Bildung für Mädchen in Kamerun - das ABC für ein selbstbestimmtes Leben

Die erste Generation stolzer Mafa-Mädchen in Kamerun, die ein Gymnasium besuchen oder eine Berufsausbildung machen. Foto: © Martine MbritchèDie erste Generation stolzer Mafa-Mädchen in Kamerun, die ein Gymnasium besuchen oder eine Berufsausbildung machen.
Foto: © Martine Mbritchè
Trotz Schulpflicht gehört Schulbildung auch heute noch selten zum Leben eines Mafa-Mädchens in den Mandara-Bergen Kameruns. In einigen Dörfern der 400.000 Mafa beträgt die Analphabeten-Quote bei Frauen 100%. Da die Schule Geld kostet und nur die Männer Ziegen oder Hirse verkaufen dürfen, die ihnen Einnahmen verschaffen, kommen fast nur Jungen in den Genuss des Schulbesuchs. Sie sind es, die später das Land erben oder einen Beruf erlernen. Die Abhängigkeit der Frauen von ihren Männern wird immer weiter zementiert.....

Mädchen verrichten bereits zu Schulzeiten harte Feldarbeit. Sie werden meist im Alter von 13 bis 15 Jahren verheiratet – nicht selten mit Männern im Alter ihrer Väter. Dies wirkt sich nicht nur auf die Mädchen selbst aus, sondern auch auf die ganze Gesellschaft: Teenager-Schwangerschaften, die ein hohes Risiko für Mutter und Kind bergen, sind die Regel. Nur wenige Mütter können selbst für ihre Kinder aufkommen. Sie sind von ihren Männern abhängig, die sie häufig alleine zurücklassen, um in den Städten Arbeit zu finden oder dort eine weitere Familie zu gründen. Bis zum Jahr 2015 gab es kein einziges Mädchen aus den Bergen mit einem Schulabschluss. Ohne Bildung ist der Lebensweg für Mafa-Mädchen vorgezeichnet.

Dies könnte sich nun ändern. Dank der Unterstützung von TERRE DES FEMMES hat das erste Mafa-Mädchen im Jahr 2016 ihr Abitur bestanden und konnte so ihrem Schicksal einer frühen Heirat entgehen. Sie hat den Schritt in ein selbstbestimmtes Leben getan und ist so zum Vorbild für andere Mafa-Mädchen geworden.

Der Verein „Association d’Appui aux Filles de M’lay, Huva et Ldama“ (AAFMHL) und TERRE DES FEMMES ermöglichen Mafa-Mädchen durch Stipendien und materielle Unterstützung eine Schul- und Berufsausbildung. In diesem Jahr fördern sie 16 Mafa-Mädchen, die die Grundschule erfolgreich abgeschlossen haben und nun eine Ausbildung als Bürokauffrau machen oder das Gymnasium besuchen. Die Mädchen sind sehr stolz auf das Erreichte. Sie haben zum ersten Mal das Gefühl, selbst über ihr Leben entscheiden zu können. Schulbildung hat einen großen Einfluss auf die Entwicklung der ganzen Region: Mit einem Beruf können Frauen Geld verdienen und unabhängig sein. Der Verein AAFMHL schreitet ein, wenn Mädchen die Schule verlassen sollen, um zu heiraten. Denn auch in Kamerun ist das gesetzliche Mindestheiratsalter 18 Jahre, was in den Bergen aber oft nicht eingehalten wird, da das Brauchtum Anderes vorgibt. Frauen, die die Schule besucht haben, wissen, wie sie sich und ihre Kinder gesund ernähren können und was sie tun müssen, um sie vor Krankheiten zu schützen. Und vor allem: Frauen mit einem Schulabschluss schicken auch ihre Töchter zur Schule, die wiederum zum Vorbild für andere Mafa-Mädchen werden. Mit jeder neuen Generation wird es so ein bisschen mehr zur Selbstverständlichkeit, dass Bildung auch Mädchensache ist. Das tut der ganzen Gesellschaft gut.

Mit nur 70 Euro im Jahr helfen sie einem weiteren Mafa-Mädchen, die Grundschule zu besuchen. Spenden Sie für die Bildung und Selbstbestimmung von Mädchen in Kamerun!

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Sie können auch mit dem Stichwort „Kamerun 2017“ auf folgendes Konto spenden:

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