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TDF-Archiv/ Bibliothek
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Unterschriftenaktion zum Sorge- und Umgangsrecht - der Countdown läuft |
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TERRE DES FEMMES setzt sich kritisch mit der aktuellen Auslegung des Sorge- und Umgangsrechts bei Fällen von Häuslicher Gewalt auseinander. Wir begrüßen zwar grundsätzlich die Zusammenlegung der vormals getrennten familien- und zivilgerichtlichen Zuständigkeiten, die Beschleunigung von Sorge- und Umgangsentscheidungen, der derzeitigen FGG-Reform der deutschen Bundesregierung. In Fällen von Häuslicher Gewalt bergen sie jedoch massive Gefahren und Belastungen für betroffene Frauen und Kinder. So hatte der Ex-Ehemann von Aylin K., die wir betreuen, weiterhin das Umgangsrecht zu den gemeinsamen Kindern, obwohl er Aylin mit mehr als 20 Messerstichen fast umgebracht hat. Selbst vom Gefängnis aus konnte er fordern, die Kinder zu sehen. Diese gesetzliche Handhabung stellt für betroffene Frauen eine unerträgliche Belastung und Gefahr dar. Dies gilt ebenfalls für die Kinder, denn der Kontakt zu den Gewalttätern ist auf keinen Fall dem Kindeswohl zuträglich.
TERRE DES FEMMES setzt sich in ihrem Namen für eine Änderung der Gesetzeslage durch den Gesetzgeber ein, welche die Betroffenen Häuslicher Gewalt besonders berücksichtigt. Häusliche Gewalt soll als Indikator dafür dienen, dass Väter ihre Erziehungsberechtigung (wenigstens vorerst) verwirkt haben. Die bestehenden Gesetze sollen die Betroffenen nicht erneut zu Opfern machen, sondern zu ihren Gunsten und ihrer Sicherheit geändert werden.
TERRE DES FEMMES hat dazu eine Unterschriftenaktion gestartet. Sie können mit Ihrer Unterschrift auf unserer Petition einen wichtigen Beitrag zur Änderung dieser gesetzlichen Praxis leisten. Bitte geben Sie die Liste auch an FreundInnen und Bekannte weiter, denn jede einzelne Unterschrift hilft uns, unserer Forderung vor dem Familien- und Justizministerium Nachdruck zu verleihen!
Bitte senden Sie die unterschriebenen Listen an die auf der Liste angeführte Adresse. Die Listen werden im Frühjahr dem Justizministerium übergeben.
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Rückschau "Das Private ist betrieblich - Unternehmen sagen NEIN zu Häuslicher Gewalt" am 26.11.2008 |
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Zu der Veranstaltung "Das Private ist betrieblich – Unternehmen sagen NEIN zu Häuslicher Gewalt" lud TERRE DES FEMMES in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, der Landesarbeitsgemeinschaft der bezirklichen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten und der Hotline der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG) am 26. November 2008 in Berlin ein. Harald Wolf, Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, begrüßte mehr als 60 ausgewählte TeilnehmerInnen in der Neuen Mälzerei und zeigte sich überzeugt von der Relevanz einer Workplace Policy - einer Selbstverpflichtung gegen Häusliche Gewalt - für Unternehmen.
Die Veranstaltung wurde mit Vorträgen von Serap Altinisik, Referentin für Häusliche Gewalt bei TERRE DES FEMMES, und Elisabeth Weyermann von THE BODY SHOP, die von den wertvollen Erfahrungen mit der Workplace Policy in ihrem Unternehmen berichtete, eingeleitet. Beide plädierten für die Umsetzung einer Workplace Policy in deutschen Vorreiterunternehmen zur Bildung einer Allianz der Wirtschaft gegen Häusliche Gewalt.
Im Anschluss wurden in drei Workshops die Umsetzungsmöglichkeiten für teilnehmende Unternehmen diskutiert, Stolpersteine bei der Implementierung aufgezeigt und Problemlösungen erarbeitet. Neben interessierten VertreterInnen aus Unternehmen, wie der Deutschen Bahn, Barmer Ersatzkasse oder BSR-Berliner Stadtreinigung, nahmen auch engagierte Personen aus Verwaltung, Polizei und Medien teil. Sie trugen maßgeblich zu den fruchtbaren Diskussionen und wichtigen Ergebnissen der Workshops bei. Ihre Expertise und kritische Auseinandersetzungen waren zentral für den Erfolg der Veranstaltung und uns für das weitere Vorgehen im Bemühen, die Workplace Policy in Deutschland zu lancieren, sehr wertvoll.
