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TDF-Archiv/ Bibliothek
25.09.2008: TERRE DES FEMMES
eröffnet feierlich Hauptstadtbüro
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Collage von Mathias Bartsch


TERRE DES FEMMES ist in die Hauptstadt gezogen! Mit rund 300 Gästen haben wir am 25. September 2008 die offizielle Eröffnung unseres Berlin-Büro gefeiert.

"TERRE DES FEMMES kämpft für eine Welt, in der Menschen partnerschaftlich, friedlich und vor allem gleichberechtigt zusammenleben. Und das funktioniert nur, wenn weltweit akzeptiert wird, dass Mädchen und Frauen die gleichen Rechte wie Männer haben."
(Christa Stolle)

Nachdem Christa Stolle, die Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES, alle Gäste begrüßt und sich bei allen bedankt hat, die zur Realisierung der Feier beigetragen haben, übergab sie das Wort an unsere Redner und Rednerinnen. Wir haben uns sehr gefreut, dass Herr Dr. Heiner Geißler (Bundesminister a.D.), Frau Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (MdB und Bundesministerin a.D.), Frau Gabrielle Scharnitzky (Schauspielerin) und Frau Almuth Nehring-Venus (Senatsverwaltung Wirtschaft, Technologie und Frauen, Berlin) uns in ihren Reden zum Schritt nach Berlin beglückwünscht haben. Ihre Worte motivieren uns, unsere Arbeit tatkräftig weiterzuführen.

In den vergangenen Jahrzehnten haben wir von Tübingen aus viel für die Rechte von Mädchen und Frauen in der ganzen Welt erreicht. Nun freuen wir uns darauf, diese erfolgreiche Arbeit auch in Berlin fortzusetzen und auszubauen.

In Berlin werden die für unsere Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit so wichtigen Entscheidungen getroffen. TERRE DES FEMMES hat daher entschieden, zunächst unsere Mitarbeiterinnen der Referate Frauenhandel (Sibylle Schreiber) und Häusliche Gewalt (Serap Altinisik) nach Berlin zu entsenden. Durch die Verstärkung mit einem Hauptstadtbüro können wir uns noch effektiver für Frauenrechte einsetzen. Die gesamte Bundesgeschäftsstelle wird bis spätestens 2012 nachfolgen.

Wir möchten uns bei allen Gästen, Rednerinnen und Redner und allen, die zum Gelingen der Eröffnungsfeier beigetragen haben, ganz recht herzlich bedanken!

 

Kontakt Berlinbüro:
Tel.: 030/40504699-0
E-Mail:

Für Post und Fax gilt weiterhin die Anschrift unserer Bundesgeschäftsstelle in Tübingen:
Postfach 2565
72072 Tübingen
Tel.: 07071/7973-0
Fax: 07071/7973-22
E-Mail: info@frauenrechte.de

18.09.2008: Offener Brief zur Kopftuch-Broschüre der Berliner Senatorin Dr. Heidi Knake-Werner Druckversion dieser Seite E-Mail-Versand an:
An die
Senatsverwaltung für Integration, Arbeit
und Soziales
Frau Dr. Heidi Knake-Werner
Oranienstr. 106
10969 BERLIN


Tübingen, 18.09.08

Offener Brief zu Ihrer Broschüre "Mit Kopftuch außen vor?"

Sehr geehrte Frau Dr. Knake-Werner,

vor wenigen Tagen haben wir die Broschüre "Mit Kopftuch außen vor?" von Ihnen erhalten, die wir mit großem Befremden gelesen haben. Uns ist unverständlich, wie sich eine staatliche Institution wie die Berliner Senatsverwaltung für eine religiöse Auslegung einsetzen kann, die der im Grundgesetz verankerten Gleichstellung der Geschlechter diametral entgegen steht. Eine solche Positionierung von staatlicher Seite fördert nicht etwa die Integration, sondern verschärft die bereits bestehenden Parallelgesellschaften.

