchen und Frauen in der Region und ihren Schutz vor Menschenhandel erheblich verbessern können.

Das Projekt Malinowka hat wie viele andere Nichtregierungsorganisationen (NGOs) unter der Herrschaft von „Europas letztem Diktator“ Lukaschenko zu leiden. Weißrussische und ausländische NGOs  werden von den Behörden durch strenge Kontrollen eingeschüchtert, kriminalisiert oder sogar verboten. Unter diesen Umständen ist es für NGOs wie das Projekt Malinowka sehr schwierig zu arbeiten. Dennoch versucht das Projekt Malinowka wirksam weiter über Frauenhandel aufzuklären.

Die Mitarbeiterinnen beraten Mädchen und Frauen über sichere Wege, im Ausland zu arbeiten, und leisten in Schulen und Diskussionsrunden Präventionsarbeit gegen Frauenhandel. Das Projekt führt Seminare mit jungen Frauen durch, um sie in einer eigenständigen Entwicklung zu stärken. Zur Prävention von Frauenhandel wurden auch Informationskampagnen in Friseurläden oder Kosmetikstudios durchgeführt.

Insbesondere sozial benachteiligten Frauen wird geholfen

Jungen Frauen in Malinowka werden über die dubiosen Praktiken der Menschenhändler aufgeklärtJungen Frauen in Malinowka werden über die dubiosen Praktiken der Menschenhändler aufgeklärt.Außerdem betreuen die Mitarbeiterinnen junge Frauen, die besonders gefährdet sind: junge Mädchen im Gefängnis und nach ihrer Strafentlassung. Sie kommen meist aus schwierigen familiären Verhältnissen und zählen daher zu den Frauen, die leichte Beute für MenschenhändlerInnen sind.

Das Projekt betreut auch Frauen, die aus den Tschernobyl-kontaminierten Gebieten nach Minsk umgesiedelt wurden. Sie haben oft kranke Kinder, ertragen den Frust und häufig auch Gewalt ihrer Ehemänner. Manchmal haben sie drei Arbeitsstellen gleichzeitig nur um überleben zu können. Umfragen zu Folge leben 82 Prozent der Frauen in dieser Armut. Diese Lebenssituation lässt einen Auslandsaufenthalt sehr attraktiv erscheinen: Frauen werden durch Zeitungen, Internet, private Angebote und Heiratsvermittler direkt geworben und geraten oft aus Unwissenheit in die Hände von FrauenhändlerInnen. Mit falschen Versprechungen werden sie in die Länder Westeuropas gelockt. Dort geraten sie unter Umständen in schreckliche Situationen und müssen Gewalt und sexuelle Ausbeutung erleben.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der TERRE DES FEMMES Projektkoordinatorin:
Juliane von Krause
E-Mail: juliane@jvkrause.de

 

Irina Gruschewaja erhalt Preis "Frau Europas 2011"

Irina Gruschewaja, die Leiterin des Projekts "Malinowka", erhielt am 24. November 2011 die Auszeichnung vom Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland (EBD) für ihr langjähriges Engagement infolge der Atomreaktor-Katastrophe von Tschernobyl und ihren Einsatz für die Entwicklung von Demokratie in Belarus sowie für Mädchen- und Frauenrechte.

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Besuch von TDF-Ehrenamtlichen beim Projekt Malinowka

Im Jahr 2002 besuchten sechs ehrenamtliche TERRE DES FEMMES-Frauen das Projekt. Sie waren von der Qualität der Arbeit und dem großen Engagement der Mitarbeiterinnen sehr beeindruckt.

Der Artikel über den Besuch erschien in der TDF-Zeitschrift 3/2002 (PDF-Datei, 510 KB).

