Projektbesuch von TERRE DES FEMMES bei ihrer Partnerorganisation in Bamako/Mali und grünes Licht für den Aufbau eines Frauenschutzhauses in Gao/Nordmali

Renate Staudenmeyer und Susanne Meister zusamen mit den Frauen der malischen Partnerorganisation APDFNach der Unterzeichnung der Projektvereinbarung (stehend vierte von links Ami Koné Diakité (Programmverantwortliche APDF), daneben Renate Staudenmeyer (TDF-Referat IZ), rechts davon: Bintou Coulibaly Diawara (Präsidentin APDF), dritte von rechts: Susanne Meister (TDF-ehrenamtliche Projektkoordinatorin).
Foto: © TERRE DES FEMMES

Vom 24.03.-03.04.2017 waren Renate Staudenmeyer/Referat Internationale Zusammenarbeit und Susanne Meister/TDF-ehrenamtliche Projektkoordinatorin in Mali, um das neue Projekt mit unserer Partnerorganisation APDF tatkräftig voranzubringen: der Aufbau eines Frauenschutzhauses in Gao/Nordmali ist ein großes und mutiges Projektvorhaben.

Für TERRE DES FEMMES (TDF) war es bei dem Projektbesuch vor Ort zuerst angesagt mit der malischen Partnerorganisation APDF die grundsätzliche Zusammenarbeit zu klären und die evtl. Risiken abzuwägen. Die Situation in der Region Nordmali ist noch immer sehr angespannt und die Bevölkerung leidet unter dem Terror von dschihadistischen und anderen Rebellengruppen.

Kurz zum Hintergrund: in den Jahren 2012-2013 durchlebte Mali schwere politische Unruhen als im Norden des Landes eine Tuareg-Rebellion und islamistische Extremisten die Einheit des Landes gefährdeten. Sie übernahmen die Macht und stellten die Bevölkerung gewaltsam unter die Herrschaft der Scharia. Während der Besatzung durch dschihadistische Gruppierungen kam es zu furchtbaren Verbrechen, wie Vergewaltigungen und Zwangsverheiratungen von Mädchen und Frauen. Einige Frauen haben mit ihren Kindern die Flucht ergriffen und in dem fast 1.000 km entfernt gelegenen Gewaltschutzzentrum unserer Partnerorganisation „Association pour le Progrès et la Défense des Droits des Femmes“ (APDF) in Bamako Hilfe und Schutz in der dortigen Notunterkunft gefunden. Die APDF hat zum Beispiel im Jahr 2014 in Bamako insgesamt 505 Mädchen und Frauen betreut, davon sind alleine 481 aus Nordmali gekommen. Die betroffenen Mädchen und Frauen leiden bis heute an den ihnen zugefügten Verletzungen. Für sie, aber auch für weitere betroffene Mädchen und Frauen von Gewalt wird TDF in Kooperation mit APDF ein Frauenschutzzentrum in Gao/Nordmali aufbauen.

APDF betreibt bereits zwei Gewaltschutzzentren in Bamako und Mopti. Dort arbeiten sie mit einem ganzheitlichen Ansatz. Unter einem Dach finden Mädchen und Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind nicht nur Notunterkunft, sondern auch medizinische, psychologische, soziale und juristische Betreuung. Diese Form von Gewaltschutz für Mädchen und Frauen hat in Mali Modellcharakter. Ausgehend von diesem Modell wird auch das neue Frauenschutzhaus in Gao/Nordmali aufgebaut werden.

Während unseres Projektbesuchs vor Ort haben wir ein eindeutiges grünes Licht für dieses Projekt gegeben und dies mit der gemeinsamen Erarbeitung und Unterzeichnung einer Projektvereinbarung besiegelt. Weitere konkrete Schritte sind bereits veranlasst: ein geeignetes Grundstück in Gao steht zur Verfügung, eine genaue Prüfung des Standorts wurde vorgenommen und der Grundstückserwerb ist in Vorbereitung. Danach kann es mit der konkreten Bauvorbereitung und Durchführung der Baumaßnahme losgehen.

Dies alles tun wir nicht zuletzt dank dem großartigen Einsatz eines Kölner Unternehmers, der sich bereits für den Aufbau von APDF Bamako engagiert hatte. Weitere private SpenderInnen unterstützen unser Vorhaben.

Wir widmen das Projekt in ehrenvollem Gedenken an Fatoumata Siré Diakité. Die im Oktober 2016 verstorbene Präsidentin von APDF wird uns durch ihren Kampf für Freiheits- und Frauenrechte für immer ein leuchtendes Vorbild sein.

Unsere Überzeugung geht mit dem afrikanischen Sprichwort einher: „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern.“ In diesem Sinne freuen wir uns, wenn noch weitere Unterstützerinnen mithelfen dieses Projekt zu verwirklichen.

 

Stand 04/2017

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