Pressearchiv 2011

Nobelpreisvergabe an liberianische Frauenrechtlerin Leymah Gbowee am Tag der Menschenrechte (10.12) - TERRE DES FEMMES fordert Einbeziehung von Frauen in Friedensprozessen

Berlin, 8. Dezember 2011 TERRE DES FEMMES beglückwünscht Leymah Gbowee zur Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo am 10. Dezember, Tag der Menschenrechte, für ihren Kampf gegen Krieg, Gewaltherrschaft und Unterdrückung von Frauen! Anlässlich der Auszeichnung zeigt TERRE DES FEMMES in mehreren deutschen Städten den Dokumentarfilm „Zur Hölle mit dem Teufel“. Der mehrfach ausgezeichnete Film zeigt eindrucksvoll, wie Leymah Gbowee zusammen mit den „Friedensfrauen“ das Ende des Bürgerkriegs 2003 in Liberia erzwang – mit enormem Mut, außerordentlicher Kreativität und Willensstärke. Leymah Gbowee war eine der Anführerinnen dieser Frauenbewegung. Sie ist Gründerin von Women Peace and Security Network Africa und Leiterin der Nationalen Versöhnungskommission Liberias. Die Friedensaktivistin erhält die Ehrung zusammen mit der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf und der jemenitischen Menschenrechtlerin, Tawakkul Karman.

Frau Gbowee wurde bereits 2009 mit dem Ehrenpreis des Filmfestes FrauenWelten für ihren Einsatz von TERRE DES FEMMES ausgezeichnet. „Wir sind Überlebende. Wir sind starke Frauen, die durch die Hölle gegangen sind und trotzdem noch aufrecht, auf eigenen Füßen stehen" so Leymah Gbowee sechsfache Mutter, die aus einer matriarchalen Kultur Liberias stammt.

Für TERRE DES FEMMES und das Filmfest FrauenWelten ist die Nobelpreisvergabe ein erfreuliches Zeichen: „Damit ehrt das Nobelpreiskomitee stellvertretend alle Frauen, die sich für eine friedlichere Welt engagieren“ betont Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES. "Frauen sind in Kriegen und gewalttätigen Konflikte oft Opfer von systematischen Vergewaltigungen. Aber die Geschichte zeigt, Frauen sind auch einer der wichtigsten Motoren für friedliche Konfliktlösungen und den Wiederaufbau einer Gesellschaft," so Stolle. "Damit geht ein deutliches Signal in die Welt hinaus, Frauenorganisationen müssen bei Friedensverhandlungen aktiv beteiligt werden“, so Stolle weiter.

Zu hoffen ist, dass der Friedensnobelpreis an Frau Gbowee, die Umsetzung der UN Resolution 1325 zum Thema Frauen-Frieden-Sicherheit bei kriegerischen Auseinandersetzungen weiter fördert. Liberia ist eines der wenigen Länder, das einen Aktionsplan zur Umsetzung der Resolution 1325 erarbeitet hat. Obwohl Deutschland inzwischen eine größere Rolle bei internationalen Friedensprozessen spielt, hat sich die Bundesregierung bisher immer gegen die Erstellung eines Aktionsplans zu 1325 gestellt.

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Mehr Informationen und Pressefotos zu Leymah Gbowee, zum Film „Zur Hölle mit dem Teufel“ (Pray the Devil back to Hell), Transkriptionen und Filmaufnahmen der Publikums- und Expertengespräche von Leymah Gbowee 2009 in Tübingen:  „Frauen kämpfen für Frieden und gegen sexualisierte Gewalt in Afrika – und die internationalen Medien schauen gezielt weg...“ oder unter: www.frauenrechte.de/filmfest

Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Irene Jung, Tel. 07071/ 5696-57, -58  oder per E-Mail an filmfest@frauenrechte.de.

TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Mädchen und Frauen, die durch Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit, Einzelfallhilfe, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen unterstützt. TERRE DES FEMMES klärt auf, wo Mythen und Traditionen Frauen das Leben schwer machen, protestiert, wenn Rechte beschnitten werden und fordert eine lebenswerte Welt für alle Mädchen und Frauen – gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei! Unsere Schwerpunktthemen sind Häusliche Gewalt, Zwangsheirat und Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung, Frauenhandel, Zwangsprostitution und soziale Rechte für Arbeiterinnen. Der Verein wurde 1981 gegründet, die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Berlin. Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenrechte.de.

