Pressearchiv 2005

21.01.2005: 06.Feb.Internationaler Tag "Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung"

Anläßlich des 6. Februar, dem Internationalen Tag „Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“, werden in verschiedenen Städten Deutschlands Aktionen stattfinden, um auf das Problem der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM) aufmerksam zu machen.

Die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES zeigt am Mittwoch 9. Februar um 18.15 Uhr im Kino Arsenal, in Tübingen den Dokumentarfilm "The Day I Will Never Forget" von Kim Longinotto. Der Film geht eindrücklich auf das komplexe Thema der Genitalverstümmelung in Kenia ein. Der Film wird in den Originalsprachen Kishwaheli und Englisch mit deutschem Untertitel gezeigt. In Tübingen werden die Buchhandlungen Thalestris, Osiander, Gastl und Die Gruppe Büchertische zum Thema gestalten.

Der Internationale Tag "Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung" wurde 2003 auf einer Internationalen Konferenz des Inter-African Committee (IAC) in Addis Abeba ausgerufen und wird dieses Jahr zum zweiten Mal gefeiert. Auf der Konferenz waren First Ladies aus vier afrikanischen Ländern, Minister als auch AktivistInnen aus 40 Nationen vertreten, die gemeinsam Pläne zur schnellen Beendigung der genitalen Verstümmelung machten. Sie riefen zur Stärkung der Rechte der Frauen auf.

Weltweit sind 150 Millionen Frauen und Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt. In Deutschland leben nach Schätzungen von TERRE DES FEMMES mindestens 24.000 betroffene Frauen sowie ca. 6.000 gefährdete Mädchen. Viele leiden in Folge des Eingriffs unter irreparablen Schäden für ihre Gesundheit. Bei der weiblichen Genitalverstümmelung werden meist bei vollem Bewußtsein die äußeren Genitalien teilweise oder vollständig entfernt. Die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES engagiert sich seit mehr als 20 Jahren mittels Öffentlichkeitsarbeit und direkter Hilfe in Afrika gegen dieses schädliche traditionelle Ritual.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
TERRE DES FEMMES,
Franziska Gruber
Postfach 2565
72015 Tübingen
Tel.: 07071/79 73-0
Fax: 07071/79 73-22
E-Mail: genitalverstuemmelung@frauenrechte.de

11.02.2005: Zahra Kameli darf nicht abgeschoben werden!

TERRE DES FEMMES fordert einen sofortigen Abschiebestopp von Frau Zahra Kameli in den Iran und die Erteilung eines dauerhaften Aufenthaltsstatus! Frau Kameli ist im letzten Jahr zum christlichen Glauben konvertiert und hat überdies ein außereheliches Verhältnis in der BRD. Dadurch verstößt sie in doppelter Hinsicht gegen die Regeln des Islam. In unserer Stellungnahme, die wir dem verantwortlichen Verwaltungsgericht in Braunschweig, der Ausländerbehörde in Glosar und dem Innenminister, Otto Schily, zukommen ließen, rät TERRE DES FEMMES dringend von einer Abschiebung ab, weil Frau Kamelis Leben im Iran akut gefährdet wäre.

Frau Zahra Kameli sollte gestern abgeschoben werden. Nachdem sich der Pilot geweigert hatte, die gesundheitlich angeschlagene, junge Iranerin nach Teheran auszufliegen, wurde die Abschiebung vorläufig gestoppt. Frau Kameli befindet sich momentan in einem Krankenhaus in Frankfurt. Nach ihrer Genesung soll ein weiterer Abschiebeversuch unternommen werden.

Laut des Berichts der UNO von 2003 zum Thema Religionsfreiheit werden in dem mehrheitlich von schiitischen Moslems bewohnten Land religiöse Minderheiten wie Christen, Juden, Sunniten und Angehörige der Bahai-Religion unterdrückt. Den Angaben der Schweizerischen Flüchtlingshilfe zufolge, gehören die Angehörigen religiöser Minderheiten zu den gefährdeten und besonders verletzlichen Gruppen im Iran.

Im Iran werden die Todesstrafe und andere schwere Strafen gegen Personen verhängt, die sich sogenannten Sexualdelikten schuldig machen. Hierzu zählt u.a. Ehebruch. Die traditionelle Strafe bei Sexualdelikten ist die Steinigung, die weltweit grausamste Form der heute noch offiziell praktizierten Todesstrafen.

TERRE DES FEMMES fordert die Verantwortlichen dringend auf, sich für einen sofortigen Abschiebestopp und die Erteilung eines dauerhaften Aufenthaltsstatus für Frau Kameli einzusetzen!

