Benin

© UNICEF Data: Monitoring the Situation of Children and Women. 2014. Country Profile: Benin.© UNICEF Data: Monitoring the Situation of Children and Women. 2014. Country Profile: Benin.Vorkommen

In Benin sind 0,3% der Mädchen (0-14 Jahre) und 7% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) genitalverstümmelt. Dabei ist FGM/C (Female Genital Mutilation/Cutting) vor allem im Norden des Landes vertreten. Dort gibt es eine Beschneidungsrate von bis zu 50% in einigen Regionen. Unter MuslimInnen ist sie 27%, keiner Religion angehörigen 6% und allen anderen Religionen 1-3%. Weibliche Genitalverstümmelung wird in Benin vor allem von einzelnen Ethnien praktiziert. Die höchste Prävalenzrate einer Ethnie liegt dabei bei 55%, die niedrigste bei 0,1%. Bei der Yoruba Ethnie z.B. ist die Genitalverstümmelung ein Initiationsritus der den Übergang zum Erwachsenenalter markiert. Dadurch findet die Genitalverstümmelung hier später statt als z.B. bei den Bariba und Yoa, die vor ihrem elften Lebensjahr – also mit Eintritt in die Pubertät – verstümmelt werden.

 

Zahlen

Betroffene: 0,3% der Mädchen (0-14 Jahre) und 7% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre)
Befürworterinnen: 2% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre)
Beschneidungsalter: 31% von FGM/C fanden zwischen dem 0. und 4. Lebensjahr der Mädchen statt, 52% zwischen dem 5. und 9. und nochmals 12% zwischen dem 10. und 14.
97% der Eingriffe werden durch traditionelle Beschneiderinnen vorgenommen

Formen

In Benin wird mit 69% Typ II (Exzision) von FGM/C am häufigsten praktiziert. Hierbei wird der äußerlich sichtbare Teil der Klitoris und der inneren Schamlippen mit oder ohne Beschneidung der äußeren Lippen teilweise oder vollständig entfernt. Bei 6% der beschnittenen Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) wurde Typ I (Klitoridektomie) vollzogen. Dabei wird der äußerlich sichtbare Teil der Klitoris und/ oder die Klitorisvorhaut teilweise oder vollständig entfernt. 13% der Beschneidungen sind eine Infibulation (Typ III). Das heißt, das gesamte äußerlich sichtbare Genital wird herausgeschnitten und die offene Wunde bis auf ein kleines Loch zugenäht.

Begründungsmuster

In Benin wird weibliche Genitalverstümmelung vor allem durchgeführt um soziale Akzeptanz zu erlangen und nicht aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Auch die Sicherstellung der Jungfräulichkeit wird als Begründungsmuster für FGM/C genannt.

Darüber hinaus geben viele BefürworterInnen von FGM/C auch ihre Religion als Begründung an, obwohl diese Eingriffe in keiner heiligen Schrift genannt werden und sich viele Religionsführer eindeutig gegen die Genitalverstümmelung ausgesprochen haben.

Gesetzliche Lage

Weibliche Genitalverstümmelung ist seit 2003 in Benin verboten. Das Gesetz umfasst alle Formen und sieht ein Strafmaß von sechs Monaten bis zu drei Jahren vor. Zusätzlich kann eine Geldstrafe von 1000 bis 2.000.000 Francs verhängt werden. Bei einer Genitalverstümmelung an Minderjährigen erhöht sich das Strafmaß auf drei bis fünf Jahre und bis zu 3.000.000 Franc.

Haltung und Tendenzen

Sowohl die Verbreitung als auch die Befürwortung von FGM/C ist in den letzten Jahren gesunken. Während 2001 noch 17% der Mädchen und Frauen betroffen waren und 5% die Fortsetzung befürworteten, waren es 2006 noch 1% Befürworterinnen und 13% Betroffene. 2012 waren es 7% Betroffene und 2% Befürworterinnen.

92% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) und 89% der Jungen und Männer (15-49 Jahre) sind der Meinung, dass FGM/C stoppen soll.

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Stand 09/2016

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