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Aktion von TERRE DES FEMMES zum 8. März 2004 in Tübingen

Veranstaltung am Mittwoch, 10.3.2004, 20 Uhr im Kino Museum
in Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Baden Württemberg e.V.

Frauenrechte - Restposten des Weltmarktes
mit Judith Galarza, Menschenrechtsaktivistin aus Mexiko und dem Film
Señorita Extraviada“,
Regie: Lourdes Portillo, 2001, USA/Mexico, 75 Min., Video, engl. Fassung.

In Ciudad Juárez, der mexikanischen Grenzstadt zu den USA, werden seit über zehn Jahren bestialische Morde an jungen Fabrikarbeiterinnen begangen. Bisher wurden über 300 Frauen ermordet, und es ist keiner Behörde, NGO oder Internationalen Kampagne gelungen, diese Morde zu verhindern, oder Schuldige dafür zu bestrafen.

Die Schattenseite der Globalisierung zeigt sich besonders krass an den Maquiladoras, Zulieferern für den Weltmarkt in Mexiko. Die fast ausschließlich jungen Arbeiterinnen schuften unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen für Hungerlöhne, gewerkschaftliches Engagement ist verboten.

Judith Galarza ist die Schwester eines der ersten Mordopfer in Ciudad Juarez, hat 15 Jahre in einer der Maquiladoras gearbeitet und wurde wegen ihrer gewerkschaftlichen Aktivitäten entlassen. Heute ist sie Generalsekretärin von FEDEFAM, einer lateinamerikanischen Organisation von Familienangehörigen von Verschwundenen, Verschleppten und Ermordeten und hat den Fall Ciudad Juárez vor die Menschenrechtskommission der UNO gebracht.

Bis zu 95 Prozent der in Deutschland verkauften Kleidung wird in Osteuropa und Ländern des Südens produziert. Zwischen 70 und 90 Prozent der ArbeiterInnen sind Frauen. Die Veranstaltung thematisiert die Situation dieser Arbeiterinnen in der globalisierten Wirtschaft am Beispiel Mexiko und Osteuropa und die Verantwortung von Handel und VerbraucherInnen. Dabei sollen in einer Podiumsdiskussion mit Judith Galarza und einer Referentin zu Osteuropa sowohl Bedingungen in den klassischen Maquila-Fabriken in Mexiko, als auch die Situation von osteuropäischen Textilarbeiterinnen diskutiert werden; und es sollen die Mechanismen der globalen Fabrikunternehmen zur Verhinderung von gewerkschaftlicher Aktivität, Disziplinierung, Kontrolle der Arbeiterinnen sowie der Nutzung der informalisierten Arbeit zur Sprache kommen. Diese werden in den Maquiladoras im Zuge der Globalisierung getestet, perfektioniert und generalisiert.

Die Veranstaltung findet statt im Anschluss an den preisgekrönten Film „Señorita Extraviada“ von Lourdes Portillo über die Maquiladoras und die Gewaltmorde in Ciudad Juárez im Rahmen der „FrauenWelten“- Filmtage, die TERRE DES FEMMES in mehreren Städten Deutschlands und Österreichs durchführt.

20.00 Uhr Kino Museum Tübingen

 

Weitere Informationen erhalten sie per e-mail: filmfest@frauenrechte.de
 

© TERRE DES FEMMES e.V. • Postfach 2565• D-72015 Tübingen • Tel. 0 70 71/ 79 73-0 • Fax 0 70 71/ 79 73 22
01.02.2004