Senegal

© UNICEF Data: Monitoring the Situation of Children and Women. 2016. Country Profile: Senegal.© UNICEF Data: Monitoring the Situation of Children and Women. 2016. Country Profile: Senegal.Vorkommen

In Senegal wurde an 25% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C -Female Genital Mutilation/Cutting) praktiziert. Dabei wird FGM/C von verschiedenen ethnischen Gruppen ausgeführt und entsprechend können die meisten Angaben zum Thema nicht für das ganze Land verallgemeinert werden. In den Regionen Matam, Tambacounda, Kedougou, Kolda und Sedhiou sind mit einer FGM/C - Quote von 85% - 92% die meisten Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) genitalverstümmelt. Bei den Wolof und den Serer Ethnien sind nur 2% der Frauen betroffen. Bei den Poular liegt die Beschneidungsquote bei etwa 62% und bei den Soninke wurden 78% der Frauen dieser Menschenrechtsverletzung ausgesetzt. Nach Religionszugehörigkeit aufgeteilt, liegt der Prozentsatz bei den Moslems bei 25%, den Christen 8% und den Animisten 39%.

 

Zahlen

Betroffene: 13% der Mädchen (0-14 Jahre) und 25% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre)
Befürworterinnen: 16% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre)
Beschneidungsalter: 74% der Mädchen wurden bis zu ihrem 4. Lebensjahr beschnitten, 13% zwischen dem 5. und 9., 2% zwischen ihrem 10. und 14. und nochmals 0,3% nach ihrem 15. Geburtstag

100% der Eingriffe werden von traditionellen Beschneiderinnen durchgeführt.

Formen

In Senegal wird nach Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Typ I (Klitoridektomie) und Typ II (Exzision) der weiblichen Genitalverstümmelung am häufigsten praktiziert. Bei Typ I wird der äußerlich sichtbare Teil der Klitoris und/ oder die Klitorisvorhaut teilweise oder vollständig entfernt, bei einer Exzision der äußerlich sichtbare Teil der Klitoris und der inneren Schamlippen mit oder ohne Beschneidung der äußeren Lippen teilweise oder vollständig. 5% der Genitalverstümmelungen sind eine Infibulation (Typ III). Das heißt, das gesamte äußerlich sichtbare Genital wird herausgeschnitten und die offene Wunde bis auf ein kleines Loch vollständig zugenäht.

Begründungsmuster

Die praktizierenden Gemeinden begehen FGM/C aufgrund von Tradition und sozialen Normen. Die Genitalverstümmelung soll den Mädchen und Frauen soziale Akzeptanz garantieren, sie heiratsfähig machen sowie ihre Ehre und die der gesamten Familie aufrecht erhalten.

Außerdem glauben 16% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) und 13% der Jungen und Männer (15-49 Jahre), dass ihnen ihre Religion weibliche Genitalverstümmelung vorschreibt.

Gesetzliche Lage

Mit dem Artikel 299 wurde weibliche Genitalverstümmelung 1999 in Senegal verboten. Das Strafmaß wurde auf sechs Monate bis fünf Jahre festgelegt. Die Obergrenze gilt dabei für medizinisches Personal. Wenn ein Mädchen während des Eingriffs stirbt kann die Beschneiderin zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt werden. Diese Strafen gelten nicht nur für die ausführenden Personen, sondern für alle, die dazu angeregt, dabei mitgeholfen, geplant oder die Tat gedeckt haben.

Haltung und Tendenzen

Sowohl die Anzahl der BefürworterInnen als auch der Betroffenen ist in den letzten Jahren relativ konstant geblieben. Während im Jahr 2005 die FGM/C-Rate bei 28% lag, sank diese bis 2014 auf 25%. Die Quote der Befürwortungen sank von 18% (2005) auf 16% im Jahr 2014. Zudem sind 81% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) und 79% der Jungen und Männer (15-49 Jahre) der Meinung, FGM/C muss stoppen.

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Stand 09/2016

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