TERRE DES FEMMES: Deutschland muss seine Bürgerinnen vor Gewalt und Terror schützen – Gewalt gegen Frauen ist ein Problem der Inneren Sicherheit (23.11.2011)

Berlin. Anlässlich des UN-Gedenktages „Nein zu Gewalt gegen Frauen“ am 25. November fordert TERRE DES FEMMES die  Bundesregierung auf, die weibliche Bevölkerung besser vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu schützen. „40 Prozent der Frauen in Deutschland sind oder waren Opfer von Gewalt – wurden geschlagen, misshandelt , vergewaltigt oder getötet, meist von ihrem Lebens- oder Ehepartner“, mahnt Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES. „Geschlechtsspezifische Gewalt ist keine Privatangelegenheit. Gewalt gegen Frauen in Deutschland muss ernster genommen und als Thema der Inneren Sicherheit zum Schutz der Bürgerinnen definiert werden“, fordert die Vorsitzende. Insgesamt wurden allein in Berlin im Jahr 2010 rund 15.000 Fälle von Häuslicher Gewalt verzeichnet. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) belaufen sich die Folgekosten auf 40 Milliarden Dollar.

TERRE DES FEMMES begrüßt, dass die Regierung jetzt nicht mehr auf dem rechten Auge blind ist und den Rassismus ächtet. Nun ist es an der Zeit, dass andere Auge zu öffnen und den tagtäglichen Sexismus zu bekämpfen. Studien belegen, dass sich Rassismus und Sexismus aus derselben Motivation begründen: die Diskriminierung einer Gruppe aufgrund des Geschlechts oder der Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe. „Es ist ein Armutszeugnis für Deutschland, dass Mädchen und Frauen in ihrem Zuhause um ihr Leben und ihre Gesundheit fürchten müssen“, kritisiert Schewe-Gerigk. „Frauenhäuser müssen flächendeckend allen von Gewalt betroffenen Frauen offen stehen – unabhängig vom Aufenthaltsstatus und Einkommen“, fordert Schewe-Gerigk. „Seit Jahren drückt sich die Bundesregierung vor einer angemessenen und sicheren Finanzierung von Frauenhäusern." Das hat zur Konsequenz, dass immer mehr Frauenhäuser ihre Türen schließen müssen oder um ihre Existenz bangen. Damit verstößt Deutschland gegen internationale Vereinbarungen mit der UN und dem Europarat.

Häusliche Gewalt ist die in Deutschland  am weitesten verbreitete Form von Gewalt. Jährlich flüchten bundesweit rund 40.000 Frauen mit ihren Kindern in eines der 360 Frauenhäuser. Häusliche Gewalt umfasst Beleidigungen, Drohungen, Einschüchterung, Einsperren, Schläge, Vergewaltigung, Misshandlung bis hin zu Mord. Weitere Formen der Gewalt gegen Frauen, zu denen sich TERRE DES FEMMES engagiert, sind Gewalt im Namen der Ehre, Zwangsheirat, weibliche Genitalverstümmelung und Frauenhandel. Daten und Fakten zu den Themen finden Sie auf unserer Internetseite www.frauenrechte.de.

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Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Irmingard Schewe-Gerigk, Tel. 030/40504699-0 oder per E-Mail an presse@frauenrechte.de.

TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Mädchen und Frauen, die durch Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit, Einzelfallhilfe, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen unterstützt. TERRE DES FEMMES klärt auf, wo Mythen und Traditionen Frauen das Leben schwer machen, protestiert, wenn Rechte beschnitten werden und fordert eine lebenswerte Welt für alle Mädchen und Frauen – gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei! Unsere Schwerpunktthemen sind Häusliche Gewalt, Zwangsheirat und Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung, Frauenhandel, Zwangsprostitution und soziale Rechte für Arbeiterinnen. Der Verein wurde 1981 gegründet, die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Berlin. Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenrechte.de.

11. Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES in Tübingen vom 24. - 30.11.2011: Themenfokus „Menschenrecht Gewaltfreie Geburt, ein Plädoyer für die Hebammenkunst“ (18.11.2011)

Tübingen, 18. November 2011. Der thematische Fokus der FrauenWelten richtet sich dieses Jahr auf ein wichtiges und aktuelles Thema: „Menschenrecht gewaltfreie Geburt – ein Plädoyer für die Hebammenkunst“ hinterfragt kritisch die Art und Weise, wie Menschen in unseren Gesellschaften zur Welt kommen. Wie konnte es dazu kommen, dass Gebären nicht mehr als ein natürlicher Prozess wahrgenommen wird sondern als Krankheit und kollektives Katastrophenszenario? Er läutet zugleich eine Alarmglocke: der für eine humane, natürliche Geburt wesentliche Berufsstand der freien Hebammen ist vom Aussterben bedroht! Filme mit vielen Publikumsgesprächen, eine Ausstellung und der Thementag „Gewaltfreie Geburt“ mit einem Podiumsgespräch beleuchten mannigfaltige Perspektiven der Problematik und fordern zu politischen Konsequenzen auf.

20 Filme mit Publikumsgesprächen zum faszinierenden Thema führen in 20 Länder, darunter einige Werke, die auf großen Festivals Beachtung fanden. „Mit dem Bauch durch die Wand“ der Dokumentarfilmerin Anka Schmid lief auf der Berlinale und erfrischte mit den überraschenden Lebenswegen von jugendlichen Müttern in der Schweiz. „Genpin“ der Cannes-Gewinnerin Naomi Kawase zeigt, wie in Japan unter Betreuung des alten Arztes Yoshimura Babys und Mütter ohne Angst eine sanfte Geburt erleben dürfen. Der Film lief auf bedeutenden Festivals wie Toronto und San Sebastian und zeigt, dass das Thema durchaus mainstreamfähige Konturen hat.

Worum geht es in dem Themenfokus?

Die Filme allein schon machen klar: Vieles ist im Argen bezüglich der Art und Weise, wie Menschen in unsere Gesellschaft geboren werden: - die Kaiserschnittrate ist in Deutschland auf über 30 % gestiegen, der Kaiserschnitt wird langsam als “normale“ Geburtsform angesehen. Er bringt jedoch unzählige Nachteile für Mütter und Babys mit sich. Demgegenüber konnte sowohl der langjährige Leiter der weltbekannten Semmelweis-Klinik in Wien, Prof. Rockenschaub, als auch Hebamme Ina May Gaskin, die am 5. Dezember in Stockholm den Alternativen Friedensnobelpreis erhält, Kaiserschnittraten von ca. 1% bei über 30.000 Geburten verzeichnen, mit sehr guten Gesundheits-Werten bei Babys und Müttern.

  • Ungeborene haben wenig Chancen, in ein "Baby-freundliches" Krankenhaus geboren zu werden: nur 12 von 100 Krankenhäusern in Deutschland gehören dieser Initiative an (*www.babyfreundlich.org); Ungeborene sind auch zwischen der 13. Woche und den Geburtswehen nicht vor Körperverletzung geschützt, wohl aber vor der 13. Woche. Ein entsprechender Antrag zur Gesetzesänderung des §218, um diese erstaunliche Gesetzeslücke zu füllen, ist aktuell beim Bundestag von vier Organisationen eingereicht worden, die sich gegen Gewalt an Ungeborenen und Babys engagieren
  • Schwangerenvorsorge und Geburtshilfe werden in entwickelten Ländern wie Deutschland zunehmend von Risikodenken, Technik und einer Fülle diagnostischer Tests dominiert, Schwangerschaft und Geburt werden zum pathologischen Geschehen. Die Fähigkeit der Frauen zu gebären wird durch den oft unnötigen Einsatz von Technik und Medikamenten eingeschränkt und behindert.
  • Auf der anderen Seite der Medaille sterben auf der Welt jährlich immer noch Hunderttausende an Müttern bei der Geburt – fast ausschließlich in den armen Ländern, da sie dort keinen Zugang zu Notfallmedizin haben, unterernährt sind und hygienische Bedingungen unzureichend sind.
  • der für eine humane, natürliche Geburt wesentliche Berufsstand der freien Hebammen ist in Deutschland vom Aussterben bedroht! Enorme Haftpflicht-Versicherungszahlungen, die freie Hebammen selbst tragen müssen, machen das Überleben für sie fast unmöglich, immer mehr Geburtshäuser müssen schließen.

