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Kamerun

© UNICEF Data: Monitoring the Situation of Children and Women. 2013. Country Profile: Kamerun.© UNICEF Data: Monitoring the Situation of Children and Women. 2013. Country Profile: Kamerun.Vorkommen

In Kamerun sind 1% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM/C -Female Genital Mutilation/Cutting) betroffen. In Kamerun und Uganda (FGM/C-Rate ebenfalls bei 1%) ist die Praktik unter allen afrikanischen Ländern am wenigsten verbreitet. Im gesamten Land liegt die FGM/C-Rate unter 10% und wird nur im Südwesten und ganz im Norden praktiziert. Die höchste Prävalenzrate von weiblicher Genitalverstümmelung einer Ethnie liegt bei 13%, die niedrigste bei 0%. Unter den MuslimInnen ist die Beschneidungsrate 6%, bei den Römisch-Katholischen bei 0,3%, anderen christlichen Religionen bei 1%, den AnimistInnen 0% bei und unter den keiner Religionen Angehörigen bei 0,3%.

Zahlen

Betroffene: 1% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre)
Befürworterinnen: 7% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre)
Beschneidungsalter: 21% von FGM/C fand vor dem 4. Lebensjahr statt, 47% zwischen dem 5. und 9., 22% zwischen dem 10. und 14. und nochmals 4% nach dem 15.

93% der Eingriffe werden von traditionellen Beschneiderinnen durchgeführt

Formen

In Kamerun wird mit 85% Typ II (Exzision) von FGM/C am häufigsten praktiziert. Hierbei wird der äußerlich sichtbare Teil der Klitoris und der inneren Schamlippen mit oder ohne Beschneidung der äußeren Lippen teilweise oder vollständig entfernt. Bei 4% der beschnittenen Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) wurde Typ I (Klitoridektomie) vollzogen. Dabei wird der äußerlich sichtbare Teil der Klitoris und/ oder die Klitorisvorhaut teilweise oder vollständig entfernt. 5% der Genitalverstümmelungen sind eine Infibulation (Typ III). Das heißt, das gesamte äußerlich sichtbare Genital wird herausgeschnitten und die offene Wunde bis auf ein kleines Loch zugenäht.

Begründungsmuster

4% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) denken FGM/C sichere die Jungfräulichkeit. Jeweils 1% sind der Meinung, dass sie dadurch bessere Heiratschancen hätten sowie die Praktik für ihre soziale Akzeptanz unabdingbar sei. Nur 2% glauben, dass FGM/C von ihrer Religion vorgeschrieben wird. 50% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) sehen in weiblicher Genitalverstümmelung keine Vorteile.

Gesetzliche Lage

In Kamerun gibt es kein Gesetz das FGM/C verbietet. Jedoch ist die Regierung seit Mitte der 80er Jahre FGM/C den Kampf angesagt und verabschiedete 1999 einen „National Action Plan“ gegen weibliche Genitalverstümmelung.

Haltung und Tendenzen

In Kamerun blieb die Zahl von Mädchen und Frauen (15-49 Jahre), an welchen FGM/C praktiziert wurde über die vergangenen Jahre sehr gering. Zudem sind 84% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) und 85% der Jungen und Männer (15-49 Jahre) gegen die Weiterführung dieser Praktik.

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Stand 09/2016

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