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
TERRE DES FEMMES e.V.
Referat "Eilaktionen"
Frau Myria Böhmecke
Frau Ines Roth
Tel.: 07071/ 797314

01.03.2005: Fachtagung "Verbrechen im Namen der Ehre"

TERRE DES FEMMES, die Friedrich-Ebert-Stiftung und amnesty international laden am 09. März 2005 zu einer Fachtagung mit dem Thema "Verbrechen im Namen der Ehre" in die Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin ein.

Der aktuelle "Ehren"-Mord an Hatun Sürücü in Berlin ist ein Beispiel dafür, dass auch in Deutschland Verbrechen im Namen der Ehre innerhalb von Migrantenfamilien stattfinden. Weltweit werden jährlich ca. 5.000 Mädchen und Frauen im Namen der Ehre ermordet. Die Dunkelziffer liegt jedoch viel höher, weil die wenigsten Fälle vor Gericht behandelt werden. Deshalb wurde 2004 von TERRE DES FEMMES eine zweijährige Kampagne zur Prävention von Verbrechen im Namen der Ehre auf nationaler und internationaler Ebene ins Leben gerufen, und auch amnesty international greift dieses Thema im Rahmen ihrer aktuellen Kampagne gegen Gewalt an Frauen auf.

Die Konferenz soll einen Rahmen für die deutsche Fachöffentlichkeit bieten, sich über den aktuellen Diskussionsstand auf nationaler und internationaler Ebene zu informieren und an der Entwicklung von Strategien zur Beseitigung dieser Verbrechen zu beteiligen.

Programmübersicht:

- 10.15 Uhr bis 10.30 Uhr: Begrüßung durch die VeranstalterInnen

- 10.30 Uhr bis 12.00 Uhr: Einführende Vorträge

- 13.30 Uhr bis 14.45 Uhr: Arbeitsgruppen

- 15.15 Uhr bis 15.30 Uhr: Präsentation der Ergebnisse der Arbeitsgruppen im Plenum

- 15.30 Uhr bis 17.00 Uhr: Podiumsdiskussion mit:

  • Ute Vogt, parlamentarischen Staatssekretärin, Bundesministerium des Inneren
  • Seyran Ates, Rechtsanwältin
  • Rahel Volz, Referentin bei TERRE DES FEMMES
  • Majida Rizvi, Chairperson, National Commission on the Status of Women, Pakistan
  • Dr. Hani Jahshan, Institute of Forensic Medicine, Jordanien.

Die gesamte Veranstaltung wird simultan übersetzt (Deutsch / Englisch).

Die Anmeldung erfolgt über die Friedrich-Ebert-Stiftung.

Die Ansprechpartnerin ist Frau Andree (Tel.: (02 28) 88 35 03 oder per E-Mail: brigitta.andree@fes.de).

Für Nachfragen und Interviewwünsche stehen wir gerne zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich an:
TERRE DES FEMMES, Myria Böhmecke, Konrad-Adenauer-Str. 40,
72072 Tübingen, Tel. 07071/79 73-14, E-Mail: eilaktion@frauenrechte.de

Bitte beachten Sie zu diesem Thema auch die Neuerscheinung

"Mein Schmerz trägt Deinen Namen. Ein Ehrenmord in Deutschland" von Hanife Gashi, erschienen im Rowohlt-Verlag.

22.02.2005: THE BODY SHOP und TERRE DES FEMMES gemeinsam gegen häusliche Gewalt!

Im Beisein von Fernsehmoderator und Buchautor Roger Willemsen wurde TERRE DES FEMMES ein Scheck in Höhe von 40.000 EUR für die Arbeit gegen häusliche Gewalt überreicht.

“Mit diesem Geld können wir in Zeiten leerer Kassen jemanden finanzieren, der sich ausschließlich um das wichtige Thema ’Häusliche Gewalt' bei TERRE DES FEMMES kümmern wird", freut sich Christa Stolle, Geschäftsführerin von TERRE DES FEMMES. "Wir müssen das Thema ’Häusliche Gewalt' mehr ins öffentliche Bewusstsein rücken und dafür sorgen, dass betroffene Frauen umfassende Hilfe und Zufluchtsmöglichkeiten bekommen. In Zeiten knapper Kassen dürfen keine Mittel gestrichen werden."

“Häusliche Gewalt ist noch immer ein Tabu in Deutschland - und es wird höchste Zeit, dass ein Forum für dieses Thema geschaffen wird", bestätigte Roger Willemsen, der die Kampagne aktiv unterstützt.

Nach der jüngsten Studie (Ende 2004) des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend ist jede 4. Frau in Deutschland Opfer von häuslicher Gewalt. Jährlich suchen 45.000 Frauen in Deutschland Zuflucht in Frauenhäusern.

