Harmful Traditional Practices

Das Projekt „STOP harmful traditional practices – Patriarchale Gewalt verhindern“

 Foto: © olly- Fotolia.comDas von Aktion Mensch geförderte Projekt "STOP harmful traditional practices - Patriarchale Gewalt verhindern" bietet für junge Frauen in Berlin dringend notwendige Hilfe.

Ob Frühehen, Zwangsheirat oder weibliche Genitalverstümmelung - Es sind vor allem junge heranwachsende Mädchen und Frauen, die von traditionsbedingten patriarchalen Gewaltformen und -praktiken betroffen sind. Unter die englische Bezeichnung harmful traditional practices, was sich auf Deutsch mit Traditionelle schädigende Praktiken übersetzen lässt, fallen Gewaltformen wie Zwangsheirat, Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung (FGM/C), Brautraub, Polygamie, Jungfräulichkeitstests oder Säureangriffe. Ihnen gemein ist, dass sie auf kulturell und sozial verwurzelten patriarchalen Traditionen und Normen beruhen. Für die Betroffenen bedeuten diese Formen der geschlechterspezifischen Gewalt und Diskriminierung oft langfristige körperliche und seelische Folgen sowie die Verletzung ihrer Menschenrechte.

Auch in Berlin gibt es Mädchen und Frauen, die von verschiedenen Formen patriarchaler Gewalt betroffen sind. Die verbreitetsten Formen sind hier vor allem Zwangsheirat, Frühehen und FGM/C. Zudem haben viele der in den letzten Monaten nach Deutschland geflüchteten Frauen in ihrem Herkunftsland oder auf der Flucht traditionsbedingte Gewaltformen erlitten oder sind in Deutschland davon bedroht. In Deutschland angekommen, kennen die Frauen zumeist nicht ihre Rechte, wie ihren Anspruch auf Beratung oder Schutz vor (erneuter) Gewalt und wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen. Weiterhin müssen diejenigen Berufsgruppen, die mit (potentiell) Betroffenen zusammenarbeiten, sensibilisiert und geschult werden, damit sie optimal helfen können.

TERRE DES FEMMES wird daher dank der finanziellen Förderung von Aktion Mensch mit dem Projekt Stop harmful traditional practices – Patriarchale Gewalt verhindern drei Jahre (Juni 2016- Juni 2019) verstärkt beraten, sensibilisieren, sowie präventiv tätig werden. Das Projekt richtet sich an drei verschiedene Zielgruppen:

Zunächst mittels der TERRE DES FEMMES-Beratungsstelle an die Betroffenen selbst, die aufgrund ihres Geschlechtes in ihrer Herkunftsfamilie traditionsbedingter patriarchaler Gewalt ausgesetzt sind. Im Fokus liegen hierbei junge Frauen im Alter von 18 bis 27 Jahren.

Außerdem richtet sich das Projekt mit gezielten Schulungen zu traditionsbedingter Gewalt einerseits an die MitarbeiterInnen von Stadtteil- und Familienzentren. Auf diesem Wege kann die Zielgruppe gewaltbetroffener junger Frauen mit Migrationshintergrund auch indirekt erreicht werden. Andererseits werden Schulungen für MitarbeiterInnen von Flüchtlingseinrichtungen angeboten, sowohl Fachkräfte als auch Ehrenamtliche, um so frühzeitig Frauen helfen zu können sowie Familien präventiv zu erreichen, in denen traditionsbedingte Gewalt ausgeübt wird.

Derzeit erarbeitet TERRE DES FEMMES eine umfassende Informations- und Präventionsbroschüre zu traditionsbedingter patriarchaler Gewalt, die sowohl für Fachpersonen, als auch für ehrenamtlich Tätige, die mit gewaltbetroffenen Frauen arbeiten, verständlich sein soll und kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Die Schulungen finden ab Sommer2017 statt.

 

 

Stand: 03/2017

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Das Projekt Stop Harmful Traditional Practices – Patriarchale Gewalt verhindern wird finanziert durch Aktion Mensch.

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