Aus all diesen Gründen organisiert das Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES vom 24.-30. November einen Themenfokus „Menschenrecht Gewaltfreie Geburt – ein Plädoyer für die Hebammenkunst“, um Bewußtsein in Publikum, Medien, Akteuren im Gesundheitswesen und politischen Instanzen zu wecken und zum Handeln aufzufordern. Genauso wichtig – das legen auch die Filme offen - ist für die Betrachtung jedoch der Blick auf die möglichen Alternativen. Sie zeigen auf, dass es im Hier und Jetzt durchaus möglich ist, diesen magischen und enorm wichtigen Moment im Leben eines jeden Neugeborenen und seiner Mutter gewaltfrei, würdevoll und durchaus auch wundervoll bis ekstatisch zu
gestalten. Im Rahmenprogramm bieten ein Thementag mit einer Ausstellung, dem Hebammen-“Markt der Möglichkeiten“ und einem Podiumsgespräch mannigfaltige Beschäftigung mit allen Facetten des Themas an.

Mehr Informationen sind unter www.frauenrechte.de/filmfest zu finden.

Irene Jung, Tübingen

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TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Mädchen und Frauen, die durch Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit, Einzelfallhilfe, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen unterstützt. TERRE DES FEMMES klärt auf, wo Mythen und Traditionen Frauen das Leben schwer machen, protestiert, wenn Rechte beschnitten werden und fordert eine lebenswerte Welt für alle Mädchen und Frauen – gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei! Unsere Schwerpunktthemen sind Häusliche Gewalt, Zwangsheirat und Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung, Frauenhandel, Zwangsprostitution und soziale Rechte für Arbeiterinnen. Der Verein wurde 1981 gegründet, die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Berlin.

Fakten zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland und weltweit anhand der Schwerpunktthemen von TERRE DES FEMMES

Beim Thema Gewalt im Namen der Ehre wird die Gewalt gegen Mädchen und Frauen durch die vermeintliche Herstellung der Familienehre legitimiert.
Verstoßen weibliche Familienmitglieder gegen die vorherrschenden Normen der patriachal denkenden Gemeinschaft, droht ihnen "Ehren"-Mord. Bei der vom Bundesfamilienministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) im November 2011 herausgegebene Studie zum Thema Zwangsheirat, an der TERRE DES FEMMES mitgearbeitet hat, waren 3.443 junge Frauen von Zwangsheirat bedroht oder betroffen. Über 70 Prozent der Betroffenen waren jünger als 21 Jahre. Jährlich werden weltweit etwa zehn Millionen Mädchen vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet. Oft ist mit der Zwangsheirat die
Verschleppung ins Ausland verbunden.

Die weibliche Genitalverstümmelung (englisch: Female Genital Mutilation – FGM) wird mit dem Schutz der weiblichen Jungfräulichkeit begründet. In Deutschland leben circa 20.000 Betroffene und über 5.000 Mädchen sind gefährdet, in Deutschland oder im Ausland beschnitten zu werden.
Weltweit sind bis zu 150 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Alle elf Sekunden wird einem Mädchen meist weder ohne Narkose noch unter hygienischen Bedingungen Teile der äußeren Genitalien entfernt.

Der Machtanspruch über die Frau ist oft Motiv für Häusliche Gewalt. Bereits 25 Prozent der Frauen in Deutschland haben Formen körperlicher oder sexueller Gewalt oder beides durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt. Häusliche Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Jährlich flüchten bundesweit rund 40.000 Frauen in eines der 360 Frauenhäuser. Weltweit sind je nach Region zwischen 20 und 59 Prozent der weiblichen Weltbevölkerung Häuslicher Gewalt ausgesetzt.