In allen Workshops wurde die Relevanz von innerbetrieblichen ebenso wie gesellschaftlichen Allianzen gegen Häusliche Gewalt und für eine Workplace Policy erkannt, damit eine Selbstverpflichtung umgesetzt werden kann. Viele TeilnehmerInnen bestätigten ihre Bereitschaft, sich persönlich in ihren Unternehmen für eine Workplace Policy einzusetzen und die richtigen AnsprechpartnerInnen dafür zu gewinnen. Die Notwendigkeit, klare und eindeutige Strategien für die teilnehmenden Unternehmen zu formulieren, also eine Handlungsanleitung für die Umsetzung einer Workplace Policy zu geben, wurde angemerkt. Die Workshops dienten auch der Vorstellung von Umsetzungsmöglichkeiten und regten die Teilnehmenden an, kreative Ideen der Umsetzung beizutragen.
TERRE DES FEMMES bleibt weiterhin an dieser Idee dran und wird die Allianz von Unternehmen gegen Häusliche Gewalt unter dem Thema Workplace Policy in Deutschland vorantreiben.
Fotos der Veranstaltung:
Copyright aller Fotos: Mathias Bartsch
 Herr Senator Harald Wolf für Wirtschaft, Technologie und Frauen, Frau Heike Gerstenberger, Gleichstellungsbeauftragt des Bezirks Pankow, Frau Sonja Szameitat von Kaiser's Tengelmann und Frau Sabine Thümler von BSR (Berliner Stadtreinigung) bei der Pressekonferenz.
 Brigitte Kowas, Gleichstellungsbeauftragte des Bezirks Reinickendorf, bei der Vorstellung der Werbeträger gegen Häusliche Gewalt
 Harald Wolf, Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen, begrüßt die Anwesenden
 Serap Altinisik, Referentin 'Häusliche Gewalt' bei TERRE DES FEMMES
 Elisabeth Weyermann, THE BODY SHOP
 TeilnehmerInnen der Veranstaltung
 Workshop über die rechtlichen und betrieblichen Punkte einer Workplace Policy
 Workshop für kleine und mittlere Unternehmen
 Geschäftsführerin Christa Stolle mit Senator Harald Wolf und Robert Hofmann, Vertreter der Deutschen Bahn
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Rückschau Fahnenaktion 2008. 5000 Fahnen wehten bundesweit am 25. November |
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Bereits zum achten Mal fand am 25. November, dem Internationalen Tag NEIN zur Gewalt gegen Frauen, die von TERRE DES FEMMES initiierte Fahnenaktion statt.
Das Aufhängen der Fahne wird von vielen Gemeinden, Gruppen und Verbänden genutzt, um sich gegen Gewalt an Frauen auszusprechen und zum Handeln aufzurufen. So wurden dieses Jahr mehr als 5000 Fahnen in über 850 Städten und Gemeinden gehisst. Zusätzlich zu den Fahnenhissungen fanden viele unterschiedliche Veranstaltungen statt, die das Thema "Gewalt gegen Frauen" zum Inhalt hatten. Lesungen, Filmvorführungen, Infostände und Vorträge waren dabei, ebenso wie die Brötchentütenaktion "Gewalt kommt nicht in die Tüte", die inzwischen in vielen Städten durchgeführt wird.
 Fahnenaktion in Iasi/Rumänien Einen besonderen Erfolg hatte die diesjährige Fahnenaktion in Berlin zu verbuchen: Es erklärten sich alle im Bundestag vertretenden Parteien bereit die Anti-Gewalt-Fahne vor (bzw. in) ihren Parteizentralen zu hissen und somit über die Parteigrenzen hinweg ein gemeinsames Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen.