In unserer täglichen Arbeit sind wir häufig mit Frauen konfrontiert, die sich bewusst gegen das Tragen eines Kopftuches entschieden haben und deshalb diskriminiert werden. Gerade Mädchen und junge Frauen werden vermehrt von Mitschüler/-innen, Familie und Community unter Druck gesetzt und als "Hure" beschimpft, wenn sie das Kopftuch nicht tragen. Die Anhänger der Kopftuch-Ideologie unterscheiden so zwischen ehrbaren und nicht ehrbaren Frauen. Dies kann nicht im Sinne einer aufgeklärten und emanzipatorischen Gesellschaft sein und ist mit Werten wie Toleranz, Respekt und Gleichberechtigung nicht vereinbar.

TERRE DES FEMMES sieht im Kopftuch das Symbol einer patriarchalisch fundierten Geschlechterhierarchie, d.h. der Vormundschaft des Mannes über die Frau. Diese wird sowohl von Männern als auch von Frauen aufrechterhalten. Damit ist das Kopftuch kein religiöses Symbol - wohlwissend dass es u.a. auch aus persönlicher religiös begründeter Motivation oder als modisches Accessoire getragen wird.

Wir waren in diesem Zusammenhang erstaunt zu lesen, dass die in der Broschüre genannten Empfehlungen aufgrund von Gesprächen mit lediglich 30 Muslimen, einer Leiterin einer Erziehungsschule und einem Vertreter einer islamischen Religionsgemeinschaft zustande kamen. Wie Sie selbst schreiben, sind die Einstellungen der befragten Personen keineswegs repräsentativ.
Wir fragen uns deshalb, warum Geld für eine solche Broschüre ausgegeben wird, anstelle es in den Opferschutz und in die Beratung von Opfern dieser Strukturen zu investieren.

Aus den genannten Gründen möchten wir Sie dringend bitten, die Broschüre zurückzuziehen und diejenigen zu schützen, die im Namen einer Religion daran gehindert werden, frei und selbst bestimmt zu leben.
Wir werden diesen Brief auf unserer Homepage veröffentlichen, um unsere BesucherInnen und unsere Mitglieder über unsere Position zu informieren.

Mit freundlichen Grüßen
Image
Christa Stolle
Bundesgeschäftsführerin

Bericht zum TERRE DES FEMMES-Infotag 2008 am 13. September 2008 Druckversion dieser Seite E-Mail-Versand an:
Am Samstag, 13. September 2008, durften wir rund 60 Frauen und Männer in der Geschäftsstelle von TERRE DES FEMMES in Tübingen zu unserem Infotag 2008 willkommen heißen.

Langjährige Mitfrauen, Spenderinnen und Spender, ehrenamtlich Tätige, Interessierte und Mitarbeiterinnen nutzten die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen. Trotz der begrenzten Zeit fanden viele interessante und motivierende Gespräche statt! Wir haben uns sehr über das große Interesse gefreut!

In den Infophasen "Politischer Islam, islamisch-islamistische Gruppierungen und ihr Einfluss auf Frauenrechte", "Einzelfallhilfe" und "Aktiv werden bei TERRE DES FEMMES" konnten die Besucherinnen und Besucher die jeweiligen Themen vertiefen und diskutieren. Bei einer Führung durch die TERRE DES FEMMES-Geschäftsräume wurden unseren Gästen die Arbeitsbereiche und Mitarbeiterinnen kurz vorgestellt.

Der Nachmittag war ganz dem Thema der kommenden TERRE DES FEMMES-Kampagne "Kein Schnitt ins Leben!" gewidmet. In einem ersten Teil präsentierte Franziska Gruber, Leiterin des Referats Weibliche Genitalverstümmelung, zusammen mit Lul Autenrieb, einer Betroffenen, die Kampagne gegen Genitalverstümmelung, die am 24. November 2008 starten wird. Der zweite Teil bot die Möglichkeit, sich in Gruppen zur Kampagne auszutauschen und eigene Eindrücke und Ideen mitzuteilen und zu diskutieren.

