Filmfest 2002: einBlicke in FrauenWelten

Werkschau
Jeanine Meerapfel
Jeanine
Meerapfel wurde in Buenos Aires geboren als Tochter deutsch-jüdischer
Eltern, die vor den Nazis geflohen waren. 1964 kam sie zum Studium
der Filmgestaltung nach Ulm, und lebt seither in Deutschland.
Dennoch ist sie weiterhin eine Wanderin zwischen beiden Welten
geblieben und hat das Thema Exil, Einwanderung, Asyl, die Situation
ausländischer ArbeiterInnen immer wieder in ihren Filmen
aufgegriffen.
1980 drehte sie ihren ersten Spielfilm, "Malou",
zu dem sie das Drehbuch schrieb und bei dem Michael Ballhaus die
Kamera führte. Der Film wurde in Cannes ausgezeichnet und
erhielt weitere Preise in Chicago und San Sebastian.
Ihre nächsten Spielfilme waren "Die Verliebten"
(1986/87), "La Amiga" (1987/88) wofür sie u.a. den Bundesfilmpreis
bekam, und "Amigomio" (1993/94). Ihre Dokumentarfilme erhielten
zwischen 1981 und 1990 ebenfalls verschiedene Auszeichnungen:
"Im Land meiner Eltern"
- Mannheimer Filmwoche, "Die
Kümmeltürkin geht" - u.a. Preis der deutschen
Filmkritik, "Desembarcos
- Es gibt kein Vergessen" - Preis der Stadt Straßburg.
Jeanine Meerapfel ist Mitglied der Akademie der
Künste in Berlin und seit 1990 Professorin für Fernsehen/Film
an der Kunsthochschule für Medien Köln. Für ihr
Gesamtwerk wurde die Drehbuchautorin und Filmemacherin mit dem
Künstlerinnenpreis des Landes Nordrhein-Westphalen im Bereich
Filmregie ausgezeichnet, mit einem Lob für "die Kraft und
Klarheit ihrer Bilder, die präzise und doch gefühlvoll
und poetisch Schicksale erzählen, die niemanden ungerührt
lassen". Ihr jüngster Film "Annas
Sommer" hatte bei der diesjährigen Berlinale Premiere.