TERRE DES FEMMES e.V. beim 29. Africa Festival in Würzburg

 

Tiranke Diallo und Susanne Meister. Foto:  © S. MeisterTiranke Diallo und Susanne Meister. Foto: © S. MeisterVom 25. bis zum 28. Mai 2017 fand in Würzburg das 29. Africa Festival International statt. In diesem Jahr stand es unter dem Motto „Für die Unversehrtheit von Frauen und Kindern! Gegen die weibliche Genitalverstümmelung!“ TERRE DES FEMMES setzt sich seit 1981 gegen diese schwere Menschenrechtsverletzung ein. So war TDF auch in Würzburg mit einem Infostand vertreten.

Susanne Meister, ehrenamtliche TDF-Projektkoordinatorin für Mali und Koordinatorin der TDF-Städtegruppe Nürnberg, betreute mit Unterstützung von Frauen der Nürnberger Städtegruppe vier Tage lang den Stand in der Bambushalle und informierte dort über das Engagement von TDF gegen FGM.

Im TDF-Stand v.l.n.r: Susanne Meister, Ulrike Taukert, Georgine Meyer. Foto: ©️ S.MeisterIm TDF-Stand v.l.n.r: Susanne Meister, Ulrike Taukert, Georgine Meyer. Foto: ©️ S.MeisterAußerdem konnten die interessierten BesucherInnen einen Einblick in die Arbeit der vier Partnerorganisationen gewinnen, die TDF in Afrika unterstützt: die Association Bangr Nooma (ABN) in Burkina Faso und die Amazonian Initiative Movement (AIM) in Sierra Leone engagieren sich vor allem für ein Ende der weiblichen Genitalverstümmelung, die Association pour le Progrès et la Défense des Droits des Femmes (APDF) in Mali arbeitet in Sachen Frauenrechte und Gewaltschutz für Frauen, während sich die Association d’Appui aux Filles de M’lay, Huva et Ldama (AAFMHL) in Kamerun die (Schul)Bildung von Mafa-Mädchen zum Ziel gesetzt hat.

Einige Highlights aus dem Programm des Festivals:

Am Freitagabend wurde im Arte-Kinozelt der Film MALI BLUES ausgestrahlt, der die Geschichten von vier MusikerInnen aus dem westafrikanischen Land Mali erzählt, die Hass, Misstrauen und Gewalt in ihrem Land und eine radikale Auslegung des Islam nicht akzeptieren wollen. Mit ihrer Musik setzen sie sich ein für einen tolerant gelebten Islam, für ein Land in Frieden, für Freiheits- und Frauenrechte.

Eine der ProtagonistInnen des Films ist die malische Sängerin Fatoumata Diawara, die am Samstagabend mit ihrem Konzert einen der Höhepunkte des Festivals setzte. Die ZuhörerInnen wurden von ihr mitgerissen und folgten begeistert der kraft- und gefühlvollen Show Fatoumatas, die in ihren Songs das Leben als afrikanische Frau und das Leid der Mädchen durch überholte Traditionen aufgriff und dabei immer wieder auch Textpassagen einfügte, in denen sie das Publikum direkt ansprach und zu einem akzeptierenden, friedlichen und liebevollen Miteinander aufrief und die Einheit ihrer Heimat Mali beschwor.

Am Samstagabend wurde im Kinozelt der Film SARABAH gezeigt, in dem die Rap-Musikerin Sister Fa in ihr Heimatdorf im Senegal zurückkehrt. Sister Fa nutzt ihre Popularität, um mit ihrer Musik gegen die weibliche Genitalverstümmelung zu kämpfen. Sie erhob ihre Stimme auch nochmal am Sonntagnachmittag auf der Offenen Bühne gegen FGM.

Podiumsdiskussion: v.l.n.r. Annette Nehberg, Rüdiger Nehberg, Dr. Birgitta Bauer (Moderatorin), Tiranke Diallo, Souleymane Diallo. Foto: ©️ S.MeisterPodiumsdiskussion: v.l.n.r. Annette Nehberg, Rüdiger Nehberg, Dr. Birgitta Bauer (Moderatorin), Tiranke Diallo, Souleymane Diallo. Foto: ©️ S.MeisterDer Sonntagvormittag stand im Zeichen der Podiumsdiskussion im Havanna Club, ebenfalls zum Thema weibliche Genitalverstümmelung, die großes Interesse fand. Tiranke Diallo, die bei TDF als Change Agent ausgebildet wurde, stellte das von TDF koordinierte EU-Projekt CHANGE Plus vor. Zusammen mit ihrem Bruder Souleymane Diallo engagiert sie sich zudem im Verein „Mama Afrika“, den ihre Mutter gegründet hatte. Souleymane informierte allgemein über FGM und den Verein. Weitere Gäste auf dem Podium waren Annette und Rüdiger Nehberg. Sie stellten die Aktivitäten ihres Vereins „Target“ vor. Zudem zu Gast: die Ärztin Brigitta Bauer von der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg.

Das Festival war geprägt von einer sehr angenehmen und wohlwollenden Atmosphäre, von großem gegenseitigen Interesse und friedlichem Miteinander der unterschiedlichen Kulturen. Es bleibt zu hoffen, dass die TeilnehmerInnen etwas davon in ihren Alltag mitnehmen werden.

Susanne Meister

Stand: 06/2017

 

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