Pressearchiv 2012

Benefiz-Kunstauktion von TERRE DES FEMMES am 23. Februar 2013 für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen (13.12.2012)

mit Nina Hoss und Roger Willemsen, BotschafterInnen von TERRE DES FEMMES und der Auktionatorin Christiane Gräfin zu Rantzau, Chairman Christie’s Deutschland.

Auktionsbeginn ist 19.00 Uhr, Vorbesichtigung ab 15.00 Uhr in der Berlinischen Galerie (Alte Jakobstraße 124-128, 10969 Berlin).

Über 50 Kunstwerke international renommierter KünstlerInnnen und seit langen Jahren in Berlin tätigen Kunstschaffenden werden am Samstag, den 23. Februar 2013, bei der ersten Kunstauktion von TERRE DES FEMMES versteigert . Die Besucher dürfen gespannt sein auf Werke von Elvira Bach, Jonas Burgert, Andrea Büttner, Miriam Cahn, DUVAN, Robert Elfgen, Olafur Eliasson, VALIE EXPORT, Harald Hauswald, Herlinde Koelbl, Jiny Lan, Rosa Loy, Christiane Möbus, Ludwig Rauch, Huang Rui, Iris Schomaker, Chiharu Shiota, Annelies Strba, Klaus Staeck, Mathilde ter Heijne, Thomas Zipp u.v.m.

Die Kuratorin Angelika Richter zur Auswahl: "Die Vielfalt der Werke repräsentiert die künstlerische Schaffensweise mehrerer Generationen unter Verwendung unterschiedlichster Kunstformen. So ist die Zeichnerin und Grafikerin Andrea Büttner mit einem Holzschnitt, die Bildhauerin und Objektkünstlerin Christiane Möbus mit einer Perlenstickerei, Robert Elfgen mit einem Mixed-Media-Werk sowie Harald Hauswald mit einer Fotografie bei der Auktion vertreten. Ich bin sehr erfreut, wie viele ausgezeichnete Werke für die Auktion und damit für die Unterstützung gewaltbetroffener Mädchen und Frauen gespendet wurden."

Der gesamte Erlös fließt in die Beratungsstelle von TERRE DES FEMMES für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen. Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES, zum Zweck der Auktion: „Die Beratung lebt von dem Mensch, der sie ausführt. Sie bedeutet immens viel Verantwortung und erfordert höchste Professionalität! Seit Einrichtung unserer Beratungsstelle erleben wir einen enormen Zulauf von Hilfesuchenden. Mit dem Erlös soll eine weitere Person eingestellt werden, um unsere professionelle Hilfe weiterhin gewährleisten zu können.“

Die niederländische, feministische Künstlerin Mathilde ter Heijne zu ihrer Motivation, ein Kunstwerk für die  Benefiz-Kunstauktion zu spenden: „Mich interessieren soziale, kulturelle, politische und ökonomische Hintergründe genderspezifischer Phänomene innerhalb verschiedener Kulturen. Meine Arbeiten beschäftigen sich oft mit politischer, struktureller und physischer Gewalt in Verbindung mit vorhandenen Machtbeziehungen innerhalb der Gesellschaft. Obwohl Kunst dazu beitragen kann, eine Veränderung im Bewusstsein des Publikums herbeizuführen, bleibt sie auf der realen Ebene meist tatenlos. Deswegen bin ich froh auf diese Weise, die Arbeit von TERRE DES FEMMES unterstützen zu können.“

Informationen zum Ablauf der Auktion/Kunstwerken/KünstlerInnen/Grußworte der BotschafterInnen:  www.kunstauktion-tdf.de.

Für weitere Informationen und Rückfragen wenden Sie sich an:

Astrid Bracht, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(Tel: 030/40504699-25, Mail: presse@frauenrechte.de)

Medienkooperation: AVIVA - Online-Frauenmagazin

Die Zukunft der Frauenhäuser

„Ich habe davon nichts gewusst.“ Diese Ausrede ist uns bekannt. Wir haben sie in Deutschland schon viel zu oft gehört, vor allem in Situationen, in denen Zivilcourage angesagt gewesen wäre.
„Ich habe davon nichts gewusst.“ Mit dieser Ausrede kann sich die Bundesregierung zumindest seit diesem Jahr nicht mehr herausreden, wenn es um die Situation von gewaltbetroffenen Frauen in Deutschland geht. Im August 2012 ist der erste Lagebericht zur Situation der Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen in Deutschland erschienen, im Dezember 2012 erfolgte eine öffentliche Anhörung im Bundestag dazu. Sowohl im Bericht, als auch in der Anhörung wurde deutlich, dass die Lage der Frauenhäuser und Beratungsstellen und somit der von Gewalt betroffenen Frauen teilweise erschreckend ist:  Es besteht in Deutschland keine flächendeckende Versorgung mit Hilfsangeboten, es stehen nicht ausreichend Plätze für hilfesuchende Frauen zur Verfügung und die finanzielle und personelle Ausstattung der Angebote ist mehr als dürftig.