 

 

 

 

Eco-Ethics International Union Kenya – Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe von Mädchen und Frauen: Kenia

Drei Mädchen mit waschbaren Binden. Foto ©: Franziska KupschDrei Mädchen mit waschbaren Binden.
Foto ©: Franziska Kupsch

TERRE DES FEMMES förderte 2010 mit einer einmaligen Zuwendung ein Projekt zur Verbesserung der Teilhabe von Frauen und Mädchen am öffentlichen Leben in Ozi, im Tana Delta Disktrikt, in Kenia.

Die Idee: Die Monatshygiene für die Frauen und Mädchen der 3.000 EinwohnerInnen in dem Fischerdorf Ozi zu verbessern, damit sie während der Menstruation nicht vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen sind. Dass keine bezahlbaren Binden zur Verfügung stehen, ist ein weit verbreitetes Problem in Kenia und hat vielerlei Konsequenzen: Die Mädchen und Frauen bleiben während ihrer Menstruation zuhause, können in dieser Zeit nicht zur Arbeit oder zur Schule gehen, was zu der ohnehin schon starken Stigmatisierung von Mädchen und Frauen während ihrer Blutungen beiträgt. Weil Mädchen oft bis zu eine Woche Unterricht pro Monat versäumen, haben sie dadurch einen Nachteil gegenüber ihren männlichen Mitschülern: Sie zeigen häufig schlechtere Schulleistungen und brechen auch häufiger die Schule ab. Die schlechtere Ausbildung stellt im späteren Leben eine weitere Hürde dar, die es Frauen erschwert, wichtige Positionen im Gemeinschaftsleben zu übernehmen.

TERRE DES FEMMES unterstützte 2010 das Projekt „Nähen von wiederverwertbaren Binden“ der Nichtregierungsorganisation (NRO) Eco-Ethics International Union Kenya, damals eine Unterorganisation der ehemaligen NRO Eco-Ethics International Union Deutschland. In dem Projekt lernten Mädchen und Frauen aus Ozi waschbare Binden herzustellen. Zudem setzten sie sich in parallel stattfindenden Diskussionen und Informationstreffen mit Themen rund um die Menstruation und die Teilhabe und Rolle der Mädchen und Frauen in ihrer Gemeinschaft auseinander. Auf diese Weise wurde die Akzeptanz des Projekts durch die Dorfgemeinschaft gesichert.

Die freiwillige Helferin Franziska Kupsch begleitete die Anfangsphase des Projekts:

„Den Mädchen wurde, nachdem wir Gruppendiskussionen über die Menstruation und die mit ihr verbundenen Probleme geführt haben, die Stoffbinde vorgestellt, von der sie richtig begeistert waren. (FOTO) Daher verabredeten wir uns gleich für den nächsten Tag, einen Feiertag, um die Binden zu nähen. Es kamen alle 54 Mädchen vom Vortag und die Binden wurden mit viel Motivation und Hingabe genäht. {...} Bei unserem Treffen am nächsten Tag kamen zusätzlich 30 weitere Mädchen, welche die Binden ihrer Klassenkameradinnen gesehen hatten und nun auch für sich welche nähen wollten. {...} Inzwischen haben die meisten Mädchen zwei Binden genäht. Diese werden nun auf ihre Richtigkeit geprüft und danach wird weiteres Material ausgeteilt, damit jedes Mädchen für sich fünf Stoffbinden anfertigen kann.“

Wir freuen uns darüber, dass das Projekt in dem Dorf Ozi so viel Anklang fand. Es ist ein Beitrag dazu, dass Mädchen und Frauen in Ozi und Umgebung weniger Nachteile gegenüber Männern aufgrund ihrer Menstruation und aufgrund ihres Frau-Seins haben.

 

Indira Social Welfare Organisation – Gewaltprävention und Antidiskriminierungsarbeit: Indien

Von 2002 bis 2014 haben wir gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. (ASW) die ISWO-Frauenorganisation in Indien unterstützt. Im Oktober 2014 lief diese Kooperation aus. Die ASW verfolgt mit ihren Partnerorganisationen das Prinzip, dass diese am Ende einer Projektförderphase nach und nach in die Selbstständigkeit entlassen werden. Diese Phase war für die ISWO im Oktober 2014 eingetreten – wir wünschen den mutigen Frauen von der Indira Social Welfare Organisation viel Erfolg und alles Gute für ihre so wichtige Projektarbeit!