In Frankfurt am Main wurden in U-Bahnen und Bussen so genannte Doorhänger verteilt, die auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen sollten. In mehreren Städten fanden ökumenische Gottesdienste zur Thematik statt und u.a. in Halle zeigten Männer im Rahmen der "White Ribbon Campaign" mit den weißen Schleifen ihre Solidarität und Ablehnung von Gewalt gegen Frauen.
 Die 'frei leben'-Fahne weht vor dem Firmensitz von TNT in Troisdorf In Berlin wurde an der FH für Verwaltung und Rechtspflege ein ganzes Tagesprogramm mit Plenum, Workshops, feierlicher Fahnenhissung, Ausstellungseröffnung und Empfang auf die Beine gestellt. Auch die Anregung des Frauenbüros der Stadt Mainz, die fremdsprachigen Fahne den Partnerstädten zum Geschenk zu machen, wird immer wieder aufgegriffen: So wehten in diesem Jahr z.B. in den Partnerstädten von Osterode in Armentieres/ Frankreich und Scarborough/ Großbritannien die Fahnen.
Auch in weiteren Ländern kommt die Fahne zum Einsatz: Es fanden wieder Aktionen in Österreich, der Schweiz, in Rumänien und sogar in Kenia statt.
Einen Überblick über die kreative Vielzahl der uns bekannten Veranstaltungen finden Sie auf unserer Google Map, die wir laufend ergänzen.
Der Gedenktag geht zurück auf die Ermordung der Schwestern Mirabal am 25. November 1960. Die drei Frauen hatten sich gegen die Diktatur in der Dominikanischen Republik engagiert und waren nach monatelanger Folter vom militärischen Geheimdienst umgebracht worden.
 Fahnenhissung in Lauterbach
Im Jahr 1981, auf einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen in Bogotá, Kolumbien, würdigten die Teilnehmerinnen diese Frauen und riefen das Todesdatum der drei Schwestern zum Gedenktag für die Opfer von Männergewalt aus. Der Mut der Mirabal-Schwestern in ihrem Kampf gegen den Tyrannen hat viele Frauen weltweit motiviert, gegen Unrecht und Unterdrückung einzutreten. Seit 1999 ist der 25. November als Internationaler Gedenktag gegen Gewalt an Frauen von den Vereinten Nationen anerkannt.
Für TERRE DES FEMMES war der Gedenktag der Auftakt für die neue Kampagne gegen Genitalverstümmelung.
Mehr Informationen darüber erhalten Sie über hier.
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24.11.2008: Auftakt der TERRE DES FEMMES-Kampagne KEIN SCHNITT INS LEBEN! |
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 (c) Foto: Mathias Bartsch Am 24.11.2008 startete TERRE DES FEMMES im Berliner Abgeordnetenhaus eine bundesweite zweijährige Kampagne gegen Genitalverstümmelung. Unter dem Titel KEIN SCHNITT INS LEBEN! macht TERRE DES FEMMES insbesondere auf die Situation betroffener Frauen in Deutschland aufmerksam. Ziel der Kampagne ist u.a. ein Schutzprogramm für die über 4.000 gefährdeten Mädchen, die in Deutschland leben.
Bei der Auftaktveranstaltung im Festsaal des Abgeordnetenhauses machte TERRE DES FEMMES vor 170 TeilnehmerInnen und der Presse die wichtigsten Forderungen und Ziele der Kampagne deutlich.
TERRE DES FEMMES macht sich stark dafür, dass
- ÄrztInnen, Hebammen, ErzieherInnen und LehrerInnen in ihrer Ausbildung geschult werden.
- mehr Beratungsstellen für betroffene Frauen und ihre Familien eingerichtet werden.
- alle Kinder an den ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen.
- Genitalverstümmelung ein eigener Straftatbestand wird.
Zum Auftakt der Kampagne wurden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, wie Interessierte TERRE DES FEMMES dabei unterstützen können, auf weibliche Genitalverstümmelung als schwere Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen.
Programm:
 (c) Foto: Mathias Bartsch
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Begrüßung
Anja Kofbinger, MdA, Bündnis 90/Die Grünen, Frauenpolitische Sprecherin und Schirmfrau der Auftaktveranstaltung
"Vielleicht ist es diese monströse Gewalttätigkeit gegen Frauen – oft auch von Frauen verübt – die immer noch so viele scheinbar gleichgültig wegschauen lässt. Um so wichtiger ist es, dass dieses Thema transparent und begreifbar gemacht wird. Für jede Bürgerin, jeden Bürger und die Entscheidungsträger und –innen in diesem Land. Deshalb ist diese Ausstellung und diese Kampagne auch so wichtig."
