"Der Zornige Kaktus" 2014

TERRE DES FEMMES hat zum Internationalen Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ am 25. November 2014 zum ersten Mal den „Zornigen Kaktus“ für besonders sexistische Werbung verliehen.

Die „Füchse“ wollten den Preis leider nicht persönlich entgegennehmen, sodass sie leider auf diesem Foto fehlen. Foto: © TERRE DES FEMMESDie „Füchse“ wollten den Preis leider nicht persönlich entgegennehmen, sodass sie leider auf diesem Foto fehlen. Foto: © TERRE DES FEMMESDer diesjährige "Gewinner" ist der Sportverein Füchse Berlin mit dem Motiv "Das ist unser Revier".

Aus knapp 200 Einreichungen hatte die Jury (Stevie Schmiedel/Pinkstinks, Stefanie Lohaus/Missy Magazin und Jasna Strick/#aufschrei) vier Vorschläge ausgewählt, die hier auf der Homepage zur Abstimmung standen.

Über 6.400 Menschen haben sich an der Abstimmung beteiligt und mit knapper Mehrheit für das Motiv der Füchse votiert.

Die Begründung der Jury:

"Die Füchse sollten an erster Stelle den zornigen Kaktus gewinnen, weil Vereins- und Parteienwerbung keine Wirtschaftswerbung ist und deshalb nicht dem Werberat untersteht – selbst der würde den Sexismus des Vereins sicher rügen. Über 13% Frauen in Deutschland wird sexualisierte Gewalt angetan, noch viel mehr erleben strukturelle Gewalt. „Freiwild“ muss aufhören, witzige Werbebotschaft zu werden, ganz besonders für einen Verein, der Kinder ermächtigen sollte!"

TERRE DES FEMMES unterstützt die Petition von Pinkstinks gegen sexistische Werbung.

Handball Füchse Berlin -
"Hier ist unser Revier"

Handball Füchse Berlin - "Hier ist unser Revier"

Begründung Jury:

"Die Füchse sollten an erster Stelle den zornigen Kaktus gewinnen, weil Vereins- und Parteienwerbung keine Wirtschaftswerbung ist und deshalb nicht dem Werberat untersteht – selbst der würde den Sexismus des Vereins sicher rügen. Über 13% Frauen in Deutschland wird sexualisierte Gewalt angetan, noch viel mehr erleben strukturelle Gewalt. „Freiwild“ muss aufhören, witzige Werbebotschaft zu werden, ganz besonders für einen Verein, der Kinder ermächtigen sollte!"

  

Pulmoll -
"Welcher Lutschtyp bist du?"

Pulmoll

Begründung Jury:

"Der Sexismus von Pulmoll ist so subtil, dass der Werberat die Augen vor ihm verschließen kann. „Wieso, es geht doch ums Lutschen! Also um Münder!“ Hier wirkt aber die Assoziation von weiblichen, weichen Lippen und dem Wort „Lutschen“. Das weiß jede*r Werber*in. Und sieht jede junge Frau, die in der U-Bahn vor dem riesigen Mund steht und einmal wieder gefragt wird, wie sexy sie sei. Es gibt die Version natürlich auch in männlich: In den U-Bahn-Schächten hängt jedoch fast nur die weibliche."

     

Sierra Tequila -
"Dosenöffner"

Sierra Tequila - "Dosenöffner"




Begründung Jury:

"Sierra Tequila hat mit ihrem „Dosenöffner“ nichts Neues erfunden: Alle paar Jahre wird ein Alkoholprodukt mit diesem Begriff beworben. Gleichzeitig sind a) Vergewaltigungen, auch unter Alkoholeinfluss, ein großes Problem in Deutschland und b) Frauen keine Dosen. Der Werberat verbietet, Frauen auf ihre Sexualität zu reduzieren. Warum wird dann immer wieder mit diesem Slogan geworben? Weil der Werberat keine Macht hat. Sierra Tequila entschuldigte sich nach Internet-Protesten für die Werbung, ließ sie aber noch einige Wochen hängen."

 

Polylike.de -
"Zier dich nicht so. Du willst es doch auch."

Polylike.de

Begründung Jury:

"Zwar ist Polylike ein relativ kleines Einzelunternehmen und die Werbung wird nicht direkt auf ihrer Webseite sondern gezielt Interessenten angezeigt (z.B. Facebook). Mit dieser Werbung zeigt sich jedoch das typische Problem der Verbreitung und lockeren Benutzung von Sprüchen in der Werbung, die Frauen zeigen, dass ein „Nein“ nicht ausreicht. Gerade debattieren wir im Sexualstrafrecht den §177. „Du willst es doch auch: Nun zier dich doch nicht so“ sagt aus, dass eine Frau nicht ernst genommen wird, wenn sie schon ganz klar „Nein“ gesagt hat. Der Spruch würde unter kein Diskriminierungskriterium des Werberats fallen."

 

Trigger-Warnung

Die Online-Anzeige erscheint nach einem Besuch der Webseite von polylike.de als Google-Ad auf allen weiteren Webseiten mit Werbebannern. Von Besuch der Website www.polylike.de raten wir dringend ab.

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