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Internationaler Tag der Menschenrechte am 10.12.: Noch immer keine Verbesserungen für Opfer von Frauenhandel in Deutschland! (07.12.2012)

Berlin, 07.12.12. TERRE DES FEMMES nimmt den Internationalen Tag der Menschenrechte zum Anlass, um auf die massiven Menschenrechtsverletzungen von Mädchen und Frauen aufmerksam zu machen, die in Deutschland Opfer von Frauenhandel und Zwangsprostitution werden. Circa 10.000 bis 30.000 Betroffene werden jährlich zur sexuellen Ausbeutung nach Deutschland verschleppt.

„In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte heißt es unter Artikel 4, niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden, doch weltweit werden etwas 2,4 Millionen Menschen nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation versklavt. Und Deutschland stellt eines der Hauptzielländer für Menschenhandel dar“, so Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES.

„Der deutsche Staat kommt seinen menschenrechtlichen Verpflichtungen nicht nach, Betroffenen ausreichend Schutz zu gewähren“, kritisiert Schewe-Gerigk. Deswegen macht TERRE DES FEMMES seit Oktober in ihrer Kampagne "Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution, jetzt!" auf die prekäre Rechtslage der Betroffenen in Deutschland aufmerksam. Opfer aus Nicht-EU-Ländern haben nur dann eine vage Chance, eine befristete Aufenthaltserlaubnis zu erhalten, wenn sie vor Gericht gegen die Täter aussagen und sich damit einem enormen Risiko aussetzen. Nach Beendigung des Strafverfahrens werden sie in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Eine garantierte Opferentschädigung oder psycho-soziale Betreuung erhalten sie nicht. TERRE DES FEMMES fordert, dass Betroffenen ein unbefristetes Aufenthaltsrecht, unabhängig von ihrer Bereitschaft vor Gericht auszusagen, erteilt wird.

In Zuge der Ratifizierung der Europaratskonvention gegen Menschenhandel im Herbst hat es die Bundesregierung versäumt, eine Verbesserung für Betroffene zu erwirken. „Auch der Gesetzesentwurf von Bündnis 90/Die Grünen zum Thema, der in der kommenden Woche im Bundestag eingebracht wird, reicht nicht aus. Zwar begrüßen wir, den darin enthaltenen verstärkten Opferschutz, jedoch wird den Betroffenen auch hier nur unter sehr rigiden Bedingungen ein befristetes Bleiberecht eingeräumt“, so Schewe-Gerigk weiter.

Anlässlich der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die 1948 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde, wurde 1950 der Internationale Tag der Menschenrechte beschlossen, der zu einem entschlossenen Handeln gegen weltweite Menschenrechtsverletzungen auffordert.

Für Nachfragen sowie Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Sibylle Schreiber (Fachbereichsleitung), Tel. 030/ 40504699-0, oder per Mail an presse@frauenrechte.de. Ausführliche Informationen und Bildmaterial finden Sie in der Pressemappe zur Kampagne.

Schwarzer Tag für Kinderrechte - Bundestag billigt Jungenbeschneidung (12.12.2012)

Berlin, 12.12.2012.Mit der für heute erwarteten Verabschiedung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zur Regelung der Jungenbeschneidung soll eine gesellschaftlich wichtige Debatte so schnell wie möglich beendet werden. Der Rechtsausschuss hat bereits in einer Sondersitzung mehrheitlich für den Regierungsentwurf gestimmt.

„Das ist ein schwarzer Tag für die Kinderrechte“, sagt Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES, denn „ausgerechnet in dem Gesetz, das im Jahre 2000 unter Rot-Grün das Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung verankert hat, soll nun Eltern erlaubt werden – aus welchem Grund auch immer - ihren männlichen Kindern die Vorhaut entfernen zu lassen. Damit werde das Recht auf Unversehrtheit des Kinderkörpers massiv eingeschränkt.

Je länger die Debatte andauert, desto größer wird der Widerstand gegen das Gesetz der Bundesregierung, welches die Beschneidung nichteinwilligungsfähiger Jungen erlaubt – in den ersten sechs Lebensmonaten des Kindes muss nicht einmal ein Arzt oder eine Ärztin diese vornehmen, was bedeutet, dass sie nicht unter Narkose stattfindet. Dabei warnen Kinderarztverbände, FachmedizinerInnen und TraumaforscherInnen vor den körperlichen und seelischen Folgen der Beschneidung im Säuglings- oder Kleinkindalter. Kritiker des Gesetzes und Betroffene blieben während des Gesetzgebungsverfahrens im Bundestag weitgehend ungehört.

Ein von 66 Abgeordneten eingebrachter alternativer Gruppenantrag sieht vor, die Beschneidung bei Zustimmung des Betroffenen ab dem vollendeten 14. Lebensjahr zu erlauben, wenn sie von einer Ärztin oder einem Arzt unter Narkose vorgenommen wird. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ist zu erwarten, dass dieser Antrag jedoch abgelehnt wird.

