Aktuelles zum Thema Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung

Öffentliche Anhörung im Rechtsausschuss zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Bekämpfung von Frühehen

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Bekämpfung von Frühehen wurde am 21. April 2017 in den Bundestag eingebracht und an die zuständigen Ausschüsse weitergeleitet. Er wird am 17. Mai 2017 in einer öffentlichen Anhörung im Rechtsausschuss behandelt und soll noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden.

Bisher war es in Deutschland möglich, mit Ausnahmegenehmigung des jeweiligen Familiengerichtes bereits mit 16 Jahren zu heiraten. Der Gesetzesentwurf zur Bekämpfung von Frühehen sieht vor, das Mindestheiratsalter in Deutschland auf 18 Jahre ohne Ausnahmen festzusetzen.

Für die Umsetzung dieser Forderung haben wir bereits viel geleistet! Im Mai letzten Jahres konnte TERRE DES FEMMES dem Justizministerium über 100.000 gesammelte Unterschriften zur Durchsetzung des Mindestheiratsalters 18 Jahre ohne Ausnahme überreichen.

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Weiter geht’s! – Unser Schultheaterprojekt „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ startet im Juni 2017 in Hessen

Spielszene aus Spielszene aus "Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?" des "Mensch: Theater". Foto:© TERRE DES FEMMESDas erfolgreiche Theaterstück „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ kehrt zurück auf die Bühne. Ab Juni 2017 finden insgesamt zehn Aufführungen an Schulen in Hessen statt. Kooperationspartner des Projekts sind das Theaterensemble von Mensch: Theater! sowie die Darmstädter Beratungsstelle Mäander. Finanziert wird das Projekt durch das Hessische Kultusministerium sowie das hessische Ministerium des Innern und für Sport.

„Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ ist ein Theaterstück zur Prävention von Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsheirat. In den einzelnen Szenen werden Themen und Konflikte behandelt, unter denen besonders Jugendliche aus patriarchal geprägten Familien leiden: Kontrolle durch Familienmitglieder, Isolierung von den MitschülerInnen, Verbot von Liebesbeziehungen, Ächtung von Homosexualität, Zwang zur Jungfräulichkeit oder Zwangsverheiratung.

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Erinnerung an die „Ehren“-Mordopfer zum neunten Todestag von Morsal Obeidi

Grab Morsal Obeide. Foto: © TERRE DES FEMMES e.V.Grab von Morsal Obeide. Foto: © TERRE DES FEMMES e.V.Am Montag, den 15. Mai 2017 jährt sich zum neunten Mal der „Ehren“-Mord an Morsal Obeidi in Hamburg. Die 16-jährige Deutsch-Afghanin wurde von ihrem Bruder Ahmad mit 23 Messerstichen getötet.

Weil sich Morsal den patriarchalischen Lebensvorstellungen ihrer Familie nicht beugen und ein selbstbestimmtes Leben führen wollte, kam es immer wieder zu gewalttätigen Konflikten innerhalb der Familie, insbesondere mit ihrem Bruder Ahmad und ihrem Vater. Die letzten zwei Jahre vor ihrem Tod floh sie mehrfach in Einrichtungen der Kinder- und Jugendnothilfe, doch kehrte immer wieder zu ihrer Familie zurück. Ihre Ermordung war der Abschluss einer langen Leidensgeschichte. Am 13. Februar 2009 verurteilte das Hamburger Landgericht Ahmad Obeidi wegen heimtückischen Mordes zu lebenslanger Haft.

Zum neunten Todestag von Morsal Obeidi möchte TERRE DES FEMMES den „Ehren“-Mordopfern gedenken und daran erinnern, dass Morsals Tod kein Einzelfall war und der Handlungsbedarf immer noch sehr groß ist. In Deutschland sind viele junge Frauen, die eine vermeintliche Familienehre verletzt haben, welche in Wahrheit der Erhaltung traditionell-patriarchalischer Normen und Machtverhältnisse dient, anhaltend der Gewalt und Unterdrückung ausgesetzt.

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Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Frühehen wurde ins Bundeskabinett eingebracht

TERRE DES FEMMES begrüßt die Gesetzesänderungen zum Schutz von Minderjährigen.

TERRE DES FEMMES Aktion gegen Fruehehen. Foto: © Uwe SteinertDer Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Bekämpfung von Frühehen wurde am 05.04.2017 ins Bundeskabinett eingebracht und soll noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden.

Der Entwurf sieht vor, das Mindestheiratsalter in Deutschland auf 18 Jahre ohne Ausnahmen festzusetzen. Bisher war es in Deutschland möglich, mit Ausnahmegenehmigung des jeweiligen Familiengerichtes bereits mit 16 Jahren zu heiraten. Die Durchsetzung des Mindestheiratsalters 18 Jahre ohne Ausnahme ist für TERRE DES FEMMES ein großen Erfolg: Bereits im Mai letzten Jahres haben wir zur Umsetzung dieser Forderung dem Justizministerium über 100.000 Unterschriften überreicht.

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Prozess gegen Sürücü-Brüder erneut vertagt – Ausreisesperre aufgehoben

Am 16. Februar 2017 wurde der Prozess gegen die zwei Brüder nach dreimonatiger Unterbrechung fortgesetzt. Wie schon bei der vorherigen Verhandlung im Oktober wurde der Prozess kurz nach Verhandlungsbeginn auf den 30. März 2017 vertagt. Es fehlt die wichtigste Zeugin.

Angeklagt sind die beiden Männer, ihren jüngsten Bruder mit dem Mord an ihrer Schwester Hatun Sürücü beauftragt und dafür die Tatwaffe besorgt zu haben. Hatun Sürücü wurde am 7. Februar 2005 auf offener Straße in Berlin-Tempelhof erschossen, der Täter war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. Er wurde in Deutschland zu neun Jahren Jugendhaft verurteilt und anschließend in die Türkei abgeschoben. Die beiden derzeitigen Angeklagten wurden damals aus Beweismangel freigesprochen; eine erneute Verfahrensaufnahme in Deutschland 2007 verhinderte ihre Ausreise in die Türkei. Im Januar 2016 wurde der Prozess gegen die zwei Brüder in Istanbul neu aufgenommen.

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