Kampagne: „Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution: jetzt!“ (18.10.2012-21.05.2013)

Aktion gegen Zwangsprostitution. © Foto: Uwe SteinertAktion gegen Zwangsprostitution.
© Foto: Uwe Steinert
Die Bundesregierung kommt ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen nicht nach, den oftmals stark traumatisierten Opfern von Menschenhandel eine Lebensperspektive in Deutschland zu ermöglichen. Opfer aus Nicht-EU-Staaten werden rechtlich als illegal eingereiste AusländerInnen behandelt. Nur wenn sie bereit sind, vor Gericht gegen ihre TäterInnen auszusagen, können sie unter Umständen bis Schließung des Strafverfahrens in Deutschland bleiben. Anschließend werden die Frauen in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Eine garantierte Opferentschädigung oder psycho-soziale Betreuung erhalten sie nicht. Die Umsetzungsfrist (6. April 2013) der EU-Richtlinie 2011/36/EU, die den Opferschutz für Betroffene von Menschenhandel regelt und die die Bundesregierung hätte nutzen können, die Rechtslage für Opfer von Menschenhandel zu verbessern, hat Deutschland verstreichen lassen.

TERRE DES FEMMES kämpft gegen diesen Missstand an. Am Europäischen Tag gegen Menschenhandel, am 18. Oktober 2012, starteten wir eine Unterschriftenkampagne, mit dem Ziel eine Verbesserung der aufenthaltsrechtlichen Situation für Opfer von Zwangsprostitution zu erwirken. Um auf die unzumutbare Rechtssituation der Betroffenen aufmerksam zu machen, startete die Kampagne mit einer Straßenperformance am Brandenburger Tor. Anschließend begaben sich die SchauspielerInnen auf eine deutschlandweite Rundreise (PDF-Datei). Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie in unserer digitalen Pressemappe.

Was TERRE DES FEMMES fordert!

Wir fordern, dass Opfern von Zwangsprostitution ein unbefristeter Aufenthaltstitel erteilt wird, der unabhängig von ihrer Bereitschaft, vor Gericht auszusagen, gelten muss. Zusätzlich soll Betroffenen eine geeignete Betreuung und Entschädigung garantiert werden. Forderungspapier zur Kampagne (PDF-Datei)

Postkarte der Kampagne. Foto: © Reden InternationalPostkarte der Kampagne.
Foto: © Reden International
Unterschriftenübergabe: Mit einer Unterschriftenaktion forderten wir Bundesinnenminister Friedrich auf, sich für die Einführung eines unbefristeten Aufenthaltstitels einzusetzen. Die knapp 46.000 Unterschriften wurden am 21. Mai 2013 dem Parlamentarischen Staatssekretär des Bundesministeriums des Innern (BMI), Dr. Ole Schröder, übergeben. Im Anschluss fand ein Fachgespräch statt, in dem TERRE DES FEMMES die Forderungen näher ausführen konnte.

Außerdem wurden etwa 10.000 mit unseren Forderungen versehene Postkarten an verschiedene Mitglieder des Bundestags verschickt.

 

Die Kampagne wurde von der Bewegungsstiftung, der :do Stiftung und der Sebastian Cobler Stiftung unterstützt.

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