Viele Opfer schweigen in der Regel aus Angst und Scham. Anita Roddick, Gründerin von THE BODY SHOP, ist überzeugt, dass “drei von fünf Frauen es noch nicht einmal ihrer Mutter erzählen würden, wenn ihr Partner Gewalt anwendet. Frauen ertragen durchschnittlich 35 Übergriffe, bevor sie sich an die Polizei wenden."

Mit ihrer gemeinsamen Kampagne versuchen THE BODY SHOP und TERRE DES FEMMES seit März letzten Jahres auf die Ereignisse in deutschen Wohnzimmern aufmerksam zu machen.

THE BODY SHOP DEUTSCHLAND hofft, TERRE DES FEMMES noch mehr Geld zur Verfügung stellen zu können. Ausgemusterte Handys, der Verkauf von Schlüsselanhängern und Kampagnen-T-Shirts - das alles soll Geld im Kampf gegen häusliche Gewalt bringen. Außerdem wurde extra für die Kampagne ein Pfefferminz-Lippenpflegestift entworfen, von dem 1,50 Euro an die Menschenrechtsorganisation gehen.

Soziales und gesellschaftspolitisches Engagement ist seit jeher Bestandteil der Unternehmensphilosophie von THE BODY SHOP. Mit der Kampagne STOPPT HÄUSLICHE GEWALT will das Kosmetikunternehmen gemeinsam mit der Menschenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES die Menschen aufrütteln und ihnen Mut machen, hinzusehen und sich einzumischen.

Für weitere Informationen:
Christa Stolle, Geschäftsführerin von TERRE DES FEMMES
E-Mail: geschaeftsfuehrung@frauenrechte.de
Tel. 0 70 71 / 79 73-0

07.03.2005: Ausstellung "Ohne Glanz und Glamour - Prostitution im Zeitalter der Globalisierung"

Am Freitag, den 11. März 2005 um 19 Uhr, wird im Pavillon der Tübinger Kunsthalle die Ausstellung "Ohne Glanz und Glamour- Prostitution im Zeitalter der Globalisierung" eröffnet. Zur Vernissage findet ein Sektempfang mit Live-Musik von "las lanzas coloradas" und eine szenische Lesung statt.

Die aktuell in der Kunsthalle laufende Gemäldeausstellung "Bordell und Boudoir" zeigt das Pariser Nachtleben zur Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert aus der Sicht berühmter Maler wie Toulouse-Lautrec oder Picasso. Dagegen setzt sich "Ohne Glanz und Glamour" kritisch mit der Prostitution in der Gegenwart auseinander. Die Kunsthalle Tübingen und TERRE DES FEMMES möchten mit dieser ergänzenden Ausstellung die Annäherung an ein Tabuthema ermöglichen.

Bekannte und engagierte Fotografinnen und Fotografen ermöglichten es, die informativen Texte auf den Ausstellungstafeln mit eindrucksvollen Fotos zu begleiten: u.a. Bettina Flitner, Eva Horstick-Schmitt, Sabine Sauer, Wolfgang Müller, Georg Addison, Klaus J.A. Mellenthin.

Die von TDF neu erstellte Ausstellung hat das Ziel, mit Fakten und Daten zu informieren und dabei die BetrachterInnen auch emotional anzusprechen. Welche Dimensionen und Formen hat das Geschäft mit "der Ware Frau" heute? Wer ist beteiligt, wer gewinnt und wer verliert?

Die Globalisierung zeigt sich auch in der Prostitution. Immer mehr Ausländerinnen sind in Deutschland im Sexgewerbe tätig, viele von ihnen unter Zwang. Frauenhandel ist eine moderne Form der Sklaverei und kann daher von unserer Gesellschaft nicht toleriert werden.

Die Ausstellung soll Anlass geben, einen produktiven gesellschaftlichen Diskurs über dieses aktuelle Thema zu führen. Diese Auseinandersetzung wird im Programm "Lust auf mehr" durch Podiumsdiskussionen und Filmabende zusätzlich angeregt.

Bei der ersten Sonntagsmatinee am 13. März 2005 um 11 Uhr diskutieren zum Thema "Moderne Sklavinnen" die Gäste: Frau MdB Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin, Prof. Dr. Joachim Renzikowski, die Journalistin Inge Bell und Juliane von Krause (TDF), Moderation: Dr. Irene Klünder (SWR).

Für Nachfragen und Interviewwünsche stehen wir gerne zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich an:
TERRE DES FEMMES, Christa Stolle, Tel. 07071/79 73-0
E-Mail: geschaeftsfuehrung@frauenrechte.de