„Alle Kinder – Mädchen wie Jungen haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Das Gesetz der Bundesregierung steht im Widerspruch zu der von Deutschland unterzeichneten UN-Kinderrechtskonvention, so Irmingard Schewe-Gerigk, TERRE DES FEMMES-Vorstandsvorsitzende.

Seit Monaten warnt sie davor, dass die Legalisierung der männlichen Beschneidung auch Auswirkungen auf die Strafbarkeit bei bestimmten Formen der weiblichen Genitalverstümmelung haben könnte. Mit dem Argument, ein Verbot weiblicher Genitalverstümmelung verstoße gegen den Gleichheitsgrundsatz hatte erst kürzlich ein ägyptischer, der Weltgesundheitsorganisation nahestehender Arzt, die weltweite Legalisierung bestimmter Formen weiblicher Genitalverstümmelung gefordert. „Bezeichnenderweise räumt die Bundesregierung sowohl bei Jungenbeschneidung als auch bei weiblicher Genitalverstümmelung den gefährdeten Kindern keine Priorität ein“, kritisiert Schewe-Gerigk.

Trotz mehrerer Initiativen des Bundesrates und des Parlaments hat sich die Bundesregierung immer noch nicht für einen eigenen Straftatbestand der weiblichen Genitalverstümmelung entschieden, die von Menschenrechtsorganisationen seit der ersten Anhörung im Bundestag 1997 gefordert wird. Immerhin geht es um nicht mehr und nicht weniger als um den Schutz von schätzungsweise 6.000 in Deutschland lebenden bedrohten Mädchen. Auch der vereinbarte Nationale Aktionsplan, der konkrete Maßnahmen zum wirksamen Schutz der Mädchen festlegen soll, ist bisher dem Kompetenzgerangel der Ministerien zum Opfer gefallen.

Für Nachfragen, Bildmaterial zur Kampagne sowie Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Irmingard Schewe-Gerigk, Tel: 030/405046990 oder presse@frauenrechte.de.

Beschneidung – ein umstrittenes und unbequemes Thema - Fachtagung des bundesweiten Netzwerks Integra zum Thema weibliche Genitalverstümmelung am 27.11.2012 (23.11.2012)

Berlin, 23.11.2012. Das Netzwerk Integra organisiert in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Christine Rabe, die Fachtagung zum Thema: „Beschneidung – ein umstrittenes und unbequemes Thema. Verantwortung von Politik und Gesellschaft für eine Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung“

Diese findet am 27. November 2012 von 9.30 Uhr bis 19.00 Uhr mit anschließendem musikalischem Ausklang im Rathaus Berlin-Charlottenburg (Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin) statt.

Nach Impulsreferaten am Vormittag zu Beispielen erfolgreicher Präventionsarbeit in Afrika und in Europa wird in Workshops über die Verantwortung von Politik, Zivilgesellschaft und Medien zur Abschaffung weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland diskutiert. Neben einer gesetzlichen Verankerung braucht es hierzulande auch eine politische Antwort, wie Mädchen in Deutschland vor dieser Praktik geschützt werden können. Integra fordert deshalb, dass die 2009 gegründete Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Beendigung weiblicher Genitalverstümmlung wieder ihre Arbeit aufnimmt und gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Mädchen in Deutschland und in den Herkunftsländern entwickelt.

Einladung zur Pressekonferenz

Wir möchten Sie herzlich einladen zur Pressekonferenz im Anschluss an die Fachtagung

am 27. November 2012 um 19 Uhr

im Rathaus Berlin-Charlottenburg (Minna-Cauer-Saal).

Die Integra-SprecherInnen Barbara Schirmel und Dirk Wüstenberg werden Ihnen die Ergebnisse der Fachtagung vorstellen und Ihre Fragen beantworten.

Hintergrund

Weltweit sind mehr als 130 Millionen Frauen und Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Täglich kommen schätzungsweise rund 8.000 hinzu. Sowohl die körperlichen und seelischen Folgen für die Betroffenen selbst als auch die gesellschaftlichen Auswirkungen sind drastisch. Diese Menschenrechtsverletzung ist in vielen afrikanischen und in einigen asiatischen Ländern verbreitet. Aufgrund der Zuwanderung ist die Praktik auch in Deutschland eine Tatsache. Mehrere tausend Mädchen aus Zuwandererfamilien sind der Gefahr ausgesetzt, in Deutschland oder während eines Aufenthaltes im Heimatland der Eltern an ihren Genitalien beschnitten zu werden – ein wichtiger Teil ihres Sexualorgans, die Klitoris, wird zerstört. Die jungen Mädchen haben keine Chance, selbst über ihr gesundheitliches Wohl zu entscheiden. Erfolgreiche Integration hierzulande wird sich künftig auch an der Frage messen lassen müssen, ob es gelingt, Wege für eine wirksame Überwindung der Genitalverstümmelung an in Deutschland lebenden Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund zu finden.

Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Franziska Gruber (Referentin Weibliche Genitalverstümmelung), Tel. 030/40504699-0 oder per E-Mail an: presse@frauenrechte.de.