TERRE DES FEMMES unterstützt weiterhin Frauenrechtsarbeit in Indien: Die letzte gemeinsame Partnerorganisation mit der ASW wird seit Juni 2017 von TDF in einer alleiniger Kooperation weiter unterstützt: BHUMIKA Women’s Collective, die im Kampf gegen Gewalt an Frauen in verschiedenen Bundesstaaten aktiv sind.

ISWO: Ein Leben frei von Diskriminierung für Frauen

Foto: © ASW Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V.Foto: © ASW Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V.Die Indira Social Welfare Organisation (ISWO) begann durch den Aktivismus einer Gruppe junger Frauen in der Region Dhenkanal, im Bundesstaat Orissa, an der Ostküste Indiens. Leiterin und Gründerfrau Puspanjali Jena setzt sich mit ISWO seit 25 Jahren für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und benachteiligten Bevölkerungsgruppen, wie den Dalits und Adivasi, in Orissa ein. Zielgruppe sind vor allem Adivasi-Frauen, welche sich häufig in Form von Frauen-Selbsthilfegruppen organisieren. Die Selbsthilfegruppen bieten den Frauen einen Raum, private Angelegenheiten zu besprechen, sich für die Durchsetzung ihrer Rechte einzusetzen und sich einkommensschaffende Maßnahmen im Bereich der Ernährungssicherung zu erarbeiten. Außerdem geht ISWO gegen Kinder- und Frauenrechtsverletzungen vor Ort vor.

Projektaktivitäten:

  • Aufklärungsarbeit zum Thema Gewalt und Aufbau von Selbsthilfegruppen
  • Bewusstseinsschaffung für die eigenen Rechte der Frauen
  • Ausbildung im Bereich erste Hilfe und Ausgabe von Gesundheitskoffern mit Medikamenten, Verbandsmaterial etc.
  • Aktivitäten zur Verbesserung der Ernährungssicherheit: Versorgung mit Saatgut für den Anbau verschiedener Lebensmittel

Erfolge des Projekts

ISWO konnte bereits bedeutende Erfolge erzielen. Zum Beispiel im Bereich der:

  • Gewaltprävention

Demonstration der ISWO-Frauen am 8. März 2012. Foto © ASW Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V.; ISWODemonstration der ISWO-Frauen am 8. März 2012. Foto © ASW Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V.; ISWO

Im Rahmen eines Trainings zum Thema Gewalt gegen Frauen wurden Mitglieder aus Frauen-Selbsthilfegruppen darin geschult, weitere Aufklärungsarbeit in ihren Dörfern zu leisten. Außerdem wurde der Internationale Frauentag mit öffentlichkeitswirksamen Feierlichkeiten begangen. Hierfür wurden auch regional bekannte Frauen eingeladen, welche die gesellschaftliche Bewusstseinsbildung über die Benachteiligungen von Frauen fördern und Aufmerksamkeit für Themen wie Gewalt gegen Frauen oder die Abtreibung weiblicher Föten schaffen konnten.

  • Ernährungssicherung und Bildung

Frauen-Selbsthilfegruppen wurden mit Saatgut für den Anbau von Linsen, Kurkuma und Ingwer versorgt und dadurch ein Beitrag zur Ernährungssicherheit für die Frauen und ihre Familien geleistet. Außerdem wurden Selbsthilfegruppen bei der Errichtung einer von den Frauen selbst verwalteten Saatgutbank für die wichtigsten Gemüsearten unterstützt. Auch im Bereich der Bildung wurden Erfolge erzielt. Neue LehrerInnen konnten eingestellt werden und Schulkinder mit Unterrichtsmaterialien versorgt werden.

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