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 (c) Foto: Mathias Bartsch |
Grußwort
Dr. Ellen Seßar-Karpp, filia – die frauenstiftung, Unterstützerin der Auftaktveranstaltung
„Bei allen Aktivitäten von filia geht es darum, Frauenrechte sichtbar
zu machen, sozialen Wandel anzustoßen und die Nachhaltigkeit der
Projekte zu gewährleisten. Mit Ihrer Kampagne leisten Sie einen sehr
wesentlichen Beitrag zur Umsetzung von filias Leitideen und wir
unterstützen daher Ihre Arbeit sehr gern.“ |
 (c) Foto: Mathias Bartsch |
Einleitung und Vorstellung der Kampagne
Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin TERRE DES FEMMES
„KEIN SCHNITT INS LEBEN! ist nicht nur der Titel unserer Kampagne,
sondern unsere Vision für jedes Mädchen, jede Frau – weltweit! Dieses
Ziel können wir nur gemeinsam erreichen.“
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 (c) Foto: Mathias Bartsch
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Preview des Kampagnenclips
René Heymann, Agentur Heymann Schnell
"Wir beweisen jeden Tag mit unseren Kampagnen, dass unsere Ideen Menschen bewegen. Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit unserer Arbeit einen Beitrag leisten können, die wichtige Kampagne „KEIN SCHNITT INS LEBEN!“ von TERRE DES FEMMES zu unterstützen und sind überzeugt, dass unsere Kreationen helfen werden, mehr Öffentlichkeit für dieses brisante Thema zu erreichen."
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 (c) Foto: Mathias Bartsch |
Performance „Liebe die Rose“
Dorothea Walter, Performancekünstlerin
„Genitalverstümmelung ist keine kulturelle Eigenart. Genitalverstümmelung ist sexualisierte Gewalt und Folter:“
Mehr zur Performance, sowie Buchungsmöglichkeit unter www.do-wa.de |
 (c) Foto: Mathias Bartsch
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Einführung zur Lesung
Franziska Gruber, Referentin gegen weibliche Genitalverstümmelung, TERRE DES FEMMES |
 (c) Foto: Mathias Bartsch
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Lesung „Lasst uns einander die Hände reichen...“
Nina Hoss, Schauspielerin
„Für mich ist Genitalverstümmelung Folter, eines der schlimmsten
Verbrechen, die im Namen der so genannten Ehre auf dieser Erde
geschehen. Ich träume davon, dass es möglich sein wird, diese Form der
Herrschaft über das Wesen der Frau aufzugeben.“
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Dank
Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin TERRE DES FEMMES
Eröffnung der Ausstellung „Sie versprachen mir ein herrliches Fest...“
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Podiumsdiskussion "EURE EHRE - UNSER LEID: Die Integrationsfalle" in Berlin am 04.12.2008 |
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Podiumsdiskussion zum Thema Integration türkisch/muslimischer MigrantInnen in Deutschland
Die Veranstaltung des Blanvalet Verlags und von TERRE DES FEMMES fand am Donnerstag, den 04. Dezember 2008, 19:30 Uhr in der Bertelsmann AG, Unter den Linden 1, 10117 Berlin statt
In ihrem neuen Buch Eure Ehre - Unser Leid (Bestellung im TDF-Online-Shop) fordert die deutsch-türkische Frauenrechtlerin Serap Çileli deutlich verbesserte Hilfs- und Eingliederungsmaßnahmen für türkisch/muslimische MigrantInnen, denn diese leben - so Çileli - nach wie vor in Parallelgesellschaften. Eine Aufforderung an die deutsche Politik, auch bislang eher vernachlässigte Themen wie die Rolle deutscher KonvertitInnen, die Rolle von Männern als Opfer von Zwangsehen, die schleichende Islamisierung Deutschlands, besseren Schutz vor Gewalt im Namen der Ehre - und mehr - in der aktuellen Integrationsdebatte intensiver zu berücksichtigen. Eine dringende Notwendigkeit, die Çileli in ihrem Buch thematisiert.