Alle Formen von Frauenhandel fallen unter den Oberbegriff des Menschenhandels. Im Jahr 2010 wurden 470 Ermittlungsverfahren in Deutschland im Bereich des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung abgeschlossen. Rund 14 Prozent der Opfer waren minderjährig. Schätzungen gehen von 2,4 Millionen Menschen aus, die weltweit pro Jahr verkauft werden. Darunter sind laut der EU eine halbe Million Mädchen und Frauen, die nach
Europa gebracht werden.

TERRE DES FEMMES bietet mit ihrer Beratungsstelle einen Anlaufpunkt für Mädchen und Frauen in akuter Notlage. Monatlich melden sich mehr als 30 Hilfesuchende. 2010 bildeten Fragen zur Zwangsverheiratung mit 25 Prozent den Schwerpunkt, gefolgt von Häuslicher Gewalt (21 Prozent). 62 Prozent der Hilfesuchenden waren jünger als 25 Jahre. Nicht nur Betroffene, sondern auch professionelle Institutionen aus dem gesamten
Bundesgebiet wie Jugendämter wenden sich an die Beratungsstelle.

Die Fahnenaktion von TERRE DES FEMMES „Frei leben – ohne Gewalt“! anlässlich des UN-Gedenktages „NEIN zu Gewalt an Frauen“ am 25. November (17.11.2011)

Berlin, 17. November 2011. Der 25. November ist der „Internationale Tag gegen Gewalt an Mädchen und Frauen“. Vor elf Jahren hat TERRE DES FEMMES an diesem Tag ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt und zum ersten Mal Fahnen wehen lassen und zudem ein weltweites Netzwerk geschaffen, das rund um den 25. November Aktionen gegen Gewalt an Frauen organisiert. Mit über 6.304 Fahnen und Bannern werden Institutionen, Verbände und Einzelpersonen in Deutschland, Österreich und weiteren Ländern sich auch in diesem Jahr gemeinsam für das engagieren, was Frauen wirklich wollen „Frei leben – ohne Gewalt“! „Die TERRE DES FEMMES-Fahne entwickelt sich weltweit zum vereinenden Symbol für ein freies und gleichberechtigtes Leben von Mädchen und Frauen“ freut sich Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin der Organisation TERRE DES FEMMES. „Es ist erschreckend, wie viele Mädchen und Frauen von Häuslicher Gewalt, Zwangsheirat, Genitalverstümmelung und Zwangsprostitution in Deutschland aber auch weltweit noch immer betroffen oder bedroht sind“, mahnt Stolle an.

„Menschenrechtsverletzungen an Frauen sind keine Privatangelegenheit, auch wenn Sie im familiären Umfeld geschehen“, betont Christa Stolle. TERRE DES FEMMES rückt diese fortbestehende traurige Realität mit zahlreichen Kampagnen und durch die jährliche Fahnenaktion in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Bisher sind rund 430 Aktionen und Veranstaltungen rund um den Gedenktag angemeldet. Jedes Jahr beteiligen sich mehr als 400 Städte und Gemeinden. Informationen zu den in Ihrer Region stattfindenden Aktionen können Sie dem Online-Veranstaltungskalender zur Fahnenaktion unter www.frauenrechte.de/fahnenaktion entnehmen, der laufend ergänzt wird.

Der internationale Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen" geht zurück auf die Ermordung der Schwestern Mirabal am 25. November 1960. Die drei Frauen hatten sich gegen die Diktatur in der Dominikanischen Republik engagiert und waren nach monatelanger Folter vom militärischen Geheimdienst umgebracht worden. Mit der jährlich steigenden Zahl von gehissten Fahnen wird das Vermächtnis dieser drei Frauen eindrucksvoll gewürdigt.

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Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Christa Stolle, Tel. 030/40504699-0 oder per E-Mail an presse@frauenrechte.de.

TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Mädchen und Frauen, die durch Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit, Einzelfallhilfe, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen unterstützt. TERRE DES FEMMES klärt auf, wo Mythen und Traditionen Frauen das Leben schwer machen, protestiert, wenn Rechte beschnitten werden und fordert eine lebenswerte Welt für alle Mädchen und Frauen – gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei! Unsere Schwerpunktthemen sind Häusliche Gewalt, Zwangsheirat und Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung, Frauenhandel, Zwangsprostitution und soziale Rechte für Arbeiterinnen. Der Verein wurde 1981 gegründet, die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Berlin.