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Nigeria

© UNICEF Data: Monitoring the Situation of Children and Women. 2014. Country Profile: Nigeria.© UNICEF Data: Monitoring the Situation of Children and Women. 2014. Country Profile: Nigeria.Vorkommen

Nigeria ist in sechs geopolitische Zonen aufgeteilt mit jeweils unterschiedlicher Verbreitung von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM/C - Female Genital Mutilation/Cutting). Während im Nordosten des Landes nur vier Prozent der Mädchen und Frauen genitalverstümmelt sind beträgt der Anteil der betroffenen Frauen im Südwesten des Landes 48%. Insgesamt wurde an 25% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) und 17% der Mädchen (0-14 Jahre) FGM praktiziert.

Zahlen

Betroffene: 17% der Mädchen (0-14 Jahre) und 25% der Frauen (15-49 Jahre)
Befürworterinnen: 23% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre)
Beschneidungsalter: 82% von FGM/C wurde vor dem 4. Lebensjahr praktiziert, 4% zwischen dem 5. und 9., 5% zwischen dem 10. und 14. und nochmals 7% nach dem 15.
87% der Genitalverstümmelungen werden durch traditionelle Beschneiderinnen vorgenommen, 12% durch medizinische Fachkräfte

Formen

In Nigeria werden mit 93% Typ I (Klitoridektomie) und Typ II (Exzision) von FGM/C am häufigsten praktiziert. Bei der Klitoridektomie wird der äußerlich sichtbare Teil der Klitoris und/ oder die Klitorisvorhaut teilweise oder vollständig entfernt, bei einer Exzision der äußerlich sichtbare Teil der Klitoris und der inneren Schamlippen mit oder ohne Beschneidung der äußeren Lippen. 3% der Genitalverstümmelungen sind eine Infibulation (Typ III). Das heißt, das gesamte äußerlich sichtbare Genital wird herausgeschnitten und die offene Wunde bis auf ein kleines Loch zugenäht.

Außerdem sind in Nigeria zwei weitere Formen der Genitalverstümmelung zu finden: Gishiri und Angurya. Gishiri ist ein Dammschnitt und wird zum Zweck der Erweiterung der Vaginalöffnung angewandt. In Nigeria ist die frühe Ehe üblich. Oft sind die Genitalien der Mädchen noch nicht bereit für den Geschlechtsverkehr. Auch durch Angurya, das Schaben/Kratzen/Schneiden an der Vaginalöffnung soll der Geschlechtsverkehr mit der kindlichen Ehefrau erleichtert werden.

Begründungsmuster

FGM/C werden verschiedene positive Konnotationen zugeschrieben, wie z.B. soziale Akzeptanz, die Sicherstellung der Jungfräulichkeit, bessere Heiratschancen oder die Reinigung von Geist und Körper.

Gesetzliche Lage

Obwohl die nigerianische Regierung die Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung öffentlich verurteilt hat, wurden keine rechtlichen Schritte zur Eliminierung von FGM/C unternommen. Es gibt kein national einheitliches Gesetz, das FGM/C in Nigeria kriminalisiert. Allerdings wurden lokale Gesetze in Edo, Bayelsa, Cross River, Rivers, Ebonyi, Delta, Ogun, Osun, Ondo, Ekiti und Oyo verabschiedet, aus welchen hervorgeht, dass die Entfernung des weiblichen Sexualorgans verboten ist. Dies wird mit einem Bußgeld von 50.000 Naira und/oder mit einem Jahr Gefängnisstrafe geahndet. Diese Strafe gilt pro Fall und kann bei MehrfachtäterInnen auch mehrfach verhängt werden.

Haltung und Tendenzen

In Nigeria nahm die Zahl an Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) an welchen FGM/C praktiziert wurde um 2% auf 25% ab. 64% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) und 62% der Jungen und Männer (15-49 Jahre) sind der Meinung, dass FGM/C stoppen sollte.

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Stand 09/2016

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