Bangr-Nooma - "Es gibt nichts Besseres als Wissen"Seit über zehn Jahren setzen sich Rakieta Poyga, die Leiterin von Bangr Nooma und ihre ehrenamtlichen MitarbeiterInnen für die Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung in Burkina Faso ein. Nach intensivem Erfahrungsaustausch mit Aminata Sigué (verstorben 2002) begann Rakieta Poyga im Jahre 1998 mit ihrer ersten Aufklärungs- und Überzeugungskampagne in ihrem Stadtviertel in Ouagadougou und gründete mit fünf Frauen die „Association Bangr-Nooma“. Wenig später bezog sie auch ihr Heimatdorf Bolin und dessen Nachbardörfer in die Kampagne ein.
Die von TERRE DES FEMMES unterstützte Organisation Bangr-Nooma heißt soviel wie "Es gibt nichts Besseres als Wissen". Bangr-Nooma wurde 2001 offiziell als gemeinnützige NGO anerkannt und zählt inzwischen über 300 aktive Mitglieder, die alle – ebenso wie die Leiterin selbst – ehrenamtlich tätig sind. In den vergangenen Jahren konnte Bangr-Nooma weitere nichtstaatliche Organisationen als Kooperationspartnerinnen bei ihren Kampagnen gegen die Genitalverstümmelung gewinnen.

© Foto: Regine Bouédibéla-Barro |
Aufklärung ist ein Schlüssel gegen Genitalverstümmelung |
Die Arbeit von Bangr-NoomaIm Mittelpunkt der Arbeit von Bangr-Nooma stehen Aufklärungskampagnen gegen die genitale Verstümmelung. Sie wenden sich v.a. an Mädchen und Frauen, aber auch an traditionelle und religiöse Autoritäten sowie an all jene, die in ihren Gemeinschaften Ansehen genießen.
Im ersten Jahr verläuft die Aufklärung in drei Phasen: In der ersten Phase versucht Bangr-Nooma, die Dorfchefs für ihre Aktivitäten zu gewinnen. Stehen diese dem Anliegen offen gegenüber, wählt Bangr-Nooma mit einem Test eine Frau und einen Mann aus der Dorfbevölkerung aus, die zur Animatrice/zum Animateur ausgebildet werden. Durch kontinuierliche Gespräche versuchen sie, allmählich das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Später leiten sie eine Dorfversammlung ein, auf der öffentlich über die genitale Verstümmelung diskutiert und ein ehrenamtliches Dorfkomitee gegen Beschneidung gebildet wird.
In der zweiten Phase liegt der Schwerpunkt auf der Schulung von lokal einflussreichen Personen wie z.B. LehrerInnen, Polizisten, traditionellen Hebammen und Beschneiderinnen.
Die Zusammenarbeit zwischen Dorfkomitee, Animatricen/Animateuren sowie den ehemaligen Beschneiderinnen bestimmt die dritte Phase: Gemeinsam wird eine Liste der bedrohten Mädchen erstellt und deren körperliche Unversehrtheit überwacht. Die ehemaligen Beschneiderinnen spielen hier eine entscheidende Rolle, erfahren sie doch von geplanten Beschneidungen und können diese zur Anzeige bringen.
Im zweiten und dritten Jahr vertieft Bangr-Nooma gemeinsam mit den Dorfkomitees die Aktivitäten, um einen nachhaltigen Erfolg der Aufklärungsarbeit zu gewährleisten. Danach arbeiten die Komitees unabhängig und führen die Arbeit eigenständig fort.

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Mutter mit unversehrter Tochter |
ErfolgeDie Geschäftsstelle der Nichtregierungsorganisation Bangr-Nooma, die mit Hilfe von TERRE DES FEMMES aufgebaut wurde, besteht nun seit 2005. Diese ist eine wichtige Anlaufstelle für benachteiligte Mädchen und Frauen. Dort finden Mädchen, die vor einer drohenden Genitalverstümmelung fliehen, Beratung und Schutz. Auch Frauen und Mädchen, die vergewaltigt wurden oder HIV-positiv sind, suchen in der Beratungsstelle Zuflucht. In dieser Situation ist die Arbeit von Bangr Nooma unerlässlich und nicht mehr wegzudenken.
Bangr-Nooma konnte mit Hilfe der kontinuierlichen Unterstützung durch TERRE DES FEMMES ein Umdenken bei vielen Menschen bewirken. Dabei wurden unter anderem religiöse, traditionelle und politische Führungspersonen aus den Projektdörfern in die Aufklärungskampagne einbezogen.
- Mehr als 32.000 Mädchen wurden nachweislich vor einer genitalen Verstümmelung bewahrt.
- Dank Bangr-Nooma gibt es heute in 760 Dorfgemeinschaften Komitees gegen die Praktik. In diesen Dörfern finden keine Genitalverstümmelungen mehr statt.
- Über 200 Beschneiderinnen und ihre Assistentinnen gaben ihr Handwerk auf und schlossen sich teilweise der Kampagne an. Knapp 160 von ihnen bekamen von Bangr-Nooma einen Kleinkredit, um sich eine neue Existenz aufzubauen.
- Insgesamt erreichte Bangr-Nooma mit ihrem Engagement etwa 730.000 Menschen.
Augrund dieser Erfolge hat Bangr-Nooma beschlossen die Aufklärungskampagnen
auszuweiten. In der Region Tiébélé werden mit Unterstützung der Dorfchefs
weitere Frauen und Männer zu Animatricen und Animateuren ausgebildet. Ziele sind
die Abschaffung der Genitalverstümmelung sowie die Durchsetzung internationaler
Kinderrechte und die Bekämpfung von Zwangsverheiratung.

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Am 08. März 2009,
dem internationalen Frauentag, fand ein von Bangr-Nooma organisiertes
Fußballturnier statt: Im Andenken an TERRE DES FEMMES und Ulrike Sülzle. Die
2008 verstorbene Filmemacherin portraitiert in ihrem Film die Animatrice Maimouna. Nach
dem Turnier fanden alle zu einem gemeinsamen Festessen zusammen."
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- die Finanzierung von Aufklärungskampagnen in den Dörfern des Einzugsgebietes der Organisation,
- die Finanzierung von Seminaren und Schulungen vor allem für Beschneiderinnen, LehrerInnen und Animatricen/Animateure,
- die Finanzierung von Auftritten von Theater- und Musikgruppen zur Unterstützung der Kampagnen,
- die Vergabe von Startkapital in geringer Höhe für die ehemaligen Beschneiderinnen, damit sie nicht aus Not ihr Handwerk wieder aufnehmen,
- die Finanzierung der Büromiete,
- die Finanzierung der Personalkosten für eine Sekretärin sowie
- die Finanzierung von Benzin- und laufenden Kosten für ein Auto,
- die Finanzierung von Fahrrädern für die Animateure/Animatricen,
- die Finanzierung von geeigneten Schulräumen, Bänken, Tischen und Tafeln.
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oder
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