 Die Autorin und Frauenrechtlerin Serap Çileli (Mitte) mit der Moderatorin Ulrike Plewnia (links) und der CDU-Politikerin Kristina Köhler (rechts)
Auf dem Podium diskutierten Serap Çileli, Kristina Köhler (MdB CDU), Anne Duncker (Politikwissenschaftlerin) und Collin Schubert (TERRE DES FEMMES). Moderiert wurde die Diskussion von Ulrike Plewnia von der FOCUS-Redaktion.
Serap Çileli untermalte ihre Forderungen und Kritik mit vielen Fallbeispielen von betroffenen Frauen und Mädchen. Sie forderte nicht nur die deutsche Politik auf, konsequenter die Rechte von Frauen und Mädchen zu schützen, sondern ihr Appell richtete sich auch an die deutsche Öffentlichkeit, Menschenrechtsverletzungen an Frauen und Mädchen nicht mit religiösen und kulturellen Argumenten zu rechtfertigen, sondern die Errungenschaften von Demokratie und Frauenbewegung zu verteidigen. Auch rief sie säkularisierte MuslimInnen dazu auf, sich stärker für eine Differenzierung von Islam und Islamismus einzusetzen und ihre reformorientierten Positionen klarer in öffentlichen Diskussionen zu vertreten.
Kristina Köhler betonte, dass von politischer Seite her, noch viele Maßnahmen nötig seien, um die Integration von türkisch/muslimischen MigrantInnen zu gewährleisten, dass jedoch in den letzten Jahren auch schon viel getan worden sei. Sie erwähnte zum Beispiel die Bedingung für türkische MigrantInnen, schon im Herkunftsland einen Deutschtest absolvieren zu müssen, und den obligatorischen Integrationskurs nach der Ankunft in Deutschland. Sie erklärte sich dazu bereit, sich für eine humanere Rückkehrregelung einzusetzen. In Deutschland aufgewachsene Betroffene, die in die Türkei zwangsverheiratet wurden, verlieren aktuell nach sechs Monaten ihr Aufenthaltsrecht in Deutschland. Der Forderung, dass die Aufenthaltsregelung dahingehend geändert werden soll, dass Frauen, die durch eine Zwangsheirat nach Deutschland gekommen sind, nicht mehr durch die Trennung von ihrem Mann das Aufenthaltsrecht verlieren, steht sie jedoch kritisch gegenüber.
Anne Duncker ergänzte die Diskussion mit Vergleichen zur Situation in der Türkei, wo in den letzten Jahren gesetzliche Bestimmungen zum Schutz der Frauen und Mädchen verbessert wurden. Jedoch wies sie darauf hin, dass die Umsetzung der Bestimmungen oft nicht garantiert werde.
Collin Schubert lenkte den Fokus auf den politischen Islam und die Tatsache, dass konservative islamische Vereine und Imame den Koran rigide auslegen und von ihren Anhängern und Anhängerinnen eine Lebensweise fordern, die sich am Islam zu Prophetenzeiten orientiert. Sie erzählte von ihren zahlreichen Seminaren, auf denen LehrerInnen über die zunehmende Islamisierung unter den SchülerInnen berichteten. So tragen schon 10- bis 12-jährige Schülerinnen ein Kopftuch und wer nicht mitmacht, wird gemobbt. Im Internet kursieren Formulare, mit denen Schülerinnen leicht vom Sport- und Biologieunterricht abgemeldet werden können.
 Die Podiumsdiskussionsteilnehmerinnen Collin Schubert, TERRE DES FEMMES und Anne Duncker, Politikwissenschaftlerin
Rund 70 Besucher und Besucherinnen verfolgten die Diskussion interessiert und nutzten die Möglichkeit, ihre Überlegungen und Fragen einzubringen. Der anschließende Umtrunk bot die Gelegenheit, sich mit anderen Gästen auszutauschen, sich persönlich an die eine oder andere Podiumsteilnehmerin zu wenden oder sich am Büchertisch über Publikationen zum Thema und die Arbeit von TERRE DES FEMMES zu informieren.
Das neue Buch von Serap Çileli kann übrigens direkt in unserem Online-Shop bestellt werden. |
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