Während des ganzen Tages konnten die Gäste sich im Foyer mit Hilfe des Büchertischs und der neuen Ausstellung über Genitalverstümmelung weiter zu den Themen informieren, die TERRE DES FEMMES wichtig sind.

Wir möchten uns ganz herzlich bei allen bedanken, die an unserem Infotag teilgenommen haben und hoffen, Sie bei einer anderen Gelegenheit wieder begrüßen zu dürfen! Ihre interessierten Fragen und kritischen Anmerkungen motivieren uns, unsere Arbeit für die Menschenrechte für Frauen und Mädchen weiterhin mit Nachdruck zu verfolgen!

Für Rückmeldungen und Fragen wenden Sie sich bitte an . Wir leiten Ihre Anfrage dann gerne an die zuständige Mitarbeiterin weiter.


5.000 Euro-Spende von Promi-Dinner-Siegerin Gabrielle Scharnitzky Druckversion dieser Seite E-Mail-Versand an:
Gabrielle ScharnitzkyErstmals wurde eine Spende für TERRE DES FEMMES erkocht! Die Schauspielerin Gabrielle Scharnitzky wurde Siegerin einer Folge der TV-Koch-Serie "Das perfekte PromiDinner" und spendet TERRE DES FEMMES das Preisgeld von 5.000 Euro.

Frau Scharnitzky setzte sich mit ihrer Kochkunst und einem kreativ zusammengestellten Drei-Gänge-Menü mit klingenden Namen wie "Ben's Quinoa Salad", "Janie's Cod in Vermouth" und "Juan's Naranjas de Cordoba" am vergangenen Sonntag gegen Kate Hall, Rosa von Praunheim und Dieter Landuris durch.
Die Rezepte sind zu finden unter: http://www.vox.de/

Frau Scharnitzky ist seit einem Jahr Botschafterin für TERRE DES FEMMES und wird auch auf der schon ausgebuchten Eröffnungsfeier unseres Berlin-Büros am 25. September 2008 reden.

Mit ihrer Spende trägt sie ganz erheblich dazu bei, dass wir auch weiterhin unsere Kampagnen durchführen als auch konkret von Gewalt betroffenen Frauen und Mädchen helfen können. Die prominente Schauspielerin unterstützt uns in dem Ziel, Mädchen und Frauen weltweit ein freies und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Eilaktion: Keine Modefreiheit bei Triumph - Triumph International entlässt Gewerkschaftsführerin Druckversion dieser Seite E-Mail-Versand an:
+++ Eilaktion der Kampagne für 'Saubere' Kleidung +++

Am 30. Juli 2008 hat die Fabrik «Body Fashion (Thailand) Ltd.», eine Tochtergesellschaft von Triumph International, einem der größten Dessous-Konzerne der Welt, die Gewerkschaftspräsidentin Jitra Kotshadej entlassen. Sie trug bei einer Fernseh-Debatte ein T-Shirt mit einer politischen Botschaft, was die Arbeitgeberschaft unpassend fand. „Diejenigen, die nicht aufstehen, sind keine Kriminellen. Anders denken ist kein Verbrechen“. Das T-Shirt verweist auf das Recht, sich nicht zu erheben, wenn die thailändische Hymne gespielt wird, sowie auf den Missbrauch der Gesetzgebung zur Majestätsbeleidigung, um die politische Opposition zu unterdrücken. Obwohl ihr Fernsehauftritt in ihrer Freizeit und nicht in Verbindung mit ihrer Funktion als Gewerkschaftsführerin oder Arbeiterin von «Body Fashion (Thailand) Ltd.» stand, wurde Jitra Kotshadej entlassen. Seit ihrer Entlassung streiken 3000 ArbeiterInnen aus Solidarität mit ihr.

Werden Sie jetzt aktiv!

Fordern Sie von Triumph International das Recht auf Meinungs- und Gewerkschaftsfreiheit ein!

Online-Protestaktion unter:
www.saubere-kleidung.de   und   
www.inkota.de/eilaktionen



+++ Hintergrundinformationen +++


Die Scheingründe für die Entlassung
Das Management machte geltend, dass Kotshadej den Ruf der Firma schädige, weil sie am 24. April 2008 das T-Shirt mit besagtem Aufdruck in einem Abendprogramm des thailändischen Fernsehens getragen habe. Das Management hat daraufhin ohne vorherige Information ein Gerichtsverfahren eröffnet und die juristische Bestätigung erhalten, dass eine Entlassung möglich sei. Kotshadej hatte nie Gelegenheit, sich direkt dem Gericht zu stellen, denn das Management hat das Gerichtsverfahren ihr gegenüber nicht bekannt gegeben. Sie hat weder eine Gerichtsvorladung noch das ergangene Urteil erhalten.

Solidarität mit Jitra Kotshadej

Nach ihrer Entlassung haben sich 3000 Mitglieder der Triumph International Labour Union sofort mit der Gewerkschaftspräsidentin solidarisiert und sind in den Streik getreten. Die ArbeiterInnen verlangten die Wiedereinstellung von Jitra Kotshadej, eine Garantie, dass den streikenden ArbeiterInnen keine disziplinarischen Konsequenzen drohen sowie den Dialog des Managements mit der Gewerkschaft. Die Triumph International Labour Union ist eine der stärksten Gewerkschaften in Thailand. Rund 70 Prozent der Belegschaft von Body Fashion Thailand (BFT)gehören der Gewerkschaft an, die meisten davon sind Frauen. Die Triumph International Labour Union sieht die Entlassung ihrer Präsidentin als einen verschleierten Angriff auf die Gewerkschaft, die gerade erfolgreich im Frühling einen Gesamtarbeitsvertrag ausgehandelt hat.

Unehrliches Spiel des Triumph Managements

Verschiedene Treffen zwischen der Gewerkschaft, dem Fabrikmanagements und Regierungsvertretern haben zu keiner Übereinkunft geführt. Der Schweizer Hauptsitz von Triumph International hat Berichten zu Folge mehrmals verweigert, irgendeine Vereinbarung anzunehmen, welche die Wiederanstellung der Gewerkschaftspräsidentin beinhaltet. Diese Haltung wurde in einem Brief vom 8. August an die Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung bestätigt, in dem die Firma nicht auf das Recht auf Wiederanstellung Jitra Kotshadejs eingehen wollte. Auch in Infoblättern, die am 13. August unter den streikenden ArbeiterInnen verteilt wurden, hat die Firma explizit betont, dass eine Wiederanstellung der Gewerkschaftspräsidentin für sie nicht in Frage käme. Auf Druck der Kampagne für ‚Saubere’ Kleidung hat Triumph International Stellung bezogen und erst informell bestätigt, sie seien mit den drei Forderungen der Streikenden einverstanden. Später im formellen Statement der Firma wurde dann allerdings veröffentlicht, dass Triumph International nicht bereit sei, zu diesem Zeitpunk die Wiederanstellung der früheren Angestellten zu diskutieren. Die Triumph International Labour Union hat der Firma 2500 Unterschriften von Gewerkschaftsmitgliedern präsentiert, die alle die Wiederanstellung von Jitra Kotshadej befürworten. Das Management hat jedoch die Annahme dieser Unterschriften verweigert.


+++ Forderungen der Kampagne für 'Saubere' Kleidung +++

  • Die sofortige Wiederanstellung von Jitra Kotshadej in ihrer früheren Position, ohne zusätzliche Konditionen.
  • Die Weiterbeschäftigung der ArbeiterInnen, die zur Unterstützung von  Jitra Kotshadej ihre Arbeit niedergelegt haben –dies ohne Konditionen oder disziplinarische Maßnahmen und mit einer Kompensation für ihren Lohnausfall während der Streikzeit.
  • Den Dialog mit der «Triumph  International Labour Union» aufzunehmen und die Berichte bezüglich der  gewerkschaftsfeindlichen Handlungen des BFT  Managements zu  erörtern.



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